Michael Schmirl untersucht in seiner Masterarbeit (Universität Wien) die Bedeutung der Familie als Ort religiösen Lernens. Ausgangspunkt ist die soziologische Beobachtung, dass die Familie sich im Wandel befindet: Alternative Familienformen nehmen zu, während klassische Familiendefinitionen (Ehe von Mann und Frau mit Kindern) die Realität vieler Menschen nicht mehr abbilden. Trotz dieses Wandels kommt der Familie als Ort der Weitergabe von Religion weiterhin zentrale Bedeutung zu. Schmirl analysiert mithilfe einer deskriptiven Literaturanalyse, welche Formen religiösen Lernens die Familie prägen: informelles Lernen durch Rituale und Feste, Vorbild und Identifikation, Gespräche über Glaubensfragen und religiöse Erfahrungen im Alltag. Er bevorzugt den Begriff ‚Erfahrungsraum' statt ‚Lernort', weil Erfahren dem Lernen im familiären Kontext immer vorausgeht. Der Beitrag zeigt Schnittstellen zwischen Familie, Kindergarten, Schule und Gemeinde als religiösen Lernorten auf.