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Plattform Lernende Systeme

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Generative KI

Alleskönner der Künstlichen Intelligenz?

Veröffentlichung:24.7.2023

Generative KI-Systeme, ein Erklärfilm des unabhängigen KI-ExpertInnen-Netzwerks Plattform Lernende Systeme. Sprachmodelle wie ChatGPT & Co. können Fragen beantworten, Programmcode erstellen und wissenschaftliche Studien zusammenfassen. Andere so genannte generative KI-Systeme erstellen nach gewünschten Vorgaben Bilder oder Musikstücke. All das mit großer Rechenpower auf Basis von riesigen Datenmengen, lernenden Algorithmen und Wahrscheinlichkeiten. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und weitreichend – und werden in Alltag und Arbeit vieles verändern. Generative KI-Systeme können aber auch falsche Informationen liefern oder diskriminierende Inhalte reproduzieren. Auch die Frage nach Urheberrechten stellt sich. Die Technologie entwickelt sich rasant, daher ist es wichtig, Potenziale und Risiken zu kennen und die Technologie verantwortungsvoll einzusetzen.

Das etwa vierminütige Erklärvideo „Generative KI, Alleskönner der künstlichen Intelligenz“ stellt Möglichkeiten, technische Grundlagen und Grenzen generativer KI Systeme vor. Zu Beginn zeigt es, dass Sprachmodelle wie ChatGPT Fragen beantworten, Gedichte verfassen, wissenschaftliche Texte zusammenfassen, Tabellen ausfüllen und Programmcode erzeugen können. Andere generative Systeme erstellen Bilder, Töne und weitere Inhalte. Anschließend erläutert das Video die Bedeutung großer Datenmengen, hoher Rechenleistung, künstlicher neuronaler Netzwerke und des Transformer Modells. Am Beispiel von ChatGPT wird ein dreistufiger Trainingsprozess beschrieben. Zunächst lernt das System, auf Grundlage von Wahrscheinlichkeiten passende Fortsetzungen vorherzusagen. Danach erstellen Menschen erwünschte Antworten und bewerten verschiedene Ausgaben. Auf dieser Grundlage wird das Verhalten des Systems weiter angepasst. Im letzten Teil behandelt das Video Grenzen und offene Fragen. Dazu gehören falsche Informationen, verzerrte Darstellungen, diskriminierende Inhalte, unklare Quellen, Datenschutz, Urheberrecht und ein möglicher Verlust menschlicher Kompetenzen. Abschließend fordert das Medium zu einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem verantwortlichen Einsatz generativer KI auf.

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Das Video eignet sich für den Religionsunterricht ab den mittleren Klassenstufen. Es eröffnet Zugänge zu Fragen nach Wahrheit, Verantwortung, Menschenwürde, Kreativität, Arbeit, Gerechtigkeit und dem Verhältnis von Mensch und Technik. Sein besonderer didaktischer Wert besteht darin, dass es technische Grundinformationen mit ethischen Herausforderungen verbindet. Es sollte daher nicht nur als Einführung in die Funktionsweise generativer KI verwendet werden, sondern als Ausgangspunkt für religiöse und ethische Urteilsbildung.

Vor der ersten Sichtung kann die Lehrkraft die Frage stellen, was generative KI nach Ansicht der Lernenden kann und was sie nicht kann. Die Antworten werden in zwei Bereichen gesammelt. Dabei werden häufig sowohl große Erwartungen als auch diffuse Befürchtungen sichtbar. Nach der Unterrichtseinheit können die Lernenden zu ihren ersten Vermutungen zurückkehren und diese überprüfen.

Als alternativer Einstieg eignet sich eine anonyme Zuordnungsaufgabe. Die Lehrkraft präsentiert zwei kurze Texte zu einem religiösen Thema. Einer wurde von einem Menschen, der andere von einem KI System formuliert. Die Lernenden vermuten, welcher Text von wem stammt, und nennen Kriterien für ihre Entscheidung. Anschließend wird problematisiert, dass sprachliche Qualität allein keine sichere Auskunft über Herkunft, Wahrheit oder Verantwortlichkeit eines Textes gibt.

