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Eulenfisch

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Freiheit von der Religion oder Freiheit vom Staat

Veröffentlichung:1.1.2010

Die Unterrichtssequenz "Freiheit von der Religion oder Freiheit vom Staat" mit 12 Seiten behandelt die Frage nach dem Verhältnis von Religion und Staat in der Bundesrepublik Deutschland und stellt die unterschiedlichen Modelle des Zusammenwirkens von Kirche und Staat in historischer und aktueller Perspektive dar. Ausgangspunkt ist das im Grundgesetz verankerte Kooperationsmodell zwischen Staat und Religionsgemeinschaften, das weder eine vollständige Trennung wie im Laizismus noch eine Staatskirche vorsieht. Das Material zeigt die geschichtliche Entwicklung dieses Modells, erläutert zentrale rechtliche Grundlagen und macht deutlich, welche Rolle Religionsgemeinschaften im Bereich von Bildung, sozialem Engagement und gesellschaftlichem Leben spielen. Zugleich wird die aktuelle Diskussion um mögliche Reformen des Staatskirchenrechts aufgegriffen und die Frage gestellt, ob Religionsgemeinschaften weiterhin besondere Rechte im öffentlichen Raum besitzen sollen oder stärker in den privaten Bereich zurückgedrängt werden könnten. Die Unterrichtsbausteine führen Lernende der gymnasialen Oberstufe anhand von Quellen und Arbeitsaufträgen in die historische Entwicklung, in internationale Modelle des Verhältnisses von Staat und Religion sowie in philosophische Überlegungen zur Bedeutung von Religion für eine freiheitliche Gesellschaft ein.

vDas Medium „Freiheit von der Religion oder Freiheit vom Staat?“ von Ann Kathrin Muth und Clauß Peter Sajak bietet Unterrichtsbausteine zum Thema Religion und Staat für die Sekundarstufe II. Ausgangspunkt ist das in Deutschland bestehende Kooperationsmodell zwischen Staat und Religionsgemeinschaften, das weder einer strikten Trennung noch dem Modell einer Staatskirche entspricht. Das Medium greift die aktuelle und historische Frage auf, wie das Verhältnis zwischen Religion, Kirche, Staat und Gesellschaft gestaltet werden kann und welche Bedeutung Religionsfreiheit in einer pluralen Gesellschaft besitzt. Die Bausteinsammlung gliedert sich in drei größere Bereiche. Zunächst wird die wechselvolle Beziehungsgeschichte von Christentum, christlichen Kirchen und Staat anhand der Konstantinischen Wende, des Investiturstreits, der Kirchenpolitik Napoleons und der Diskussion um das religiöse Erbe Europas erschlossen. Anschließend werden unterschiedliche religionspolitische Modelle und Verfassungstexte aus Europa und den USA miteinander verglichen. Der dritte Bereich fragt nach dem Nutzen der Religion für den Staat und des Staates für die Religionen und beschäftigt sich insbesondere mit Religionsfreiheit, pluraler Gesellschaft und den Voraussetzungen eines freiheitlichen säkularen Staates. Die Materialien bestehen vor allem aus historischen, theologischen, philosophischen und rechtlichen Quellentexten, die durch kompetenzorientierte Arbeitsaufträge erschlossen werden.

