Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten, Fragen nach Geborgenheit, Familie, Gemeinschaft, Menschenwürde, Kinderrechten, Verantwortung, Hoffnung und Zukunft aufzugreifen. Besonders geeignet ist die Mappe für die Grundschule, da sie von konkreten Erfahrungen der Lernenden ausgeht und diese durch Gespräche, Bilder, kreative Gestaltung und handlungsorientierte Aufgaben erschließt. Ein möglicher Einstieg erfolgt über das Kapitel „Mein Zuhause“. Die Lernenden können zunächst überlegen, was Zuhause für sie bedeutet. Dabei sollte der Begriff bewusst nicht auf ein Gebäude reduziert werden. Zuhause kann mit Menschen, Beziehungen, Sicherheit, Geborgenheit, Erinnerungen, vertrauten Orten und Gefühlen verbunden sein. Die Materialien regen ausdrücklich dazu an, unterschiedliche Vorstellungen von Zuhause wahrzunehmen und Toleranz gegenüber verschiedenen Lebensentwürfen zu entwickeln. Religionspädagogisch lässt sich daran die Frage anschließen, was Menschen benötigen, um sich angenommen und geborgen zu fühlen. Eine Verbindung zu biblischen Vorstellungen von Schutz, Gemeinschaft und Gottes Begleitung ist möglich. Geeignet sind beispielsweise Psalmworte über Gott als Zuflucht sowie Erzählungen, in denen Jesus Menschen Gemeinschaft und Anerkennung ermöglicht. Das Kapitel zur Familie eröffnet eine weitere wichtige Perspektive. Die Lernenden setzen sich damit auseinander, wer zu einer Familie gehören kann, welche Aufgaben Menschen füreinander übernehmen und wodurch familiäre Gemeinschaft entsteht. Dabei sollte im Religionsunterricht von einem offenen Familienbegriff ausgegangen werden. Familie kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Sensibilität ist besonders wichtig, da Lernende Erfahrungen mit Trennung, Verlust, Pflegefamilien, wechselnden Bezugspersonen oder anderen belastenden Familiensituationen mitbringen können. Persönliche Erfahrungen sollten deshalb niemals eingefordert werden. Aufgaben können so geöffnet werden, dass Lernende alternativ über erfundene Familien, wichtige Bezugspersonen oder allgemeine Vorstellungen von Gemeinschaft sprechen können. Das Material thematisiert zudem ausdrücklich Kinderrechte und die Verantwortung Erwachsener für Kinder. Dies lässt sich mit dem christlichen Verständnis der Menschenwürde verbinden. Die Lernenden können erarbeiten, dass jedes Kind unabhängig von Herkunft, Lebenssituation oder Familienform wertvoll ist und Anspruch auf Schutz, Fürsorge und Beteiligung besitzt. Besonders handlungsorientiert ist der Themenbereich Zusammenhalt. Die Mappe nutzt kooperative Spiele und symbolische Übungen, um erfahrbar zu machen, dass Gemeinschaft auf gegenseitige Unterstützung angewiesen ist. Im Religionsunterricht kann anschließend reflektiert werden, was eine gute Gemeinschaft auszeichnet. Begriffe wie Vertrauen, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, Verantwortung und Nächstenliebe können gesammelt und mit konkreten Situationen verbunden werden. Eine Brücke zu biblischen Texten bietet das Gebot der Nächstenliebe. Ebenso kann das Bild vom einen Leib und den vielen Gliedern aufgegriffen werden, um zu verdeutlichen, dass Verschiedenheit und Zusammengehörigkeit einander nicht ausschließen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Kapitel zu Zukunftsvorstellungen. Fantasiereisen, Collagen und Ausstellungsformen laden dazu ein, eigene Wünsche und Vorstellungen vom späteren Leben auszudrücken. Im Religionsunterricht kann dies mit den Begriffen Hoffnung und Zukunft verbunden werden. Die Lernenden überlegen, was sie für ein gutes Leben benötigen und was sie anderen Kindern für deren Zukunft wünschen. Besonders wichtig ist schließlich die Arbeit mit den Fotografien und Projektblättern zu Kindern in verschiedenen Ländern. Die Bilder sollten nicht lediglich dazu dienen, Unterschiede zwischen einem vermeintlichen Hier und Anderswo herauszustellen. Vielmehr können Gemeinsamkeiten, individuelle Lebensgeschichten und unterschiedliche gesellschaftliche Bedingungen wahrgenommen werden. Die Lernenden können zunächst beschreiben, was tatsächlich auf einem Foto zu erkennen ist, bevor Vermutungen über das Leben der dargestellten Menschen formuliert werden. Dadurch wird vorschnellen Bewertungen und stereotypen Vorstellungen entgegengewirkt. Die Projektseiten verbinden Fotografien von Wohnräumen und Familien mit geografischer Orientierung und kurzen Informationen zu konkreten Lebenssituationen. Methodisch bietet sich eine Stationenarbeit an, bei der die Bereiche Zuhause, Familie, Zusammenhalt, Kinderrechte und Zukunft nacheinander bearbeitet werden. Alternativ können Gruppen unterschiedliche Themen übernehmen und ihre Ergebnisse anschließend zu einer gemeinsamen Ausstellung unter der Leitfrage „Was brauchen Kinder für ein gutes Leben?“ zusammenführen. Als Abschluss können die Lernenden Wünsche für Kinder weltweit formulieren oder ein gemeinsames Klassenbild gestalten, auf dem sichtbar wird, was nach ihrer Auffassung zu einem guten Zuhause und einem guten Zusammenleben gehört. Damit eignet sich das Medium besonders für einen Religionsunterricht, der von der Lebenswelt der Lernenden ausgeht, Vielfalt anerkennt, Perspektivwechsel ermöglicht und christliche Vorstellungen von Menschenwürde, Nächstenliebe, Gemeinschaft, Verantwortung und Hoffnung erschließt.