Bei der ersten Sichtung sollten die Lernenden zunächst auf die Grundstruktur des Videos achten. Danach benennen sie die drei großen Themenbereiche Möglichkeiten, Funktionsweise sowie Grenzen und Herausforderungen. Diese Gliederung kann an der Tafel festgehalten und während der weiteren Arbeit ergänzt werden.

Für die zweite Sichtung erhalten Kleingruppen unterschiedliche Beobachtungsaufträge. Eine Gruppe sammelt Einsatzmöglichkeiten generativer KI. Eine zweite Gruppe notiert technische Begriffe und versucht, sie in eigenen Worten zu erklären. Eine dritte Gruppe untersucht den beschriebenen Trainingsprozess. Eine vierte Gruppe sammelt Risiken und offene gesellschaftliche Fragen. Die Ergebnisse werden anschließend präsentiert und miteinander verbunden.

Die technischen Erklärungen des Videos sollten als vereinfachtes Modell gekennzeichnet werden. Ein Transformer versteht Wörter nicht auf dieselbe Weise wie ein Mensch. Er verarbeitet sprachliche Einheiten und berechnet Beziehungen sowie wahrscheinliche Fortsetzungen. Auch die Aussage, das System verbessere sich stetig, benötigt eine Präzisierung. Ein bereits bereitgestelltes Modell lernt nicht notwendigerweise während jedes einzelnen Gespräches weiter. Verbesserungen erfolgen durch weitere Entwicklung, Training, Bewertung und technische Anpassung.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen sprachlicher Plausibilität und sachlicher Wahrheit. Eine Antwort kann überzeugend formuliert und dennoch falsch sein. Offizielle Sicherheitshinweise von OpenAI empfehlen deshalb menschliche Kontrolle, besonders in Bereichen mit großen Folgen. Sie weisen außerdem auf mögliche falsche Informationen, problematische Inhalte und Verzerrungen hin. Offizielle Hinweise zur menschlichen Kontrolle und zu Grenzen von Sprachmodellen

Zur Einübung eines kritischen Umgangs können die Lernenden eine Antwort eines KI Systems zu einem bekannten Unterrichtsthema untersuchen. Sie markieren überprüfbare Tatsachen, Deutungen, Werturteile und unbelegte Behauptungen. Anschließend vergleichen sie die Aussagen mit einem Schulbuch, einem biblischen Text oder einer verlässlichen Quelle. Auf diese Weise lernen sie, KI Ausgaben nicht als fertiges Wissen zu übernehmen.

Ein möglicher Prüfauftrag besteht aus fünf Fragen: Wer hat die Aussage verfasst oder erzeugt? Welche Quellen werden genannt? Lassen sich die Informationen überprüfen? Welche Perspektiven fehlen? Wer trägt die Verantwortung, wenn die Aussage falsch oder verletzend ist? Diese Fragen können als dauerhaftes Prüfraster für spätere Unterrichtsaufgaben verwendet werden.

Religionspädagogisch bietet sich eine Verbindung mit dem biblischen Menschenbild an. Nach Genesis 1 ist der Mensch Ebenbild Gottes. Diese Aussage begründet eine besondere Würde, die nicht von Intelligenz, Leistung oder technischer Überlegenheit abhängt. Ein KI System kann sprachliche Leistungen erbringen, besitzt dadurch aber nicht automatisch menschliche Würde, Gewissen, Verantwortung oder eine Beziehung zu Gott.

Die Frage „Was unterscheidet den Menschen von einer Maschine?“ kann in einem philosophischen Gespräch behandelt werden. Mögliche Gesichtspunkte sind Körperlichkeit, Gefühle, Bewusstsein, Freiheit, Gewissen, Verletzlichkeit, Beziehungen, Sterblichkeit, Verantwortung und religiöse Erfahrung. Die Lernenden sollten erkennen, dass einige Unterschiede umstritten sind und nicht allein anhand technischer Leistungsfähigkeit bestimmt werden können.

