Der Artikel behandelt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als ein normatives UN-Bildungskonzept, das auf die Überwindung nicht-nachhaltiger Wirtschafts- und Lebensweisen abzielt. BNE wurde durch die Agenda 21 (Rio 1992) initiiert und 2015 als SDG 4.7 in die UN Agenda 2030 aufgenommen. International wurde BNE durch die UN-Weltdekade (2005-2014) und das UNESCO-Weltaktionsprogramm (2015-2019) vorangetrieben, während Deutschland durch Programme wie BLK 21 und Transfer 21 sowie den Nationalen Aktionsplan BNE BNE umsetzte. Der Artikel differenziert zwischen verschiedenen BNE-Konzeptionen: BNE1 (haltungsorientiert) versus BNE2 (kompetenzorientiert) sowie BNEa (ökologischer Fokus) versus BNEb (breites Themenspektrum). Das in Deutschland prominente Konzept der Gestaltungskompetenz wird als BNE2a klassifiziert. Der wissenschaftliche Hintergrund basiert auf der Erkenntnis, dass planetare ökologische Grenzen in mehreren Bereichen überschritten sind, besonders beim Artensterben und Stickstoffkreislauf. Nachhaltigkeit wird als sozialethisches Prinzip verstanden, das auf einer ökologischen Basis aufbaut und Partizipation erfordert. Das Konzept ist anthropozentrisch, gewinnt aber seine Kraft aus der Notwendigkeit, die ökologische Lebensgrundlage zu bewahren. BNE integriert Elemente des Globalen Lernens und der Menschenrechtspädagogik und wird in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich intensiv in Schulgesetzgebung und Lehrpläne aufgenommen.