Das Material eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für den Ethikunterricht und kann im Themenbereich Menschenwürde, Verantwortung, Bioethik oder christliches Menschenbild eingesetzt werden. Die Unterrichtseinheit fördert die ethische Urteilsbildung, indem Lernende unterschiedliche Positionen analysieren, vergleichen und kritisch bewerten. Ausgangspunkt bildet die Betrachtung der Entwicklungsstadien eines Embryos, wodurch naturwissenschaftliche Grundlagen mit ethischen Fragestellungen verknüpft werden. Anschließend arbeiten die Lernenden die Argumentationen von Reinhard Löw und Peter Singer heraus und erkennen, dass unterschiedliche Menschenbilder zu unterschiedlichen ethischen Bewertungen führen.
Besonders geeignet sind arbeitsteilige Gruppenarbeiten, bei denen einzelne Gruppen jeweils eine Position oder einen Argumentationsansatz erschließen und anschließend im Plenum vorstellen. Eine strukturierte Gegenüberstellung der Argumente unterstützt die Entwicklung argumentativer Kompetenzen und fördert die Fähigkeit, ethische Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. Die Auseinandersetzung mit dem Embryonenschutzgesetz und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts eröffnet zudem die Möglichkeit, zwischen philosophischen, religiösen und rechtlichen Begründungen zu unterscheiden. Die abschließende Diskussion der SKIP Argumente fordert die Lernenden dazu auf, unterschiedliche Schutzkonzepte kritisch zu prüfen und Konsequenzen für den Umgang mit menschlichen Embryonen zu reflektieren. Dabei bietet sich eine moderierte Debatte oder eine Podiumsdiskussion an, in der verschiedene Positionen vertreten und argumentativ verteidigt werden. Lehrkräfte sollten während der gesamten Unterrichtseinheit auf einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Überzeugungen achten, da persönliche, religiöse und weltanschauliche Einstellungen der Lernenden berührt werden können. Das Material eignet sich daher in besonderer Weise zur Förderung von Dialogfähigkeit, Perspektivübernahme und reflektierter ethischer Urteilsbildung.
Zunächst werden die wichtigsten Entwicklungsphasen von der Befruchtung bis zur Geburt vorgestellt. Auf dieser Basis analysieren die Schülerinnen und Schüler zwei philosophische Positionen. Reinhard Loew argumentiert, dass menschliches Leben ab der Befruchtung Schutz verdient, da hier der Beginn eines zielgerichteten individuellen Lebens liegt. Peter Singer dagegen unterscheidet zwischen biologischem Menschsein und Personsein und betont Bewusstsein und Empfindungsfaehigkeit als Grundlage von Schutz.
Ergaenzt wird dies durch den rechtlichen Rahmen. Das Embryonenschutzgesetz definiert den Embryo als entwicklungsfaehige befruchtete Eizelle ab dem Zeitpunkt der Verschmelzung der Kerne. Das Bundesverfassungsgericht erkennt dem ungeborenen Leben Menschenwuerde zu, da es sich von Beginn an als Mensch entwickelt und eine unverwechselbare Identitaet besitzt.
Abschliessend werden die SKIP Argumente eingefuehrt. Sie begruenden den Schutz menschlicher Embryonen mit Hilfe des Speziesarguments, des Kontinuitaetsarguments, des Identitaetsarguments und des Potenzialitaetsarguments.
Die Lernenden setzen sich mit den Positionen auseinander und diskutieren Konsequenzen fuer den Umgang mit menschlichen Embryonen.