Auch die Vorstellung des Menschen als Mitgestalter der Schöpfung ist anschlussfähig. Technik kann als Ausdruck menschlicher Kreativität betrachtet werden. Sie ist jedoch nicht automatisch gut oder schlecht. Entscheidend ist, welchen Zielen sie dient, welche Folgen sie hervorruft und ob sie die Würde von Menschen sowie die natürlichen Lebensgrundlagen achtet. Die Aufgabe, die Erde zu bebauen und zu bewahren, verbindet Gestaltungsmacht mit Verantwortung.

Das Thema Kreativität eröffnet weitere Fragestellungen. Das Video zeigt, dass generative KI Gedichte, Bilder, Musik und Programmcode erzeugen kann. Die Lernenden können untersuchen, ob das Erzeugen eines neuartigen Ergebnisses bereits als Kreativität gelten soll. Dabei können sie zwischen statistischer Neukombination, bewusster Absicht, persönlichem Ausdruck und menschlicher Erfahrung unterscheiden.

Methodisch eignet sich ein Vergleich von drei kreativen Produkten. Ein Text entsteht vollständig durch einen Menschen, ein zweiter vollständig durch ein KI System und ein dritter durch Zusammenarbeit. Die Lernenden bewerten nicht nur das Ergebnis, sondern auch Entstehung, Urheberschaft, Absicht und Verantwortlichkeit. Dadurch wird deutlich, dass die Qualität eines Produktes nicht alle ethischen Fragen beantwortet.

Die im Video genannten Verzerrungen können anhand eines Rollenbeispiels untersucht werden. Ein KI System soll Personen für eine verantwortungsvolle Tätigkeit empfehlen. Die Lernenden überlegen, welche Folgen entstehen, wenn die Trainingsdaten bestimmte Gruppen benachteiligen. Danach entwickeln sie Kriterien für eine gerechte Entscheidung. Dazu gehören Transparenz, Widerspruchsmöglichkeiten, menschliche Kontrolle und die Prüfung auf Diskriminierung.

Beim Thema Datenschutz sollte die Lehrkraft konkrete Handlungsregeln vermitteln. Lernende dürfen keine privaten Informationen, vertraulichen Gespräche, Gesundheitsdaten, Adressen oder personenbezogenen Angaben anderer Menschen ohne Erlaubnis eingeben. Auch Fotos und Texte Dritter dürfen nicht unbedacht verwendet werden. Die Unterrichtsregel kann lauten: Nur solche Inhalte eingeben, die auch einer unbekannten Person gezeigt werden dürften.

Die Frage nach dem Urheberrecht lässt sich mit dem achten Gebot und dem Schutz fremden Eigentums verbinden. Lernende können diskutieren, ob Texte, Bilder und Ideen ohne Zustimmung für das Training oder die Erzeugung neuer Inhalte verwendet werden dürfen. Dabei geht es auch um Anerkennung, faire Vergütung und die Sichtbarkeit menschlicher Arbeit.

Das Video spricht den möglichen Verlust menschlicher Kompetenzen an. Diese Frage kann durch ein kleines Experiment untersucht werden. Eine Gruppe bearbeitet eine Aufgabe ohne KI Unterstützung, eine zweite mit KI Unterstützung und eine dritte prüft ausschließlich eine bereits erzeugte Antwort. Anschließend vergleichen die Gruppen Zeitaufwand, Verständnis, Eigenständigkeit, Fehler und Lernerfolg. Ziel ist keine pauschale Ablehnung oder Zustimmung, sondern eine begründete Bewertung.

