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Theologie live | Universität Mainz

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Ist Gentechnik ein Eingriff in die Schöpfung?

Veröffentlichung:1.2.2023

Ob Gentechnik einen Eingriff in die Schöpfung darstellt, beleuchtet Gerhard Kruip, Professor für Christliche Anthropologie und Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der JGU Mainz, in diesem Video. Dabei wird das Verhältnis von Mensch und Schöpfung sowie Natur und Kultur diskutiert.

Das Video beschäftigt sich mit der Frage, ob Gentechnik als Eingriff in die Schöpfung verstanden werden kann. Der Mainzer Sozialethiker Gerhard Kruip erläutert zunächst die grundlegenden Begriffe Gentechnik und Schöpfung. Dabei beschreibt er moderne Verfahren der Genveränderung, insbesondere die präzise CRISPR Cas Methode, und stellt verschiedene Anwendungsbereiche von Gentechnik bei Viren, Bakterien, Pflanzen, Tieren und Menschen vor. Anschließend setzt er sich mit dem theologischen Schöpfungsbegriff auseinander und zeigt auf, dass Menschen seit jeher in natürliche Prozesse eingreifen, etwa durch Landwirtschaft, Züchtung, Medizin oder Naturschutz. Aus christlich ethischer Sicht sei daher nicht die Frage entscheidend, ob überhaupt in die Schöpfung eingegriffen werde, sondern ob solche Eingriffe verantwortbar sind. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriterien wie Nachhaltigkeit, Schutz künftiger Generationen, Vermeidung von Leid, ökologische Folgen, gesundheitliche Risiken und soziale Gerechtigkeit. Besonders kritisch werden Eingriffe in das menschliche Erbgut diskutiert, da hier Fragen der Menschenwürde und der Zustimmung zukünftiger Menschen berührt werden.

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Das Medium eignet sich hervorragend für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II sowie für fächerverbindende Unterrichtseinheiten mit Biologie, Ethik oder Sozialwissenschaften. Es ermöglicht eine differenzierte Auseinandersetzung mit aktuellen bioethischen Fragestellungen und verbindet naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit theologischen und ethischen Perspektiven. Als Unterrichtseinstieg kann die provozierende Frage dienen, ob der Mensch „Gott spielt“, wenn er Gene verändert. Nach der Sichtung des Videos können Lernende zunächst die verschiedenen Anwendungsfelder der Gentechnik systematisieren und deren Chancen und Risiken erarbeiten. Besonders gewinnbringend ist die Analyse des Schöpfungsbegriffs, da hier verbreitete Vorstellungen eines absoluten Eingriffsverbotes kritisch hinterfragt werden. In Gruppenarbeiten können die im Video genannten ethischen Kriterien auf konkrete Fallbeispiele angewendet werden, etwa auf gentechnisch veränderte Nutzpflanzen, medizinische Gentherapien oder Eingriffe in die menschliche Keimbahn. Denkbar ist auch eine Debatte über die Frage, ob die Verbesserung menschlicher Eigenschaften durch Gentechnik moralisch vertretbar wäre. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Positionen des Videos mit kirchlichen Stellungnahmen oder Dokumenten des Deutschen Ethikrates zu vergleichen. Das Medium fördert ethische Urteilsfähigkeit, die Analyse komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen sowie die Fähigkeit, naturwissenschaftliche Entwicklungen aus einer christlichen Perspektive kritisch zu reflektieren. Zugleich eröffnet es Lernenden die Möglichkeit, eigene Positionen zu Fragen von Verantwortung, Menschenwürde und Zukunftsgestaltung zu entwickeln und argumentativ zu vertreten.

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Video

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5.3.2023

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