Der Artikel argumentiert für ein (praktisch-)theologisches Engagement mit der Fernsehserie "Die Simpsons" im Kontext der Religionspädagogik. Zunächst begründet der Autor, warum ein solcher Zugang lohnenswert ist: Die Serie verfügt über ein großes, über 600 Episoden reichendes Universum mit hoher Halbwertszeit, das sich als Spiegel der realen Welt erweist. Das zentrale Konzept ist die Bestimmung der Simpsons als "korrelativ durchwirkter Begegnungsraum", der sowohl Lebenserfahrungen von Menschen aufgreift als auch christliche Glaubenstraditionen und -erfahrungen kolportiert – teils authentisch, teils transformiert, teils karikiert. Der Autor differenziert zwischen zwei Dimensionen des Spiegelungscharakters: Erstens fungiert die Serie als Spiegel der realen (säkularen) Welt durch ihre bewusste Gestaltung als Abbild der amerikanischen Durchschnittsfamilie und Kleinstadt, ihre Thematisierung realer Probleme und ihre karnevalesk-satirische Verzerrung. Zweitens spiegelt sie die religiöse Welt wider, indem sie Religion auf phänomenologischer Ebene durch religiöse Charaktere, Orte und Vollzüge einspeist, aber auch substanzielle Auseinandersetzungen mit Glaubensfragen ermöglicht. In Bezug auf formale religionsdidaktische Optionen identifiziert der Autor: Das korrelative Potenzial, das es Lernenden ermöglicht, eigene religiöse Deutungen von Welt zu prüfen, ohne deduktive Vereinnahmung; die Funktion der "near fictional heroes", die als authentische, aber nicht vereinnahmende Vorbilder für religiöse Positionierung dienen; und das Verstehen der medialen Lebenswelt, das Lernenden hilft, ihre religiöse Lebenswirklichkeit besser zu deuten. Inhaltlich zeigt der Autor exemplarisch, welche religiösen Themen sich mit Hilfe der Simpsons behandeln lassen: Weihnachten und Kommerzialisierung, interreligiöses Lernen, Ökumene, Gebet, Bibel, Sakramente und Eschatologie. Die Serie bietet dabei überraschende und motivierende Zugänge zu klassischen Themen religiöser Bildung. Abschließend markiert der Autor aber kritisch die Grenzen einer "gelben Religionspädagogik": Erstens muss die praktisch-theologische und religionsdidaktische Arbeit primär auf göttliche Offenbarung und christliche Tradition bezogen bleiben und zu einer Positionierung dazu herausfordern. Zweitens können nicht alle Lernenden gleichermaßen die Faszination für die Simpsons teilen. Aus theologischen und lerntheoretischen Gründen kann es daher keine rein gelbe Religionspädagogik geben, sondern nur eine, die die Simpsons als Medium nutzt, während sie den Fokus auf christliche Glaubensinhalte bewahrt.