Für den Religionsunterricht ist besonders wichtig, dass KI Systeme nicht an die Stelle eigener Urteilsbildung treten. Eine ethische Entscheidung kann durch Informationen unterstützt werden. Die Verantwortung für die Entscheidung bleibt jedoch beim Menschen. Dies gilt besonders dann, wenn Menschenwürde, Gerechtigkeit, Schuld, Vergebung oder persönliche Lebensfragen betroffen sind.

Auch beim Verfassen von Gebeten, Trauertexten oder persönlichen Glaubensaussagen ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Ein KI System kann Formulierungshilfen anbieten. Es besitzt aber keine eigene Glaubenserfahrung, Hoffnung, Trauer oder Gottesbeziehung. Lernende können diskutieren, ob ein maschinell erzeugtes Gebet dennoch einem Menschen beim Beten helfen kann und welche Rolle die Absicht der betenden Person spielt.

Als produktionsorientierte Aufgabe können die Lernenden einen verantwortungsvollen Arbeitsauftrag für ein KI System formulieren. Sie geben Thema, Zielgruppe, gewünschte Form, Quellenanforderungen und Grenzen an. Danach prüfen sie die erzeugte Antwort und dokumentieren alle Veränderungen. So lernen sie, dass ein guter Arbeitsauftrag zwar die Qualität verbessern kann, eine sachliche Kontrolle aber nicht ersetzt.

Ein mögliches Abschlussprodukt ist ein Klassenkodex für den Einsatz generativer KI. Darin können Regeln zur Kennzeichnung, Quellenprüfung, Eigenleistung, Verantwortung, Fairness und zum Datenschutz festgehalten werden. Der Kodex sollte nicht nur Verbote enthalten, sondern auch sinnvolle Einsatzmöglichkeiten nennen. Dazu gehören Ideensammlung, sprachliche Unterstützung, Strukturierung und die Entwicklung von Gegenargumenten.

Zur abschließenden Reflexion formulieren die Lernenden den Satz „Generative KI ist hilfreich, wenn …, und problematisch, wenn …“. Zusätzlich benennen sie eine Verantwortung der Entwickelnden, eine Verantwortung der Nutzenden und eine Aufgabe der Gesellschaft. Damit verbindet die Unterrichtseinheit technisches Verständnis, Medienbildung und religiöse Urteilsfähigkeit.


Fragestellungen zum Video mit Antworten

Was ist generative KI?

Generative KI bezeichnet Systeme, die auf eine Eingabe hin neue Inhalte erzeugen können. Dazu gehören Texte, Bilder, Töne, Videos und Programmcode. Die Ergebnisse entstehen auf der Grundlage gelernter Muster aus großen Datenmengen.


Welche Aufgaben kann generative KI laut Video übernehmen?

Sie kann Fragen beantworten, Gedichte verfassen, wissenschaftliche Texte zusammenfassen, Tabellen ausfüllen, Programmcode erzeugen und Bilder in gewünschten Stilen erstellen. Außerdem kann sie Arbeitsabläufe unterstützen und Routineprozesse automatisieren.


Warum werden generative KI Systeme als Alleskönner bezeichnet?

Sie können sehr unterschiedliche Inhalte und Datenarten verarbeiten. Ihre Flexibilität ermöglicht den Einsatz in Bildung, Wissenschaft, Gestaltung, Verwaltung und Unternehmen. Die Bezeichnung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihre Ergebnisse fehlerhaft sein können.


Auf welchen Grundlagen beruhen generative KI Systeme?

Das Video nennt große Rechenleistung, umfangreiche Datenmengen und besondere Algorithmen. Bei Sprachmodellen spielt das Transformer Modell eine wichtige Rolle. Es verarbeitet sprachliche Zusammenhänge und berechnet wahrscheinliche Fortsetzungen.


Versteht ein Sprachmodell einen Text wie ein Mensch?

Nein. Ein Sprachmodell verarbeitet Muster, sprachliche Einheiten und statistische Beziehungen. Es kann dadurch sehr verständliche Antworten erzeugen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass es Bedeutung, Gefühle oder Erfahrungen auf menschliche Weise versteht.


