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Wer ist arm? - Aktionsheft

Veröffentlichung:8.7.2025

Das Medium „Wer ist arm? Das Aktionsheft für junge Menschen“ der youngcaritas richtet sich an Jugendliche und setzt sich umfassend mit unterschiedlichen Erscheinungsformen von Armut auseinander. Anhand lebensnaher Beispiele, persönlicher Geschichten und anschaulicher Grafiken wird deutlich, dass Armut weit mehr bedeutet als fehlendes Geld. Das Heft behandelt Themen wie Wohnungslosigkeit, Straßenkinder, versteckte Armut, Armut trotz Erwerbstätigkeit, Bildungsungleichheit, Verschuldung sowie weltweite Armut. Gleichzeitig werden Hilfsangebote der Caritas vorgestellt und zahlreiche Möglichkeiten aufgezeigt, wie junge Menschen selbst aktiv werden und sich gegen Armut engagieren können. Das Medium macht deutlich, dass Armut vielfältige Ursachen hat und soziale Ausgrenzung, mangelnde Bildungschancen und fehlende gesellschaftliche Teilhabe eng miteinander verbunden sind.

Das Aktionsheft „Armut“ von youngcaritas Deutschland richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren und bietet eine umfangreiche, vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Thema Armut – sowohl auf nationaler als auch globaler Ebene. In vielfältigen Artikeln, Interviews, Berichten und Aktionsvorschlägen werden verschiedene Erscheinungsformen von Armut aufgezeigt: von Wohnungslosigkeit und versteckter Armut in Deutschland über Kinderarmut und Bildungsungerechtigkeit bis hin zu weltweiten Perspektiven in Ländern wie Indien, Niger oder Bosnien.

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Das Aktionsheft eignet sich in besonderer Weise für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und lässt sich mit den Themen Menschenwürde, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Solidarität, Diakonie, Caritas sowie Verantwortung für den Mitmenschen verbinden. Das Medium bietet zahlreiche authentische Fallbeispiele, die einen emotionalen Zugang ermöglichen und stereotype Vorstellungen über Armut hinterfragen. Die Lernenden können zunächst eigene Vorstellungen von Armut sammeln und anschließend die verschiedenen Formen sichtbarer und versteckter Armut anhand der Beispiele analysieren. Besonders geeignet sind Gruppenarbeiten, in denen unterschiedliche Kapitel des Heftes bearbeitet und anschließend vorgestellt werden. Ebenso können die Lernenden Ursachen und Folgen von Armut in Form von Schaubildern oder Mindmaps darstellen und Möglichkeiten gesellschaftlicher Unterstützung entwickeln. Die vorgeschlagenen Aktionen des Heftes bieten zahlreiche Anregungen für handlungsorientierten Unterricht, beispielsweise Begegnungen mit sozialen Einrichtungen, Interviews, Spendenaktionen oder Projekte zur Sensibilisierung der Schulgemeinschaft. Darüber hinaus lassen sich biblische Texte wie das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, die Seligpreisungen oder die prophetischen Forderungen nach Gerechtigkeit mit den dargestellten Lebenssituationen verbinden. Das Medium fördert Empathie, Perspektivwechsel und soziale Verantwortung und regt die Lernenden dazu an, eigene Handlungsmöglichkeiten gegen Armut zu entdecken. Es eignet sich ebenso für fächerübergreifendes Arbeiten mit Politik, Sozialwissenschaften oder Ethik und unterstützt die Entwicklung von Urteilsfähigkeit sowie gesellschaftlichem Engagement.

Im Zentrum steht die Erfahrung, dass Armut mehr ist als materielle Bedürftigkeit. Das Heft macht deutlich: Armut bedeutet oft auch ein Mangel an Teilhabe, an Bildung, an Beziehung oder Perspektive. Die jungen Leser:innen werden ermutigt, das Phänomen Armut nicht nur zu verstehen, sondern auch aktiv dagegen vorzugehen – im Rahmen von Projekten, Aktionen oder schulischen Initiativen.

Für den katholischen Religionsunterricht bietet das Aktionsheft einen hervorragenden Zugang zu den Themen soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde, Verantwortung und Solidarität – allesamt Grundpfeiler der christlichen Ethik und der katholischen Soziallehre. Durch lebensnahe Erzählungen, Rollenspiele, Reflexionsanlässe und konkrete Aktionsideen fördert es Empathie, Urteilsvermögen und Handlungskompetenz. Die Verbindung von Information, Emotion und Partizipation entspricht einem ganzheitlichen didaktischen Ansatz und unterstützt eine werteorientierte religiöse Bildung.

