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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftUlrich Riegel

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Ulrich Riegel

Pluralisierung

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel erklärt Pluralisierung als Prozess der Vervielfältigung religiöser Institutionen und Überzeugungen in der modernen Gesellschaft. Das religiöse Feld Deutschlands hat sich vom weitgehend christlich homogenen Nachkriegsdeutschland zu einer Vielfalt religiöser und säkularer Haltungen entwickelt. Der Artikel zeigt, dass religiöse Vielfalt auf allen gesellschaftlichen Ebenen existiert – von regional unterschiedlichen Mehrheitskulturen bis zur großen Vielfalt individueller Glaubenshaltungen. Ein konsistentes theoretisches Konzept religiöser Pluralisierung steht noch aus, doch lassen sich wichtige Dimensionen dieser Vielfalt identifizieren.

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Der Artikel von Ulrich Riegel behandelt das Phänomen der religiösen Pluralisierung im Kontext der Religionspädagogik. Etymologisch vom lateinischen "plures" (mehrere) stammend, beschreibt Pluralisierung den Prozess der Vervielfältigung religiöser Phänomene, wobei zwischen Pluralität (Vielfalt), Pluralismus (theoretische Position zur Vielfalt) und Pluralisierung (Prozess) unterschieden wird. In der aktuellen Religionspädagogik wird ergänzend der Begriff der Heterogenität verwendet. Die empirischen Daten zeigen eine dramatische Verschiebung der religiösen Zusammensetzung Deutschlands: Während 1950 noch 96 % Christen die Bevölkerung ausmachten, beträgt ihr Anteil 2022 nur noch 48 %, wobei 44 % konfessionslos sind. Diese Pluralisierung vollzieht sich jedoch ungleich verteilt, mit religiösen Mehrheitskulturen im Westen (christlich-kirchlich) und Osten (säkularisiert). Auf der individuellen Ebene ist religiöse Vielfalt immens, was durch verschiedene Typologien abgebildet wird – von kirchlich-religiös über autonom-religiös bis säkular. Das Konzept religiöser Pluralisierung beruht auf einem offenen Religionsbegriff, der auch nicht-traditionelle Religiosität wie Spiritualität, New Age und Esoterik anerkennt. Rudolf Englert identifiziert charakteristische Dimensionen dieser Pluralität in positionellen, stilistischen, kontextuellen und biografischen Differenzen. Der Artikel konstatiert, dass eine konsistente Theorie religiöser Pluralisierung noch ausstehe, obwohl das Phänomen zunehmend Gegenstand religionssoziologischer und -psychologischer Forschung sei.

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