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Hans MendlReligionspädagogische Beiträge

Hans Mendl,

Religionspädagogische Beiträge

Lernwerkstätten an Universitäten

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht das Konzept von Lernwerkstätten an Universitäten als pädagogischer Zwischenraum zwischen wissenschaftlicher Theorie und unterrichtlicher Praxis. Am Beispiel der Passauer Lernwerkstatt Religionsunterricht wird dargestellt, wie durch die Verschränkung von Theorie, praktischer Erprobung und Reflexion ein professioneller Habitus bei Studierenden entwickelt werden kann. Der Autor thematisiert didaktische Prinzipien, strukturelle Umsetzung und Grenzen des Konzepts.

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Hans Mendl präsentiert eine detaillierte Analyse von Lernwerkstätten an Universitäten als innovatives hochschuldidaktisches Format. Nach einer historischen Verortung des Begriffs „Lernwerkstatt" in der Reformpädagogik und dessen Entwicklung seit den 1980er Jahren werden drei Typen von Lernwerkstätten unterschieden: an Universitäten, an Lehrerfortbildungseinrichtungen und an Schulen/Kindergärten. Der Schwerpunkt liegt auf universitären Lernwerkstätten, die als Zwischenraum zwischen wissenschaftlicher Theorie und Schulpraxis fungieren. Im Unterschied zu Ausbildungsbetrieben schafft universitäre Bildung zunächst Distanz zur Berufspraxis, um theoretische Grundlegung zu ermöglichen. Lernwerkstätten werden als Orte verstanden, die materiale und interaktionale Elemente einer Handlungspraxis verfügbar machen und in Bezug zu religionspädagogischen Theorien setzen. Grundlegend für das Konzept ist ein Menschenbild, das Lernende als kreative und zur Welterschließung fähige Personen betrachtet. Die Arbeit erfolgt auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Zielperspektiven: als anregende Lernumgebung, als Ermöglichung eigener Lernerfahrungen, als Diskussionsforum, als Vernetzung mit anderen Veranstaltungen und als Ort von Lehr-Lern-Forschung. Am konkreten Beispiel der Passauer Lernwerkstatt Religionsunterricht wird ein hochschuldidaktisches Lernraumkonzept dargestellt, das vier gestufte Lernräume umfasst: Vorlesung (Wissensgeneration), wissenschaftliche Übung Lernwerkstatt (Reflexionskompetenz), Projektplanung (Planungskompetenz) und Projektpräsentation (Darstellungs- und Reflexionskompetenz). Zentral ist die Verschränkung von Theorie und Praxis auf thematischer, personeller und zeitlogischer Ebene. Die phasenübergreifende Konzeption mit Beteiligung von Dozierenden verschiedener Phasen der Lehrerbildung, Seminarlehrer/-innen, Lehrkräften und engagierten Studierenden ermöglicht einen fruchtbaren Austausch zwischen Theorie und Praxis. Reflexivität wird als Dreh- und Angelpunkt des Konzepts herausgestellt und sowohl im Plenum als auch im Team der Dozierenden praktiziert. Der Artikel thematisiert auch Grenzen: Gefahr des Methodismus und der Materialschlacht, Notwendigkeit kritischer Materialprüfung, Praxistauglichkeit, sachrichtige theologische Begründung. Systemische Grenzen entstehen durch Bürokratisierung und Verschulung des modularisierten Studiums. Abschließend wird das Konzept als „Geschichte mit Zukunft" charakterisiert, das von Veränderung und Dynamik geprägt ist.

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