Wie erzeugt ein Sprachmodell eine Antwort?

Es berechnet schrittweise, welche sprachliche Einheit im gegebenen Zusammenhang wahrscheinlich geeignet ist. Aus vielen einzelnen Berechnungen entsteht ein zusammenhängender Text. Eine hohe Wahrscheinlichkeit garantiert jedoch keine sachliche Richtigkeit.


Welche Rolle spielen Menschen beim Training?

Menschen erstellen Beispiele für erwünschte Antworten und bewerten verschiedene Ausgaben. Diese Rückmeldungen helfen dabei, das Verhalten eines Systems an bestimmte Qualitätsvorstellungen anzupassen. Menschen entscheiden damit auch, welche Maßstäbe bei der Bewertung gelten.


Lernt ChatGPT während jedes Gespräches automatisch weiter?

Nicht in dem einfachen Sinn, dass jede Aussage einer Person sofort dauerhaft in das Modell aufgenommen wird. Ein bereitgestelltes Modell wird durch ein einzelnes Gespräch nicht automatisch neu trainiert. Verbesserungen erfolgen durch gesonderte Entwicklungsprozesse, Bewertungen und weitere Trainingsschritte.


Warum können KI Antworten falsch sein?

Ein Sprachmodell erzeugt plausible Ausgaben auf Grundlage gelernter Muster und Wahrscheinlichkeiten. Es prüft eine Aussage nicht automatisch auf dieselbe Weise wie ein Mensch mit verlässlichen Quellen. Deshalb können erfundene oder sachlich falsche Angaben entstehen.


Warum wirken falsche Antworten häufig überzeugend?

Das System ist darauf ausgerichtet, sprachlich passende und zusammenhängende Texte zu erzeugen. Eine flüssige Formulierung kann deshalb den Eindruck von Sicherheit vermitteln, obwohl der Inhalt unzutreffend ist. Sprachliche Qualität und Wahrheit müssen getrennt geprüft werden.


Was sind Verzerrungen in den Ergebnissen?

Verzerrungen entstehen, wenn problematische Muster aus Trainingsdaten übernommen oder bestimmte Perspektiven bevorzugt werden. Dadurch können Vorurteile, stereotype Darstellungen oder Benachteiligungen fortgesetzt werden. Solche Ausgaben müssen erkannt und korrigiert werden.


Wer trägt Verantwortung für eine KI Antwort?

Ein KI System kann nicht im menschlichen Sinn moralische Verantwortung übernehmen. Verantwortung tragen je nach Situation die Entwickelnden, die Anbietenden, die einsetzende Organisation und die nutzende Person. Je größer die möglichen Folgen sind, desto wichtiger ist menschliche Kontrolle.


Kann generative KI kreativ sein?

Sie kann neuartige Texte, Bilder und andere Inhalte erzeugen. Ob dies bereits Kreativität im menschlichen Sinn ist, hängt von der verwendeten Definition ab. Menschliche Kreativität ist häufig mit Absicht, Erfahrung, Gefühl, Ausdruck und Verantwortung verbunden.


Besitzt ein KI System Menschenwürde?

Nach christlichem Verständnis besitzt der Mensch eine besondere Würde als Ebenbild Gottes. Diese Würde hängt nicht allein von Intelligenz oder Leistungsfähigkeit ab. Ein technisch leistungsfähiges System wird deshalb nicht automatisch zu einer Person mit menschlicher Würde.


Was unterscheidet einen Menschen von einem KI System?

Menschen sind körperliche, verletzliche und soziale Wesen. Sie besitzen biographische Erfahrungen, Beziehungen und moralische Verantwortung. Sie können glauben, hoffen, lieben, leiden und sich schuldig fühlen. Ein KI System erzeugt Ausgaben aufgrund technischer Verarbeitung und gelernter Muster.


