Das Video vertieft die Frage nach dem Ziel ethischen Handelns und stellt die aristotelische Vorstellung vom Glück als höchstem Ziel menschlichen Lebens vor. Dabei werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, worin dieses Glück bestehen könnte. Genannt werden ein Leben der Lust und des Genusses, ein Leben der öffentlichen Anerkennung und des gesellschaftlichen Erfolgs sowie ein Leben der Betrachtung, Wissenschaft und Philosophie. Besonders ausführlich wird die aristotelische Idee erläutert, dass das höchste Glück in der theoretischen Betrachtung der Wirklichkeit liegt. Darüber hinaus zeigt das Video, wie diese Überlegungen im Mittelalter von Thomas von Aquin aufgegriffen und theologisch weiterentwickelt wurden. Für Thomas findet das vollkommene Glück seine Erfüllung erst in der unmittelbaren Gottesbegegnung nach dem Tod. Im zweiten Teil des Videos wird die Kritik Immanuel Kants vorgestellt. Kant lehnt eine Ethik ab, die sich am Glück orientiert, weil Vorstellungen von Glück von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind und deshalb keine allgemeingültige Grundlage für moralische Urteile bilden können. Das Video verdeutlicht damit den grundlegenden Unterschied zwischen antiken und modernen Auffassungen von Ethik.
PHILOSOPHISCHE ETHIK
Das menschliche Leben ist eine Abfolge von Entscheidungen. Der Mensch steht daher unausweichlich vor der Frage nach dem richtigen Handeln. Hier sucht die Ethik nach einer begründeten Antwort. Kriterium des richtigen Handels ist die Selbstzwecklichkeit des Menschen. Verantwortbar ist ein Handeln, das den berechtigten Anspruch der Betroffenen auf ihr Glück und die dazu erforderlichen Güter und Rechte respektiert.
WONACH FRAGT DIE PHILOSOPHISCHE ETHIK?
Die beiden klassischen Antworten in der Geschichte der Philosophie lauten: (a) sie fragt nach dem Glück; das ist die Antwort der Antike (Aristoteles). Dagegen ist einzuwenden: Das Glück ist eine subjektive Größe. Jeder muss nach seiner eigenen Fasson glücklich werden. (b) Sie fragt, was wir tun sollen; das ist die Antwort der Moderne (Kant). Dagegen stehen die Einwände Nietzsches und der Soziobiologie.
Eine Vorlesungsreihe in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Philosophie, München.