Der Artikel definiert Soziale Arbeit als moderne Profession und wissenschaftliche Disziplin, deren Kernaufgabe die Unterstützung der gesellschaftlichen Integration und Vermeidung von Exklusion ist. Historisch vereinigt der Begriff zwei Traditionslinien: die Sozialarbeit aus der Armenfürsorge und die Sozialpädagogik aus der Jugendpflege, die heute nicht mehr differenzierbar sind. Als Praxisfeld umfasst Soziale Arbeit Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Altenhilfe, gesundheitsbezogene Dienste und Gemeinwesensarbeit; als Wissenschaft entwickelt sie system- und bildungstheoretische sowie lebensweltorientierte Theorieansätze. Die Identität der Disziplin konstituiert sich durch vier Säulen: Theorieentwicklung, Forschung, Praxissystem und Qualifizierungslandschaft. Gesellschaftliche Wandlungsprozesse haben zu einer Perspektiverweiterung geführt, sodass Soziale Arbeit ein umfassendes gesellschaftliches Angebot zur Abbaue sozialer Ungleichheiten geworden ist. Die internationale Definition der IASSW und IFSW betont ethische Prinzipien wie soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und Vielfalt als zentral. Historisch entwickelte sich Soziale Arbeit aus mittelalterlichen kirchlichen Hilfsstrukturen über humanistische Reformen des 16. Jahrhunderts und pietistische Anstalten zur modernen Profession als Antwort auf die Soziale Frage des 19. Jahrhunderts. Christliche Kirchen prägten die Professionalisierung nachhaltig, während die Einführung von Sozialversicherungsgesetzen am Ende des 19. Jahrhunderts erste strukturelle Lösungen brachten. Die heutige Soziale Arbeit behält ihre Kernaufgabe der Unterstützung von Subjekten und Lebenswelten bei, die mit eigenen Ressourcen Lebenskrisen nicht bewältigen können.