Der WiReLex-Artikel von Thomas Schlag beleuchtet Rassismus als ein in der gegenwärtigen Gesellschaft massiv präsentes Phänomen, das mit Populismus und rechtsgerichteten Bewegungen eng verwoben ist. Nach einer Analyse historischer und aktueller Manifestationen von Rassismus in Politik, Medien und Alltag wird deutlich, dass Rassismus sowohl offen als auch subtil und strukturell in Bildungsinstitutionen, am Arbeitsplatz und in der Zivilgesellschaft wirkt. Schlag betont, dass Rassismus eine Wahrnehmungs-, Urteils- und Handlungsweise ist, die Andere aufgrund biologistischer oder kultureller Kategorisierungen als minderwertig darstellt. Der Artikel würdigt zivilgesellschaftliche Gegenbewegungen wie die Kampagne gegen Rassismus der UEFA und die Initiative Schule ohne Rassismus, erklärt aber zugleich die Schwierigkeit ihrer Integration in schulische Bildung. Die zentrale pädagogische Problematik besteht darin, dass die Thematisierung von Rassismus im Religionsunterricht klassische didaktische Prinzipien wie das Überwältigungsverbot und das Kontroversiebot zu gefährden droht. Schlag argumentiert, dass der Religionsunterricht einen spezifischen Beitrag zu einer menschenrechtsorientierten Bildung leisten kann, muss dazu aber seine integrierten Positionen innerhalb der Gesamtallgemeinbildung klären und bewusst reflektieren.