In den Texten zur Vorbereitung der Bischofssynode zur Familie 2015 klaffte in der Fundierung der christlichen Sicht auf die Familie eine heilsgeschichtliche und theologische Lücke zwischen der Schöpfung und dem Erscheinen Christi. Dieser Aufsatz plädiert dafür, die Entstehung des Gottesvolkes im AT aus der natürlichen Familie und „gegen“ sie in die Auseinandersetzung einzubeziehen. Das Gottesvolk als neue Familie, als Familie Gottes, ist der primäre soteriologische Ort in der Welt; sie bietet der menschlichen und gläubigen Familie die Verankerung in der Heils- und Glaubensgeschichte. Auch Jesu Verhältnis zur Familie und zu seinen Jüngern priorisiert die auf Glauben und gläubigem Tun gründende Gemeinschaft als Primärsubjekt des Evangeliums.