Die Lehrkräftebildung für Islamische Religionslehre ist ein junges Phänomen im bundesdeutschen Bildungssystem, das erst seit 2012/13 an Hochschulen institutionalisiert ist. Der Artikel diskutiert terminologische Unklarheiten bei der Berufsbezeichnung und zeigt auf, dass islamische Religionslehrkräfte an etwa zwölf Hochschulstandorten in Bachelor- und Masterstudiengängen ausgebildet werden. Neben der grundständigen Ausbildung existieren Wege über Seiteneinstieg und Weiterqualifizierung, wobei der Seiteneinstieg zwar zur Unterrichtsversorgung notwendig ist, aber mit Professionalisierungsansprüchen in Konflikt gerät. Zentrale Defizite bestehen in der fehlenden Formulierung bildungswissenschaftlicher Qualitätsstandards durch die Kultusministerkonferenz sowie in fehlenden Positionspapieren islamischer Dachverbände zu erforderlichen Handlungskompetenzen. Der empirische Forschungsstand zur Professionalisierung islamischer Religionslehrkräfte ist deutlich geringer als in der christlichen Religionspädagogik. Bisherige quantitative Studien zeigen, dass das Fach überwiegend von weiblichen Studierenden mit Migrationshintergrund und hoher Religiosität gewählt wird, die sich als Erstgenerationsstudierende besonderen Herausforderungen gegenübersehen. Der Artikel verdeutlicht die Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung und wissenschaftlicher Standards zur Professionalisierung dieser noch jungen Berufsgruppe.