Was wäre die Welt ohne Lehrer:innen? Meine Kinder würden antworten: Ein Paradies! Als Erwachsener schmunzelt man über so eine Antwort und denkt sich: Ach ja, kann ich verstehen, ist aber leider etwas kurzfristig gedacht. Vielleicht machen wir es uns damit aber zu einfach. Denn schließlich heißt es ja auch: Kindermund tut Wahrheit kund! Das heutige Evangelium will sicher nicht den Lehrer:innen-Beruf abschaffen. Liest man die Zeilen genau, dann fällt ein kleiner, aber doch entscheidender Unterschied auf: Es heißt dort: Niemand soll sich Rabbi, Meister, Vater oder Lehrer NENNEN lassen. Hier geht es um Anspruchsdenken, Status, Rang und Titel. Angeprangert wird eine Haltung, die auf oben und unten besteht.
Das Video stellt eine Lehrrede Jesu aus dem Matthäusevangelium in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt ist die provokante Aussage, dass sich niemand Lehrer oder Meister nennen lassen soll. Der Beitrag deutet diese Worte nicht als Kritik am Beruf des Lehrens, sondern als Kritik an Machtstrukturen, Hierarchien und einem Denken in oben und unten. Stattdessen wird ein Verständnis von Lehren entfaltet, das sich an Dialog, Beziehung und gegenseitigem Lernen orientiert. Dabei werden auch Bezüge zu philosophischen Denkern wie Sokrates und Immanuel Kant hergestellt, um ein modernes Bildungsverständnis zu verdeutlichen. Im Zentrum steht die christliche Botschaft der Liebe, die sich nicht in Autorität erschöpft, sondern im Miteinander verwirklicht.