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Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH

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Von Gott Umkehr lernen – nach dem Hoseabuch

Veröffentlichung:1.1.2019

Das Medium „Von Gott Umkehr lernen, nach dem Hoseabuch“ von Anneliese Hecht erschließt das Buch Hosea unter der zentralen Frage, was Umkehr bedeutet und wie Veränderung angesichts von Schuld, ungerechten Strukturen und schädigendem Verhalten möglich werden kann. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Schuld häufig verharmlost, verdrängt oder anderen zugeschoben wird. Hosea kritisiert im Namen Gottes sowohl die religiöse und politische Führung als auch das Volk Israel und fordert dazu auf, schädliches Verhalten zu erkennen und zu verändern. Besonders problematisch ist für den Propheten der Widerspruch zwischen einem prächtigen Kult und einer Lebenspraxis, in der Mitmenschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit vernachlässigt werden. Umkehr setzt deshalb die ehrliche Erkenntnis des eigenen Fehlverhaltens und den Willen zur Veränderung voraus. Eine besondere Bedeutung erhält im Medium der Zorn Gottes. Dieser wird nicht als Gleichgültigkeit oder bloße Vergeltung verstanden, sondern als Ausdruck leidenschaftlicher Anteilnahme. Gottes Gericht soll Menschen mit den Folgen ihres Handelns konfrontieren und eine Wandlung ermöglichen. Im weiteren Verlauf richtet sich der Blick auf die Spannung zwischen Zorn und Liebe in Gott. An Hosea 11 und Hosea 14 wird gezeigt, dass Gottes Liebe schließlich stärker ist als sein Zorn. Gott hält an Israel fest, schenkt Vergebung und eröffnet einen neuen Anfang. Diese Bewegung Gottes wird zum Vorbild menschlicher Umkehr. Liebe, Großzügigkeit, der Verzicht auf das Aufrechnen von Schuld, die Bereitschaft zum ersten Schritt und die Veränderung des eigenen Verhaltens werden als Wege zu Versöhnung und neuem Leben beschrieben. Das Medium verbindet damit die prophetische Botschaft Hoseas mit grundlegenden Fragen nach Schuld, Verantwortung, Gerechtigkeit, Strafe, Vergebung, Versöhnung, Liebe und Veränderung.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur vertieften Beschäftigung mit Umkehr, Schuld, Verantwortung, Gottesbildern, Gerechtigkeit und Versöhnung. Ein geeigneter Einstieg besteht darin, alltägliche Aussagen zur Rechtfertigung problematischen Handelns zu sammeln, beispielsweise die Behauptung, andere würden sich noch schlimmer verhalten oder eine bestimmte Handlung sei doch gar nicht so schlimm. Solche Aussagen können anhand erfundener Situationen untersucht werden, sodass Lernende nicht über eigenes Fehlverhalten sprechen müssen. Anschließend kann gefragt werden, welche Folgen entstehen, wenn niemand bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Damit wird unmittelbar eine zentrale Aussage des Mediums erschlossen: Das Verdrängen, Verharmlosen und Abschieben von Schuld kann schädigende Strukturen aufrechterhalten. In einem zweiten Schritt sollte der historische und religiöse Hintergrund Hoseas erarbeitet werden. Die Lernenden untersuchen, warum Hosea den Gegensatz zwischen Gottesdienst und sozialem Verhalten kritisiert. Besonders geeignet ist die Gegenüberstellung zweier Bereiche auf einem Plakat. Auf einer Seite werden religiöse Handlungen gesammelt, auf der anderen Seite Handlungen gegenüber Mitmenschen. Anschließend wird diskutiert, warum für Hosea Gottesverehrung und gerechtes Verhalten nicht voneinander getrennt werden können. Die Kritik an den Verantwortlichen kann dabei auf die Frage nach Macht und Verantwortung ausgeweitet werden. Das Medium beschreibt, wie Menschen ihre Stellung und sogar religiöse Regeln für eigene Interessen nutzen