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feinschwarzMichael Brinkschröder

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Michael Brinkschröder

Der Rainbow Index of Churches in Europe 2025

Veröffentlichung:1.5.2026

Der "Rainbow Index of Churches in Europe 2025" misst die Inklusivität von 46 europäischen Kirchen gegenüber LGBTI+-Personen und zeigt erhebliche Unterschiede: Protestantische Kirchen schneiden deutlich besser ab als die römisch-katholische Kirche, diese besser als orthodoxe Kirchen – wobei auch innerhalb der katholischen Kirche große regionale Unterschiede bestehen.

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Der „Rainbow Index of Churches in Europe 2025" (RICE 2025) untersucht systematisch, wie inklusiv 46 Kirchen in 26 europäischen Ländern gegenüber LGBTI+-Personen sind. Die vom European Forum of LGBTI+ Christian Groups in Auftrag gegebene Studie wurde von einem internationalen und multikonfessionellen Team entwickelt und basiert auf einer theologischen Grundannahme: Jesu Praxis der radikalen Gastfreundschaft und Tischgemeinschaft mit Marginalisierten soll als Maßstab für die heutige Inklusion von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten dienen. Das Messinstrument umfasst 52 Indikatoren, die in vier Kategorien eingeteilt sind – „Institutionelle Gleichberechtigung und Nicht-Diskriminierung", „Kirchliche Praktiken", „Sprache, Reden und Symbole" sowie „Öffentliche Stellungnahmen" – und erfassen somit Lehre, Tradition, Kirchenrecht, kirchliche Leitlinien und gesellschaftspolitische Positionen. Die Ergebnisse offenbaren ein klares konfessionelles Gefälle: Protestantische Kirchen erzielen im Durchschnitt die höchsten Werte, angeführt von der schwedischen lutherischen Kirche (93%) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (85%). Die römisch-katholische Kirche rangiert im Mittelfeld, während orthodoxe Kirchen deutlich niedriger abschneiden – mit Ausnahme der Orthodoxen Kirche in Finnland (36%). Besonders auffällig ist die enorme Bandbreite innerhalb der römisch-katholischen Kirche selbst: Während Deutschland mit 72% führt, erreicht die Slowakei nur 5%. Laut Autorin Regina Elsner lassen sich diese Unterschiede durch das hohe Potential von Ambiguitäten innerhalb der katholischen Theologie erklären. Die strikte katholische Morallehre werde durch kontextsensible pastorale Ansätze interpretiert und implementiert, wobei dies unmittelbar mit dem pastoralen Programm von Papst Franziskus zusammenhänge. Kleine spezialisierte Kirchen wie die Metropolitan Community Church fungieren dabei vielfach als „Asylkirchen" für queere Menschen, die in etablierten Kirchen keine Heimat finden.

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