„Ich bin kein Prophet noch ein Prophetenjünger, sondern ich bin ein Rinderhirt, der Maulbeerfeigen ritzt.“ - Ja, Amos hat glücklicherweise eine solide Ausbildung bzw. einen Brotberuf, was er dem bösen Oberpriester Amazja unter die Nase reiben kann, als dieser ihn wegen nerviger Predigten aus dem Nordreich Israel ausweisen will. SOMMERS WELTLITERATUR fasst seine Kritik in nur 6,5 Minuten zusammen.
Nachdem Amos von Gott seinen Schafen (ja, zunächst ist die Rede von Schafen, die er hütet, und nicht Rindern) losgerissen und nach Samaria geschickt wurde, wendet er sich zunächst gegen die Nachbarvölker Israels - solche sogenannten „Fremdvölkersprüche“ waren bei Propheten und Zuhörern sehr beliebt, weil da ja erstmal Schuldenböcke außerhalb der eigenen Bevölkerung angesprochen werden. Nahtlos macht Amos aber mit Israel weiter und kritisiert vor allem die reiche Oberschicht, die „fetten Kühe“ Samarias dafür, dass sie die Armen ausbeuten. Zur Bekräftigung zitiert er einige göttliche Visionen, was dazu führt, dass er ausgewiesen werden soll, wogegen er sich wie oben zitiert wehrt. Am Ende verspricht Gott jedoch, Israel nach erfolgter Strafe wieder aufzubauen.
Das Video zum Propheten Amos vermittelt auf anschauliche und humorvolle Weise die zentrale Botschaft eines der bedeutendsten Sozialkritiker des Alten Testaments. Amos wird als einfacher Schafhirte aus Juda vorgestellt, der von Gott berufen wird, im Nordreich Israel gegen soziale Ungerechtigkeit und religiöse Heuchelei aufzutreten. Das Video erläutert die historische Situation im 8. Jahrhundert vor Christus, einer Zeit wirtschaftlichen Wohlstands für die Oberschicht, während gleichzeitig viele arme Menschen ausgebeutet und unterdrückt werden. Amos kritisiert scharf die wohlhabenden Eliten, die ihren Reichtum auf Kosten der Schwachen vermehren. Dabei kündigt er Gottes Gericht über Israel und die umliegenden Völker an. Verschiedene Visionen und Bilder wie Heuschrecken, Dürre, Krieg und der reife Obstkorb verdeutlichen die bevorstehende Krise. Gleichzeitig endet das Buch mit einer Hoffnungsbotschaft, in der die Wiederherstellung Israels und die Erneuerung der davidischen Herrschaft angekündigt werden. Das Video stellt schließlich einen Bezug zu heutigen gesellschaftlichen Problemen wie sozialer Ungleichheit, Ausbeutung und mangelnder Verantwortung gegenüber offensichtlichen Krisen her.