Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Grundschule sowie in den unteren Klassen der Sekundarstufe. Durch die anschauliche und kindgerechte Erzählweise erhalten Lernende einen verständlichen Zugang zur Passionsgeschichte. Die Darstellung eröffnet die Möglichkeit, zentrale christliche Themen wie Leid, Schuld, Vergebung, Hoffnung, Vertrauen auf Gott und Nächstenliebe zu erschließen.
Vor dem Ansehen des Videos können die Lernenden Vermutungen darüber äußern, warum Karfreitag für Christinnen und Christen ein besonderer Tag ist und welche Ereignisse sie bereits kennen. Während des Videos können Beobachtungsaufträge helfen, wichtige Personen, ihre Handlungen und ihre Gefühle bewusst wahrzunehmen. Nach dem Ansehen bietet sich ein gemeinsames Unterrichtsgespräch über die Entscheidungen der handelnden Personen und deren Folgen an.
Besonders geeignet sind Gesprächsanlässe zu den Aussagen Jesu am Kreuz. Die Bitte um Vergebung zeigt, dass Jesus auch in größtem Leid auf Hass verzichtet. Die Begegnung mit dem reuigen Verbrecher verdeutlicht Gottes Barmherzigkeit und Hoffnung über den Tod hinaus. Ebenso kann die Rolle des römischen Hauptmannes besprochen werden, dessen Erkenntnis am Ende der Geschichte einen Wendepunkt darstellt.
Methodisch kann das Video mit einer Bildbetrachtung, einer Zeitleiste der Ereignisse oder einer Erzählleiste kombiniert werden. Ebenso können Lernende einzelne Szenen in Standbildern darstellen und die Gedanken und Gefühle der beteiligten Personen formulieren. Kreative Schreibaufgaben, wie ein Tagebucheintrag aus der Sicht von Maria, Johannes oder des Hauptmannes, fördern die Perspektivübernahme und das Textverständnis. Auch ein Vergleich mit anderen Evangelien oder mit künstlerischen Darstellungen der Kreuzigung ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit der biblischen Überlieferung. Im Anschluss kann der Übergang zur Auferstehung vorbereitet werden, sodass die Passionsgeschichte nicht als Ende, sondern als Teil der Osterbotschaft verstanden wird.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Warum wäscht Pilatus öffentlich seine Hände?
Pilatus möchte zeigen, dass er sich nicht für den Tod Jesu verantwortlich fühlt, obwohl er die Kreuzigung zulässt.
Warum muss Jesus das Kreuz selbst tragen?
Es gehörte zur römischen Hinrichtungspraxis, dass Verurteilte ihr Kreuz zur Hinrichtungsstätte tragen mussten.
Was bedeutet der Name Golgatha?
Golgatha bedeutet „Platz der Schädel“ und bezeichnet den Ort der Kreuzigung außerhalb der Stadt.
Warum werden Jesus die Kleider weggenommen?
Die Soldaten nehmen Jesus die Kleidung ab und verteilen sie unter sich. Dadurch wird seine Demütigung besonders deutlich.
Welche Bedeutung hat das Schild über dem Kreuz?
Das Schild bezeichnet Jesus als „König der Juden“. Es nennt den Grund der Verurteilung und erhält aus christlicher Sicht eine tiefere Bedeutung.
Wie verhalten sich die beiden Verbrecher neben Jesus?
Einer verspottet Jesus, der andere erkennt seine Unschuld an und bittet ihn um Erbarmen.
Was antwortet Jesus dem reuigen Verbrecher?
Jesus verspricht ihm, noch am selben Tag mit ihm im Paradies zu sein. Damit schenkt er Hoffnung und Vergebung.
Welche Menschen stehen unter dem Kreuz?
Unter anderem Jesu Mutter Maria, Johannes und Maria Magdalena begleiten Jesus bis zu seinem Tod.
Warum bittet Jesus um Vergebung für seine Feinde?
Jesus zeigt, dass Gottes Liebe und Vergebung auch den Menschen gelten, die ihm Unrecht zufügen.
Welche besonderen Ereignisse begleiten den Tod Jesu?
Das Land wird dunkel und ein Erdbeben erschüttert die Erde. Diese Zeichen unterstreichen die Bedeutung seines Todes.
Was erkennt der römische Hauptmann?
Er erkennt, dass Jesus wirklich Gottes Sohn gewesen ist.
Warum wird Jesus in ein Felsengrab gelegt?
Nach der Kreuzigung wird Jesus würdevoll bestattet und in ein Grab gelegt. Dieses Grab spielt für die Ostergeschichte eine zentrale Rolle.
