RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
feinschwarzMargit Eckholt

feinschwarz,

Margit Eckholt

Eine „Frauensynode“ einberufen? – ein Vorschlag der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika

Veröffentlichung:1.5.2026

Die Päpstliche Kommission für Lateinamerika fordert in ihrem Abschlussdokument von 2018 einen Bewusstseinswandel bezüglich der Rolle von Frauen in Kirche und Gesellschaft und schlägt eine Bischofssynode zum Thema vor.

Products

Die Päpstliche Kommission für Lateinamerika hat sich 2018 erstmals ausführlich mit der Frauenfrage in Kirche und Gesellschaft befasst. Papst Franziskus hatte bereits in „Evangelii Gaudium" die Bedeutung von Frauen beim Aufbau von Gesellschaft und Kirche hervorgehoben und eine stärkere Frauenförderung gefordert. Zur Tagung wurden 14 Fachfrauen aus verschiedenen kirchlichen, gesellschaftlichen und akademischen Bereichen Lateinamerikas eingeladen. Das Abschlussdokument würdigt den Epochenwandel der letzten 50 Jahre und den gestiegenen öffentlichen Protagonismus von Frauen. Es behandelt die Frauenfrage als „Zeichen der Zeit" und fordert, die Geschichte Lateinamerikas neu zu schreiben, um die Frauen sichtbar zu machen, die in Bildung und Sozialarbeit Verantwortung übernommen haben. Gleichzeitig werden Diskriminierung, Marginalisierung und die zunehmende Gewalt gegen Frauen als Herausforderungen benannt, die durch „machistische Mentalität" bedingt sind. Das Dokument diagnostiziert die „Abwesenheit von Frauen in Entscheidungsgremien" als „ekklesiologische Lücke" und negativen Effekt einer klerikalen und machistischen Konzeption. Es fordert einen Bewusstseinswandel und eine verbesserte theologische, professionelle Ausbildung von Frauen, damit sie auf Augenhöhe mit männlichen Kollegen arbeiten können. Bemerkenswert ist der Vorschlag, eine Bischofssynode zum Thema „Die Frau im Leben und in der Mission der Kirche" durchzuführen – ein wichtiges Signal 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Der Text unterstreicht die unterschiedlichen Ausgangssituationen zwischen Ländern des Nordens und Südens, wo Frauen mit grundlegenden Problemen wie Bildungszugang, Einkommensungleichheit und häuslicher Gewalt kämpfen.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.