Der Artikel behandelt Planspiele als didaktische Methode mit historischen Wurzeln im preußischen Militär und moderner Anwendung in vielen Bereichen der Berufspraxis. Planspiele werden definiert durch vier konstitutive Faktoren: Simulation von Wirklichkeitsausschnitten, zugrunde liegende Konflikte oder Probleme, rollengestützte Gruppeninteraktionen und Entscheidungsdruck zur Konfliktlösung. Sie unterscheiden sich vom Rollenspiel durch höhere Komplexität, strengere Regelwerke und intensivere Faktenanalyse. Im schulischen Kontext fungieren Planspiele als Makromethode zur Integration lebensrelevanter Situationen in den Unterricht und ermöglichen den Erwerb zentraler Kompetenzen wie sozial-kommunikative Fähigkeiten und Methodenbeherrschung. Für den Religionsunterricht eröffnen Planspiele besondere Möglichkeiten bei ethischen Grundfragen, biblisch-theologischen Zentralthemen wie Nächstenliebe und Vergebung, kirchlichen Auseinandersetzungen und interreligiösen Diskursen. Das hohe Motivationspotential und die vielfältigen Lernaktivitäten (Lesen, Analysieren, Verhandeln, Entscheiden) tragen zu nachhaltigen Lerneffekten bei. Allerdings ist die Umsetzung mit erheblichem Organisationsaufwand verbunden, erfordert spezialisierte Raumausstattung, Zeitressourcen außerhalb des regulären Stundenplans und moderative Fähigkeiten der Lehrperson. Der Artikel beschreibt ein vierschrittiges Planungsverfahren: Konfliktdefinition, Rollenausarbeitung, Fallbeschreibung und Informationsmaterialbereitstellung.