Zielgruppe & Einsatzmöglichkeiten
Geeignet für den katholischen Religionsunterricht der Sekundarstufe I (z. B. Klasse 7–9)
Ebenso anwendbar in Firmgruppen, Jugendkreisen oder in mehrglaubigen Gruppen
Nutzbar im Präsenzunterricht, als Teil von Hybrid- oder Distanzunterricht
Das Video kann als Einstieg, Impuls, Mittel zur Texterschließung oder als Auslöser zur vertieften Diskussion verwendet werden
Vorbereitung durch die Lehrkraft
Das Video vorab vollständig und aufmerksam ansehen, und Schlüsselmomente markieren (z. B. Wendepunkte, dramatische Zuspitzungen, visuelle Motive)
Den zugrunde liegenden Bibeltext (z. B. aus der Johannesevangelium oder einem anderen Evangelium) bereithalten, idealerweise in der Übersetzung, mit der die Schülerinnen und Schüler vertraut sind
Impuls- und Leitfragen formulieren, Arbeitsblätter oder digitale Tools vorbereiten
Technische Ausstattung sichern: Beamer, Lautsprecher, stabiler Internetzugang oder eine Offlineversion
Methodischer Ablauf
a) Einstieg (ca. 5 Minuten):
Impulsfrage an die Klasse: „Welche Situationen erlebt ihr, in denen Menschen (unter Druck) Aussagen treffen müssen?“
Erste Stichworte sammeln: z. B. „Konflikt, Urteil, Druck, Entscheidung, Gnade“
b) Video zeigen (ca. 7–10 Minuten):
Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Auftrag, während des Videos drei Stellen zu notieren, die sie besonders spannungsvoll oder überraschend finden – z. B. ein Wort Jesu, eine Geste, ein Blickwechsel
Optional: Video in zwei Abschnitte teilen, mit einer kurzen Austauschpause in der Mitte
c) Nachbereitung & Reflexion (ca. 15–20 Minuten):
Partner- oder Kleingruppenarbeit mit Leitfragen wie:
• Welche Szenen sind euch in Erinnerung geblieben und warum?
• Wie stellt sich Jesu Haltung gegenüber den anderen Beteiligten dar?
• Welche Spannungen sind zwischen Gesetz/Urteil und Gnade/Vergebung spürbar?
• Welche visuellen Mittel (Bildkomposition, Licht, Nähe/Distanz) sind euch aufgefallen?
• Welche Bedeutung kann diese Szene heute für uns haben – im schulischen, sozialen oder religiösen Kontext?
Präsentation der Ergebnisse im Plenum, Moderation durch die Lehrkraft
Theologischer Impuls durch die Lehrkraft:
• Die Spannung zwischen Recht & Gnade im Evangelium
• Jesu souveränes Verhalten in Drucksituationen
• Relevanz für das christliche Verständnis von Urteil, Barmherzigkeit und Verantwortung
Transfer zur Lebenswelt:
• Wo erleben Jugendliche heute urteilende Situationen (Schule, Soziale Medien, Peergroup)?
• Wie kann Gnade, Rücksicht oder Vergebung konkret gelebt werden?
Kreativer Abschluss:
• Schülerinnen und Schüler verfassen einen inneren Monolog oder Brief in der Rolle eines Beteiligten
• Gestaltung eines Standbilds / Tableaus oder einer Collage zu einer zentralen Szene
Differenzierung & methodische Varianten
Rollenspiel / Perspektivenspiel: Szene in Kleingruppen nachspielen, ggf. mit Rollentausch
Stille Reflexion / Journaling: 2–3 Minuten Raum für persönliche Gedanken und Notizen
Symbolarbeit: Materialien wie Licht, Stoff, Spiegel, Abstandstafeln verwenden und Schülerinnen und Schüler Assoziationen sammeln lassen
Stationenarbeit mit Schwerpunktfeldern wie:
• Wort & Urteil
• Bild & Symbolik
• Reaktion & Konflikt
• Gegenwartsbezug / Transfer
Text-Bild-Vergleich: Den biblischen Text lesen und mit der filmischen Version vergleichen – analysieren, welche Akzente gesetzt oder gelassen wurden
Hausaufgabe / Projektarbeit: Schülerinnen und Schüler erstellen eine moderne Szene, in der jemand in einer Konfliktsituation zu einer Aussage gezwungen wird (Text, Bild, Audio) und präsentieren sie
Reflexion & Evaluation
Achte darauf, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur die visuelle Wirkung wahrnehmen, sondern theologische Fragestellungen und ethische Dimensionen herausarbeiten
Ermutige kritische Rückfragen: Warum wählt das Video bestimmte Perspektiven, Bildausschnitte, Lichtführung?
Abschlussrunde: Jede*r nennt einen Impuls oder Satz, den sie/er mitnimmt
Optional: schriftliche Reflexion oder Impulsfrage als Hausaufgabe