RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Bundesministerium Bildung und Forschung

Bundesministerium Bildung und Forschung

Ab wann und warum ist menschliches Leben schützenswert?

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Unterrichtsstunde "Ab wann und warum ist menschliches Leben schützenswert?" behandelt die Frage, ab wann und warum menschliches Leben geschützt werden soll. Es richtet sich an eine zehnte Klasse im Fach Ethik und verknüpft biologische, philosophische und rechtliche Perspektiven.

Das Unterrichtsmaterial „Ab wann und warum ist menschliches Leben schützenswert?“ behandelt eine zentrale ethische Fragestellung im Spannungsfeld von Medizinethik, Menschenwürde und Embryonenschutz. Die Lernenden setzen sich mit verschiedenen Entwicklungsstadien des ungeborenen Lebens auseinander und vergleichen philosophische Positionen von Reinhard Löw und Peter Singer zur Frage, ab wann menschliches Leben schutzwürdig ist. Ergänzend werden gesetzliche Grundlagen des Embryonenschutzgesetzes, Auszüge aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts sowie die sogenannten SKIP Argumente vorgestellt. Das Material verbindet biologische, philosophische, ethische und rechtliche Perspektiven und ermöglicht eine differenzierte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Begründungsansätzen zum Schutz menschlichen Lebens.

Products

Das Material eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für den Ethikunterricht und kann im Themenbereich Menschenwürde, Verantwortung, Bioethik oder christliches Menschenbild eingesetzt werden. Die Unterrichtseinheit fördert die ethische Urteilsbildung, indem Lernende unterschiedliche Positionen analysieren, vergleichen und kritisch bewerten. Ausgangspunkt bildet die Betrachtung der Entwicklungsstadien eines Embryos, wodurch naturwissenschaftliche Grundlagen mit ethischen Fragestellungen verknüpft werden. Anschließend arbeiten die Lernenden die Argumentationen von Reinhard Löw und Peter Singer heraus und erkennen, dass unterschiedliche Menschenbilder zu unterschiedlichen ethischen Bewertungen führen.

Besonders geeignet sind arbeitsteilige Gruppenarbeiten, bei denen einzelne Gruppen jeweils eine Position oder einen Argumentationsansatz erschließen und anschließend im Plenum vorstellen. Eine strukturierte Gegenüberstellung der Argumente unterstützt die Entwicklung argumentativer Kompetenzen und fördert die Fähigkeit, ethische Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. Die Auseinandersetzung mit dem Embryonenschutzgesetz und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts eröffnet zudem die Möglichkeit, zwischen philosophischen, religiösen und rechtlichen Begründungen zu unterscheiden. Die abschließende Diskussion der SKIP Argumente fordert die Lernenden dazu auf, unterschiedliche Schutzkonzepte kritisch zu prüfen und Konsequenzen für den Umgang mit menschlichen Embryonen zu reflektieren. Dabei bietet sich eine moderierte Debatte oder eine Podiumsdiskussion an, in der verschiedene Positionen vertreten und argumentativ verteidigt werden. Lehrkräfte sollten während der gesamten Unterrichtseinheit auf einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Überzeugungen achten, da persönliche, religiöse und weltanschauliche Einstellungen der Lernenden berührt werden können. Das Material eignet sich daher in besonderer Weise zur Förderung von Dialogfähigkeit, Perspektivübernahme und reflektierter ethischer Urteilsbildung.


Zunächst werden die wichtigsten Entwicklungsphasen von der Befruchtung bis zur Geburt vorgestellt. Auf dieser Basis analysieren die Schülerinnen und Schüler zwei philosophische Positionen. Reinhard Loew argumentiert, dass menschliches Leben ab der Befruchtung Schutz verdient, da hier der Beginn eines zielgerichteten individuellen Lebens liegt. Peter Singer dagegen unterscheidet zwischen biologischem Menschsein und Personsein und betont Bewusstsein und Empfindungsfaehigkeit als Grundlage von Schutz.

Ergaenzt wird dies durch den rechtlichen Rahmen. Das Embryonenschutzgesetz definiert den Embryo als entwicklungsfaehige befruchtete Eizelle ab dem Zeitpunkt der Verschmelzung der Kerne. Das Bundesverfassungsgericht erkennt dem ungeborenen Leben Menschenwuerde zu, da es sich von Beginn an als Mensch entwickelt und eine unverwechselbare Identitaet besitzt.

Abschliessend werden die SKIP Argumente eingefuehrt. Sie begruenden den Schutz menschlicher Embryonen mit Hilfe des Speziesarguments, des Kontinuitaetsarguments, des Identitaetsarguments und des Potenzialitaetsarguments.

Die Lernenden setzen sich mit den Positionen auseinander und diskutieren Konsequenzen fuer den Umgang mit menschlichen Embryonen.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.4 Herausforderungen für Kirche und Ethik durch neue Erkenntnisse in Biologie und Medizin.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3 Das Leben verantworten: Grundfragen medizinischer Ethik.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Das Personalitätsprinzip als Richtschnur ethischer Argumentation
  • Die Rechtslage – der § 218

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.