Der Artikel behandelt die historische Entwicklung der Pädagogik als wissenschaftliche Disziplin. Während Pädagogik traditionell auf die Erziehung des Kindes bezogen wird, umfasst die Erziehungswissenschaft den gesamten Lebenslauf. Die wissenschaftliche Etablierung beginnt mit der Aufklärung, als sich die Pädagogik von Theologie und Politik als eigenständige Disziplin abgrenzte. Schlüsselfiguren wie Trapp, Schleiermacher und Herbart prägten die Disziplin durch empirische und theoretische Grundlagen. Im 19. Jahrhundert institutionalisierte sich die Pädagogik durch Schulpflicht, Kindergärten und Berufsausbildung. Während der Weimarer Republik setzte sich die Pädagogik im akademischen Bereich durch. Die entscheidende Erfolgsgeschichte begann erst in den 1960er-70er Jahren mit der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft und der Akademisierung der Lehrerausbildung. Trotz früher empirischer Ansätze blieb die Disziplin bis in die 1960er Jahre eine hermeneutische Wissenschaft. Heute ist die Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkten in Sozialpädagogik, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung eines der zehn stärksten Universitätsfächer in Deutschland.