Kann eine KI moralische Entscheidungen treffen?

Sie kann Regeln anwenden, Argumente zusammenstellen und mögliche Folgen beschreiben. Moralische Verantwortung kann sie jedoch nicht selbst übernehmen. Die Entscheidung und ihre Rechtfertigung bleiben Aufgabe des Menschen.


Kann eine KI ein Gebet schreiben?

Ein KI System kann einen Text erzeugen, der sprachlich wie ein Gebet gestaltet ist. Es besitzt jedoch keine eigene Gottesbeziehung und keine persönliche Glaubenserfahrung. Ein Mensch kann einen solchen Text dennoch als Anregung nutzen und ihm durch die eigene Haltung religiöse Bedeutung geben.


Welche Chancen bietet generative KI für den Religionsunterricht?

Sie kann Ideen sammeln, Texte vereinfachen, unterschiedliche Positionen darstellen und Fragen für Diskussionen entwickeln. Sie kann außerdem dabei helfen, Argumente zu vergleichen. Alle Ergebnisse müssen jedoch kritisch geprüft und als KI Unterstützung kenntlich gemacht werden.


Welche Gefahren bestehen beim Einsatz im Unterricht?

Lernende können falsche Informationen übernehmen, persönliche Daten preisgeben oder fremde Leistungen als eigene ausgeben. Außerdem besteht die Gefahr, dass selbstständiges Denken und Schreiben zu wenig geübt werden. Klare Regeln und reflektierte Aufgabenstellungen sind deshalb notwendig.


Wie lässt sich eine KI Antwort sinnvoll prüfen?

Wichtige Aussagen sollten mit verlässlichen Quellen verglichen werden. Quellenangaben müssen tatsächlich existieren und den Inhalt stützen. Außerdem sollte geprüft werden, welche Perspektiven fehlen, ob Menschen benachteiligt werden und ob die Antwort zur konkreten Aufgabe passt.


Ist der Einsatz generativer KI grundsätzlich gut oder schlecht?

Nein. Die ethische Bewertung hängt von Ziel, Anwendung, Folgen und Verantwortlichkeit ab. Ein System kann Menschen unterstützen und entlasten, aber auch Täuschung, Überwachung, Diskriminierung oder Abhängigkeit fördern.


Welche Bedeutung hat die Gottebenbildlichkeit für die Bewertung von KI?

Sie erinnert daran, dass menschliche Würde nicht durch technische Leistungsfähigkeit ersetzt oder überboten werden kann. Der Mensch bleibt verantwortlich für die Gestaltung und Nutzung der Technik. Zugleich verpflichtet die besondere Stellung des Menschen zu einem verantwortlichen Umgang mit Mitmenschen und Schöpfung.


Kann generative KI menschliche Arbeit ersetzen?

Sie kann bestimmte Tätigkeiten automatisieren oder verändern. Ob ein Beruf vollständig ersetzt wird, hängt jedoch von seinen Aufgaben ab. Tätigkeiten, die Beziehung, Vertrauen, körperliche Präsenz, Verantwortung und situatives Urteil verlangen, lassen sich nicht allein auf die Erzeugung von Informationen reduzieren.


Wie kann verhindert werden, dass Menschen wichtige Fähigkeiten verlieren?

Lernende sollten Aufgaben zunächst selbst verstehen, Lösungswege entwickeln und KI Ergebnisse anschließend prüfen. Der Einsatz sollte gezielt erfolgen und transparent gemacht werden. KI kann Denken unterstützen, darf es aber nicht vollständig ersetzen.


Welche Aufgabe hat die Gesellschaft?

Die Gesellschaft muss Regeln für Sicherheit, Datenschutz, Urheberrecht, Transparenz und gerechte Teilhabe entwickeln. Sie muss außerdem klären, in welchen Bereichen KI eingesetzt werden darf und wo verbindliche menschliche Entscheidungen notwendig bleiben.

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