Werbung wird im Artikel als breites Phänomen definiert, das in verschiedenen sozialen Systemen (Politik, Religion, Liebe, Wirtschaft) unterschiedliche Funktionen erfüllt. Im wirtschaftlichen Kontext werden zwei Varianten unterschieden: Produkt- und Markenwerbung, die mittels Strategien wie Bekanntmachung, Suggestion, Sponsoring und Branding umgesetzt werden. Traditionelle Medien (Print, Fernsehen, Radio, Plakate) werden zunehmend durch digitale Formate ergänzt. Das Internet hat die Werbelandschaft revolutioniert durch personalisierte Banner- und Suchmaschinen-Werbung, Social Bots und vor allem durch Influencer-Marketing, das die One-to-Many-Kommunikation in Many-to-Many-Kommunikation umgewandelt hat. Mit 48,79 Milliarden Euro Investitionen in Deutschland (2023) ist Werbung ein erheblicher wirtschaftlicher Faktor, prägt die populäre Kultur und exponiert erwachsene Personen täglich mehreren hundert Werbebotschaften. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist ambivalent: Während Informations- und Unterhaltungswert geschätzt werden, werden sexistische Darstellungen, Verteuerung und materielle Werteverstärkung kritisiert. Verschiedene Vermeidungstechniken zeigen diese Ablehnung. Die empirische Forschung nutzt Marktzahlen, Meta-Analysen und qualitative Methoden, wobei werbe- und marketingpsychologische Studien oft eine funktionalistisch-positive Perspektive auf Werbung einnehmen. Kinder und Jugendliche sind besonders vulnerable für Werbebeeinflussung, da sie Medienkompetenz noch entwickeln müssen und ausgeprägte psychologische Bedürfnisse haben. Sie werden intensiv adressiert (z.B. 17 Lebensmittelwerbebotschaften täglich), was zu gesundheitlichen und ethischen Problemen führt und in manchen Ländern zu Regulierungsmaßnahmen geführt hat.