Der Artikel dokumentiert die Entstehung und Entwicklung der Weltjugendtage seit den 1980er Jahren, ausgehend von Paul Josef Cordes' Initiative zur Gründung des Centro Internazionale San Lorenzo in Rom. Nach erfolgreichen ersten Jugendtreffen 1984 verkündete Papst Johannes Paul II. die jährliche Fortsetzung auf nationaler und internationaler Ebene. Die internationalen Weltjugendtage finden im Abstand von zwei bis drei Jahren statt und sind charakterisiert durch ihre Ausrichtung auf authentischen Dialog, öffentliche Glaubensbekenntnisse und das Symbol des Weltjugendtagskreuzes. Ein wesentlicher Bestandteil ist das Pilgern mit Elementen von Aufbruch, Ankunft und Wanderung, ergänzt durch eine Vorbereitungszeit auf lokaler Ebene. Seit 1997 gehören die Tage der Begegnung zum Programm, bei denen internationale Pilger mit lokalen Gemeinden zusammentreffen. Der zeitliche Ablauf umfasst Eröffnungsgottesdienste, Katechesen, Kreuzwegandachten und den Abschlussgottesdienst, wobei jeweils ein neutestamentliches Motto die didaktische Grundlage bildet. Kritisch wird angemerkt, dass die Katechesen einem engen, instruktionstheoretischen Missionsverständnis entsprechen, das der ursprünglichen Konzeption widerspricht. Die Atmosphäre und die Auftritte des Papstes prägen das Event stärker als einzelne Programmpunkte. Während Befürworter spirituelle Erneuerung und die Entwicklung religiöser Identität erwarten, warnen Kritiker vor einer Eventisierung der Jugendpastoral und hinterfragen die langfristigen Effekte solcher Großveranstaltungen auf das Glaubensleben junger Menschen.