Ob Gentechnik einen Eingriff in die Schöpfung darstellt, beleuchtet Gerhard Kruip, Professor für Christliche Anthropologie und Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der JGU Mainz, in diesem Video. Dabei wird das Verhältnis von Mensch und Schöpfung sowie Natur und Kultur diskutiert.
Das Video beschäftigt sich mit der Frage, ob Gentechnik als Eingriff in die Schöpfung verstanden werden kann. Der Mainzer Sozialethiker Gerhard Kruip erläutert zunächst die grundlegenden Begriffe Gentechnik und Schöpfung. Dabei beschreibt er moderne Verfahren der Genveränderung, insbesondere die präzise CRISPR Cas Methode, und stellt verschiedene Anwendungsbereiche von Gentechnik bei Viren, Bakterien, Pflanzen, Tieren und Menschen vor. Anschließend setzt er sich mit dem theologischen Schöpfungsbegriff auseinander und zeigt auf, dass Menschen seit jeher in natürliche Prozesse eingreifen, etwa durch Landwirtschaft, Züchtung, Medizin oder Naturschutz. Aus christlich ethischer Sicht sei daher nicht die Frage entscheidend, ob überhaupt in die Schöpfung eingegriffen werde, sondern ob solche Eingriffe verantwortbar sind. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriterien wie Nachhaltigkeit, Schutz künftiger Generationen, Vermeidung von Leid, ökologische Folgen, gesundheitliche Risiken und soziale Gerechtigkeit. Besonders kritisch werden Eingriffe in das menschliche Erbgut diskutiert, da hier Fragen der Menschenwürde und der Zustimmung zukünftiger Menschen berührt werden.