Krobath und Lindner berichten über die Evaluation des dialogisch-konfessionellen Religionsunterrichts (dk:RU), der seit 2015/16 in Wiener Schulen verschiedener Typen als Pilotprojekt eingeführt wurde. In diesem Modell kooperieren mehrere Kirchen konfessionell miteinander: ReligionslehrerInnen unterschiedlicher Konfessionen unterrichten gemeinsam oder abwechselnd, um den interkonfessionellen Dialog zu fördern. Die Evaluationsstudie war mehrperspektivisch angelegt und untersuchte Perspektiven von SchülerInnen, Lehrenden und Schulleitungen. Zentrale Ergebnisse: SchülerInnen erleben das Modell überwiegend positiv und berichten von größerem Interesse an religiösen Themen. Lehrende schätzen den kollegialen Austausch, empfinden aber auch die erhöhte Koordinationsleistung als Herausforderung. Strukturell zeigt sich, dass das Konfessionsprinzip des Religionsunterrichts in Wien zunehmend unter Legitimationsdruck gerät, und das dk:RU-Modell eine konstruktive Antwort darauf bieten kann. Die Autoren plädieren für eine Weiterentwicklung des Modells.