Didaktisch eignet sich das Medium besonders für Unterrichtseinheiten zu Gottesvorstellungen, Gottesbildern, Prophetie, Liebe, Vergebung, Schuld, Gnade und der Frage nach einer angemessenen Sprache für Gott. Ein besonders geeigneter Einstieg besteht darin, die Lernenden zunächst unabhängig vom Hoseatext eigene Wörter für Gott sammeln zu lassen. An der Tafel oder auf Wortkarten können Begriffe wie Liebe, Licht, Kraft, Mutter, Vater, Freund, Quelle, Geheimnis, Nähe oder Leben gesammelt werden. Genau einen solchen Zugang dokumentiert das Medium in einem Erfahrungsbericht aus dem Religionsunterricht. Dort entstehen personale Vergleiche, Naturbilder, abstrakte Begriffe und sogar gegensätzliche Vorstellungen. Entscheidend ist die anschließende Erkenntnis, dass diese Wörter Erfahrungen und Vorstellungen von Gott ausdrücken, aber keines von ihnen Gott vollständig beschreibt. Diese Einsicht bietet eine wichtige Grundlage religiöser Sprachbildung. Die Lernenden können erkennen, dass religiöse Sprache häufig metaphorisch und bildhaft ist und dass Menschen von Gott nur in Annäherungen sprechen können. Anschließend kann Hosea 11 erschlossen werden. Für jüngere Lernende bietet sich die im Medium enthaltene vereinfachte Fassung an. Sie konzentriert sich auf Gottes Fürsorge für Israel, die Abwendung des Volkes und schließlich auf die Liebe Gottes, die stärker ist als sein Zorn. Nach dem Lesen können die Lernenden alle Aussagen markieren, die etwas darüber erzählen, wie Gott handelt. Die gefundenen Tätigkeiten werden gesammelt und anschließend bestimmten Gottesbildern zugeordnet. So kann sichtbar werden, dass Gott in Hosea nicht nur mit traditionell männlichen Vorstellungen beschrieben wird, sondern auch mütterliche Eigenschaften erhält. Eine weiterführende Leitfrage lautet deshalb: Warum braucht der Mensch viele Bilder, um von Gott zu sprechen? Hier bietet das Medium eine theologisch wichtige Orientierung. Jedes Gottesbild ist begrenzt und stellt lediglich eine Facette dar. Verschiedene Bilder sollen daher nicht gegeneinander ausgespielt, sondern miteinander betrachtet werden. Diese Einsicht kann kreativ vertieft werden, indem die Lernenden ein eigenes Gottesbild gestalten und anschließend erklären, welche Erfahrung oder Vorstellung darin zum Ausdruck kommt. Dabei sollte deutlich bleiben, dass die Aufgabe nicht darin besteht, Gott selbst abzubilden, sondern eine Vorstellung oder Erfahrung mit Hilfe eines Symbols auszudrücken. Ebenso geeignet ist eine Bildkartei. Begriffe wie Quelle, Sonne, Meer, Mutter, Vater, Freund, Liebe, Geheimnis, Licht, Dunkelheit, Ruhe und Bewegung können Bildern zugeordnet werden. Die Lernenden wählen anschließend ein Bild aus, das ihrer gegenwärtigen Vorstellung von Gott besonders nahekommt, und begründen ihre Entscheidung. Persönliche Äußerungen sollten dabei immer freiwillig bleiben. Einen stärker körperbezogenen Zugang bietet die Meditation des Mediums. Dabei erfahren die Lernenden den Boden als etwas, das trägt, hält und Sicherheit vermittelt. Diese körperliche Erfahrung wird anschließend mit der Vorstellung eines tragenden und fürsorglichen Gottes verbunden. Eine solche Meditation benötigt eine ruhige Atmosphäre und sollte als freiwilliges Angebot gestaltet werden. Lernende, die nicht liegen oder die Augen schließen möchten, können sitzend teilnehmen. Für ältere Lernende bietet sich zusätzlich eine kritische Untersuchung religiöser Sprache an. Sie können männliche, weibliche, personale und nicht personale Gottesbilder miteinander vergleichen und überlegen, welche Chancen und Grenzen die jeweiligen Vorstellungen besitzen. Besonders ergiebig ist die Frage, welche Gottesbilder durch persönliche Erfahrungen, Familie, Kirche, Kunst, Gebete und biblische Texte geprägt werden. Dadurch wird deutlich, dass Gottesvorstellungen nicht unveränderlich sind, sondern sich im Verlauf des Lebens entwickeln können. Das Medium weist selbst darauf hin, dass Menschen Gott je nach ihren Erfahrungen unterschiedlich benennen und dass kein einzelner Name als einzig richtige Beschreibung gelten kann. Für die Vertiefung von Liebe und Vergebung kann Hosea 11 mit Lukas 15 verbunden werden. Das Material schlägt vor, Bilder für Gott und Bilder für das Verlorene zu suchen und den Prozess von Zusammengehörigkeit, Trennung, Suche und erneutem Zusammengehören gestalterisch oder szenisch darzustellen. Dadurch können Lernende Gemeinsamkeiten zwischen dem Gottesbild Hoseas und den neutestamentlichen Gleichnissen entdecken. Eine abschließende Sicherung kann als wachsendes Wortfeld gestaltet werden. Die Lernenden ergänzen ihre zu Beginn gesammelten Wörter für Gott um neue Begriffe und Bilder aus Hosea 11. Danach vergleichen sie ihre erste und ihre zweite Sammlung und formulieren, welche Vorstellungen neu hinzugekommen sind. Auf diese Weise entspricht der Lernweg unmittelbar dem Titel des Mediums: Die Lernenden finden gemeinsam mit Hosea neue Wörter über Gott und entwickeln zugleich die Fähigkeit, Gottesbilder wahrzunehmen, zu vergleichen, zu hinterfragen und als Ausdruck menschlicher Gotteserfahrungen zu verstehen.