und dadurch Benachteiligten Recht vorenthalten. Für ältere Lernende bietet sich hier ein Gegenwartsbezug an. Sie können untersuchen, woran glaubwürdiges religiöses Handeln heute erkennbar sein könnte und wann ein Widerspruch zwischen religiösen Überzeugungen und tatsächlichem Verhalten entsteht. Besonders anspruchsvoll ist die Beschäftigung mit Gottes Zorn und Strafe. Diese Vorstellungen sollten nicht isoliert vermittelt werden. Die Lernenden können zunächst Assoziationen zu einem zornigen Gott sammeln und anschließend mit der Deutung des Mediums vergleichen. Dort erscheint Gottes Zorn als Zeichen dafür, dass Gott Unrecht nicht gleichgültig hinnimmt und Täter zur Veränderung bewegen will. Daraus kann eine Diskussion entstehen, ob Gerechtigkeit ohne Konsequenzen denkbar ist und worin der Unterschied zwischen Strafe als Vergeltung und Konsequenzen mit dem Ziel der Veränderung besteht. Eine weitere Unterrichtsphase sollte Hosea 11,8 bis 9 gewidmet werden. Die Lernenden können herausarbeiten, welche gegensätzlichen Bewegungen im Gottesbild sichtbar werden. Zorn und Liebe, Strafe und Vergebung, Gerechtigkeit und Erbarmen stehen zunächst in Spannung zueinander. Schließlich setzt sich die Liebe durch. Methodisch kann diese Spannung durch eine Gegenüberstellung von Begriffskarten sichtbar gemacht werden. Die Lernenden ordnen Aussagen aus dem Text den Bereichen Zorn, Gerechtigkeit, Liebe, Erbarmen und Vergebung zu und untersuchen anschließend, wie sich Gottes Haltung verändert. Dadurch lässt sich auch die ungewöhnliche Vorstellung thematisieren, dass in der Darstellung Hoseas selbst Gott eine Form von Umkehr vollzieht. Diese Aussage eröffnet eine anspruchsvolle theologische Diskussion: Wenn Gott in biblischen Texten als lebendig und beziehungsfähig beschrieben wird, was bedeutet es dann, dass Gott auf Menschen reagiert? Für eine kreative Vertiefung können die Lernenden den Weg der Umkehr als Kreis oder Spirale gestalten. Ausgangspunkte können Schuld und schädigendes Verhalten sein. Weitere Stationen sind Erkenntnis, Verantwortung, Veränderungsbereitschaft, erster Schritt, Großzügigkeit, Liebe, Versöhnung und neuer Anfang. Besonders hilfreich sind dabei die abschließenden Impulse des Mediums. Sie fordern dazu auf, sich an der Liebe zu orientieren, selbst den ersten Schritt zu tun, großzügig zu handeln, nicht ständig aufzurechnen, das Wohl anderer zu berücksichtigen und vor allem das eigene Verhalten zu verändern. Diese Impulse können auf Gruppen verteilt und anhand fiktiver Konfliktsituationen erprobt werden. Die Lernenden überlegen jeweils, wie eine konkrete Umsetzung aussehen könnte und wo Grenzen einer solchen Haltung liegen. Dabei ist eine wichtige Differenzierung notwendig: Die Aufforderung zum ersten Schritt oder zur Versöhnung darf nicht so verstanden werden, dass Menschen Gewalt, Missbrauch oder fortgesetztes Unrecht hinnehmen müssen. Vergebung, Versöhnung und Wiederherstellung einer Beziehung sind voneinander zu unterscheiden. Gerade dadurch kann das Medium zu einer differenzierten ethischen Urteilsbildung beitragen. Abschließend können die Lernenden einen Satz formulieren, der für sie das Verständnis von Umkehr im Hoseabuch zusammenfasst. So wird Umkehr nicht lediglich als religiöser Begriff verstanden, sondern als Prozess des Erkennens, Übernehmens von Verantwortung und tatsächlichen Veränderns des eigenen Handelns. Das Medium ermöglicht damit eine Verbindung von Bibelarbeit, prophetischer Sozialkritik, Gotteslehre und ethischem Lernen und zeigt, dass die Botschaft Hoseas Umkehr nicht bei Schuld und Strafe enden lässt, sondern auf Heilung, Gerechtigkeit, Liebe und neues Leben ausrichtet.

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