Das Heft eignet sich sowohl für projektorientierten Unterricht als auch für einzelne Unterrichtseinheiten zu sozialethischen Fragen. Es lässt sich hervorragend mit Bibelstellen (z. B. Mt 25,31–46; Lk 10,25–37) oder caritativen Lernorten und Aktionen verbinden. Auch der Transfer in den Alltag – z. B. durch Kooperation mit lokalen Einrichtungen oder Schulaktionen – ist ausdrücklich erwünscht und durch Tipps und Materialien gut vorbereitet.

Materialien und Unterrichtsideen


Gemeinsam anpacken

Die Lernenden nehmen Kontakt zu einer Einrichtung für wohnungslose Menschen oder zu Streetworkern auf. Gemeinsam mit Betroffenen planen und gestalten sie eine soziale Aktion, beispielsweise ein gemeinsames Kochen, Backen oder ein Nachbarschaftsprojekt. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen.


Straßenzeitung trifft Schülerzeitung

Die Lernenden kooperieren mit einer Straßenzeitung. Sie führen Gespräche mit Redakteuren oder Verkäufern, verfassen gemeinsame Artikel oder gestalten eine gemeinsame Ausgabe. Dabei lernen sie unterschiedliche Lebensrealitäten kennen und setzen sich journalistisch mit dem Thema Armut auseinander.


Jeder ist seines Glückes Schmied

Dieses Diskussionsmaterial greift verbreitete Vorurteile gegenüber wohnungslosen Menschen auf. Die Lernenden setzen sich mit unterschiedlichen Positionen auseinander, begründen ihre Meinung und reflektieren gesellschaftliche Ursachen von Armut. Dadurch werden Urteilsfähigkeit und Perspektivwechsel gefördert.


Schwarzer Peter

In einem Rollenspiel übernehmen die Lernenden verschiedene gesellschaftliche Rollen, beispielsweise Arbeitslose, Arbeitgeber, Politik, Sozialarbeit oder Gesundheitswesen. Gemeinsam analysieren sie, welche Faktoren Wohnungslosigkeit begünstigen und wie Verantwortung verteilt ist. Das Spiel verdeutlicht die Vielschichtigkeit sozialer Probleme.


Armutsdetektive

Die Lernenden untersuchen Armut in ihrem eigenen Lebensumfeld. Sie führen Interviews, fotografieren Orte oder recherchieren soziale Einrichtungen in ihrer Stadt. Anschließend präsentieren sie ihre Ergebnisse und diskutieren Möglichkeiten, wie Armut sichtbar gemacht und bekämpft werden kann.


Lautstark! Song Contest gegen Armut

Die Lernenden entwickeln eigene Lieder, Texte oder musikalische Beiträge zum Thema Armut. Diese können im Rahmen eines schulischen Wettbewerbs oder einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert werden. Das Projekt verbindet kreative Gestaltung mit gesellschaftlichem Engagement.


Die schwächste Maus

Dieses Unterrichtsspiel macht soziale Ausgrenzung erfahrbar. Die Lernenden erleben spielerisch die Dynamik von Stärke und Schwäche innerhalb einer Gruppe. Anschließend reflektieren sie ihre Erfahrungen und übertragen diese auf Situationen von Benachteiligung und Armut im Alltag.


Unsichtbare Armut

Die Lernenden beschäftigen sich mit Formen von Armut, die im Alltag häufig nicht erkennbar sind. Anhand von Fallbeispielen analysieren sie Ursachen, Folgen und Möglichkeiten gesellschaftlicher Unterstützung. Ziel ist die Sensibilisierung für versteckte Benachteiligungen.


Pädagogischer Schwerpunkt


Alle Materialien verfolgen einen handlungsorientierten Ansatz. Die Lernenden erwerben Sachwissen über Armut, entwickeln Empathie für betroffene Menschen, hinterfragen Vorurteile und setzen sich mit Möglichkeiten gesellschaftlicher Verantwortung auseinander. Gleichzeitig werden soziale Kompetenzen, Urteilsfähigkeit, Teamarbeit, Kommunikationsfähigkeit und demokratisches Handeln gefördert. Die Materialien eignen sich besonders für den Religionsunterricht, können aber ebenso im Ethikunterricht, in Politik oder im fächerübergreifenden Projektunterricht eingesetzt werden.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.4 Arbeiten müssen – arbeiten dürfen. Herausforderung für die katholische Soziallehre.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Soziale Fragen im 19. Jh. und heute

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