Der Einstieg gelingt über einen Austausch über das eigene Zuhause. Dafür wurden Fotos von den Lernenden mitgebracht. Die Lernenden tauschen sich in Partnerarbeit über ihr Zuhause aus. In einem ersten Schritt wird der Begriff zu Hause in einem Unterrichtsgespräch definiert. Angegebene Impulsfragen dazu erleichtern diesen Schritt. Das Leben anderer Kinder auf anderen Kontinenten wird anhand der projizierten oder ausgedruckten Fotos im Material besprochen. Die Ergebnisse werden in einer Mindmap mit dem zentralen Wort „Zuhause“ festgehalten. Eine abschließende Definition des Begriffs zu Hause wird darunter notiert.
In einem weiteren Schritt wird eine Schatzkiste zum Thema zu Hause gestaltet. Ein Schuhkarton wird dabei dekoriert. Impulsfragen erleichtern diese Aufgabe. Als Hausaufgabe werden Dinge gesammelt und in die Schatzkiste gelegt, die das eigene Zuhause symbolisieren oder ausmachen. Eine Beispielliste erleichtert auch hier die Umsetzung.
Der anschließende Schritt besteht in der Gestaltung einer Werbung für das eigene Zuhause. Dazu wird in Kleingruppen aus Zeitschriften und Werbeprospekten ein Werbeplakat als Collage mit Slogan erstellt.
Der nächste Schritt thematisiert die Familie der Lernenden. Als vorbereitende Hausaufgabe bringen die Lernenden Fotos ihrer Familie mit. Diese sind die Grundlage eines Familienbuches. Dazu wird im Unterrichtsgespräch mithilfe von angegebenen Impulsfragen der Begriff „Familie“ definiert. Zudem wird diskutiert, wie Familien weltweit leben. Dazu werden erneut die Bilder des Alltages von Familien weltweit im Material genutzt. Der nachfolgende Schritt behandelt Rollen in der Familie. Mithilfe einer Balkenwaage, gezeichnet oder real werden die Aufgabenverteilungen in der Familie nachgestellt. Aufgaben der Eltern und Kinder werden in die beiden Schalen der Waage gezeichnet oder symbolisch gelegt. Der sich anschließende Block untersucht die Bedeutung von Kooperation zwischen Menschen. Dazu werden Vertrauensspiele durchgeführt.
Es werden Paare gebildet. Die Lehrkraft stellt fest, sie habe eine Kette mitgebracht. Die Lernenden bekommen kommentarlos eine Handvoll Büroklammern. Nun sollen die einzelnen Büroklammern als Elemente einer Kette erkannt werden. Die kognitive Dissonanz und deren Auflösen führt zu einem vertieften Erkennen, wie einzelne zu einer Gruppe zusammenkommen. Dies wird über ein Unterrichtsgespräch entwickelt. Ein Vergleich zwischen der Büroklammerkette und der Klasse wird entwickelt.
Der nächste Schritt soll Vertrauen einüben. Dazu wird ein Hinderniskurs aus Objekten aufgebaut, den ein Kind mit verbundenen Augen durchqueren soll, ohne auf einen Gegenstand zu treten. Dabei steuern die anderen Kinder durch Zuruf seine Bewegungen. Auch das nächste Spiel dient der Vertrauensbildung. Dazu werden Kreise aus ca. acht Lernenden gebildet, die ganz dich zusammenstehen. Ein weiterer Lernender steht in der Mitte spannt alle Muskeln an und kann sich fallen lassen.
Ein weiteres Spiel dient dem gemeinsamen Balancieren eines Wasserbechers auf einem Tischtuch. Nur wenn alle vorsichtig zusammenarbeiten, kann der Becher sicher bewegt werden, ohne etwas zu verschütten. Der letzte Block thematisiert die eigenen Lebensvorstellungen sowie Normen und Werte. Der erste Schritt dazu ist eine Fantasiereise. Die detaillierte Anleitung dazu ist im Material enthalten. Eine Zeitreise führt die Kinder in ihre eigene Zukunft und erfragt das Aussehen der Umgebung. Welchen Wohnort, in welcher Landschaft mit welchen Personen erhoffen sich die Lernenden? Ein Unterrichtsgespräch greift die entstandenen Vorstellungen der Lernenden auf.
Diese Reise bereitet den nächsten Schritt einer Collage zum Thema „so will ich leben vor.“ Ein Unterrichtsgespräch erfragt wie sich die Kinder ihre Zukunft vorstellen im Bezug auf die Fantasiereise mit Ort und Personen. Danach wird aus Magazinen und eventuellen mitgebrachten Fotos von zu Hause eine Collage angefertigt. Alle von den Lernenden bisher produzieren Inhalte können nun als Ausstellung im Klassenraum oder der Aula platziert werden. Eine Anleitung dazu ist ebenfalls im Material enthalten. Im Material folgen nun die fünf Arbeitsblätter zu den vorher dargestellten Blöcken.