Der Artikel behandelt Glaubenskurse als zeitlich begrenzte und inhaltlich strukturierte Kursformate, die primär Erwachsene an zentrale christliche Inhalte heranführen und eine persönliche Gottesbeziehung ermöglichen sollen. Dabei wird ein fundamentaler Unterschied betont: Der Glaube ist ein Geschenk Gottes und nicht unmittelbar lernbar, jedoch können Glaubenskurse Räume schaffen, in denen Glaube leichter wächst. Historisch werden Glaubenskurse in die Tradition des Katechumenats der Alten Kirche eingeordnet, das einen Prozess der Glaubenswandlung und Bekehrung als Initiationsprozess verstand. Mit der Etablierung der Säuglingstaufe und der Christianisierung des Römischen Reiches verfiel diese Praxis jedoch. Im Mittelalter ersetzten Predigt, Beichte und später Katechismen die Erwachsenenkatechese, wobei diese primär Kinder erreichte. Ein Neuaufbruch erfolgte im 20. Jahrhundert, als die Volkskirche zu schwinden begann und das Zweite Vatikanische Konzil die Erneuerung des Erwachsenenkatechumenats anstieß. Das evangelische Projekt Erwachsen glauben und die damit verbundene Online-Plattform stellen einen zeitgenössischen Markstein dar. Der Artikel ordnet Glaubenskurse in die kirchliche Erwachsenenbildung ein und betont, dass kirchliche Dokumente seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil Erwachsene als primäre Zielgruppe der Katechese hervorheben, im Licht deren alle anderen Formen der Katechese zu betrachten sind.