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Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen problemorientierten, quellenorientierten und diskursiven Religionsunterricht in der Sekundarstufe II. Die leitende Frage nach dem angemessenen Verhältnis von Religion und Staat eröffnet den Lernenden einen Zugang zu einem Themenfeld, in dem historische Entwicklungen, politische Ordnungsmodelle, Grundrechte, religiöse Wahrheitsansprüche und gesellschaftlicher Pluralismus miteinander verbunden sind. Sinnvoll ist es, die Unterrichtseinheit mit einer kontroversen Leitfrage zu eröffnen, etwa danach, ob Religion ausschließlich Privatsache sein sollte oder ob Religionsgemeinschaften eine öffentliche und gesellschaftliche Funktion besitzen. Von dieser Gegenwartsfrage aus können die historischen Materialien erschlossen werden. Die Konstantinische Wende eignet sich dabei als Ausgangspunkt, um die enge Verbindung von politischer und religiöser Macht zu untersuchen. Die Lernenden können herausarbeiten, wie die Förderung des Christentums durch Kaiser Konstantin und die spätere Entwicklung zur Reichskirche das Verhältnis von Kirche und Staat grundlegend veränderten. Daran anschließend ermöglicht der Investiturstreit eine Beschäftigung mit der zunehmenden Unterscheidung geistlicher und weltlicher Macht. Besonders gewinnbringend ist eine Gegenüberstellung der unterschiedlichen Interessen von Kaiser und Papst. Die Lernenden können zunächst Konfliktlinien visualisieren und anschließend beurteilen, welche Bedeutung eine Trennung religiöser und staatlicher Zuständigkeiten für Religionsfreiheit und Toleranz besitzt. Das Material stellt ausdrücklich heraus, dass ein religionsneutraler Staat Religion im Rahmen allgemeiner Menschenrechte und Toleranzrechte schützen kann. Die Beschäftigung mit Napoleon und der Säkularisation erweitert diese historische Entwicklung und verdeutlicht, weshalb Ereignisse des frühen 19. Jahrhunderts das Verhältnis von Kirche und Staat in Deutschland bis in die Gegenwart prägen. Methodisch bietet sich für diesen historischen Teil eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an. Die Gruppen können jeweils eine historische Phase untersuchen und ihre Ergebnisse anschließend auf einem gemeinsamen Zeitstrahl zusammenführen. Dadurch wird sichtbar, dass das heutige Verhältnis von Staat und Religion Ergebnis eines langen und konfliktreichen Entwicklungsprozesses ist. Für leistungsstärkere Lerngruppen kann zusätzlich die Frage untersucht werden, ob diese Entwicklung als zunehmende Trennung, als Differenzierung oder als Veränderung der Formen gegenseitiger Kooperation beschrieben werden sollte. Einen weiteren kontroversen Zugang eröffnet das Material durch die Diskussion um das religiöse und insbesondere das jüdisch christliche Erbe Europas. Die Lernenden können den Text von Johann Baptist Metz untersuchen, seine Argumentation rekonstruieren und anschließend diskutieren, ob und in welcher Form religiöse Traditionen in politischen Grundlagentexten Europas ausdrücklich benannt werden sollten. Besonders geeignet ist hierfür eine strukturierte Debatte, bei der unterschiedliche Positionen zunächst unabhängig von der persönlichen Meinung der Lernenden vertreten werden. Auf diese Weise werden Perspektivübernahme und argumentatives Urteilen gefördert. Im zweiten großen Bereich des Mediums können verschiedene Modelle des Verhältnisses von Religion und Staat vergleichend erschlossen werden. Die Zusammenstellung unterschiedlicher Verfassungstexte ermöglicht es, das englische Staatskirchenmodell, das amerikanische Trennungsmodell und das deutsche Kooperationsmodell gegenüberzustellen. Die Weimarer Reichsverfassung und das Grundgesetz verdeutlichen dabei die besondere deutsche Konstruktion. Artikel 4 des Grundgesetzes schützt Glauben, Gewissen, religiöses und weltanschauliches Bekenntnis sowie die Religionsausübung, während Artikel 7 den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen rechtlich verankert. Methodisch können die Lernenden aus den Verfassungstexten Kriterien entwickeln und die jeweiligen Modelle in einer Tabelle vergleichen. Kategorien können etwa staatliche Neutralität, institutionelle Trennung, Kooperation, Religionsfreiheit, Stellung von Religionsgemeinschaften und Religionsunterricht sein. Anschließend können die verschiedenen Modelle auf einer gedachten Skala zwischen Staatskirchentum und strikter Trennung eingeordnet werden. Wichtig ist dabei, nicht den Eindruck zu vermitteln, es gebe lediglich zwei eindeutige Modelle. Das Material weist vielmehr auf unterschiedliche Formen von Laizität und auf eine Vielfalt religionspolitischer Ordnungen in Europa hin. Im dritten Bereich sollte die Frage der Religionsfreiheit in den Mittelpunkt gestellt werden. Der Text zur Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils ermöglicht eine theologische Auseinandersetzung mit der Einsicht, dass religiöse Wahrheit und Religionsfreiheit nicht als Gegensätze verstanden werden müssen. Wahrheit kann nach der im Material vertretenen Position nicht durch staatlichen Zwang hergestellt werden. Zugleich wird Religionsfreiheit als Voraussetzung friedlicher Koexistenz verschiedener religiöser Bekenntnisse in einem pluralen Staat thematisiert. Hier bietet sich eine Fallanalyse an, bei der Lernende konkrete Konflikte zwischen positiver und negativer Religionsfreiheit diskutieren und begründete Entscheidungen entwickeln. Den anspruchsvollen Abschluss der Unterrichtsreihe kann der Text von Ernst Wolfgang Böckenförde bilden. Seine These, dass der freiheitliche säkularisierte Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann, eignet sich für die Oberstufe als anspruchsvoller Impuls zur Frage, welche moralischen, kulturellen und möglicherweise religiösen Grundlagen eine Demokratie benötigt. Die Lernenden sollten den Gedankengang zunächst sprachlich erschließen und in eigenen Worten formulieren, bevor sie ihn beurteilen. Anschließend kann diskutiert werden, ob Religion eine notwendige Ressource für gesellschaftlichen Zusammenhalt darstellt oder ob demokratische Werte unabhängig von Religion begründet und weitergegeben werden können. Insgesamt ermöglicht das Medium eine Verbindung von historischem Lernen, politischer Bildung, theologischer Reflexion und ethischer Urteilsbildung. Die Lernenden erwerben dabei nicht nur Kenntnisse über unterschiedliche Modelle des Verhältnisses von Religion und Staat, sondern werden dazu angeleitet, die Bedeutung von Religionsfreiheit, staatlicher Neutralität, gesellschaftlichem Pluralismus und öffentlicher Religion eigenständig zu beurteilen. Besonders wichtig ist eine kontroverse Unterrichtsgestaltung, die weder das deutsche Kooperationsmodell noch eine strikte Trennung von Religion und Staat als selbstverständlich richtige Lösung präsentiert, sondern unterschiedliche Modelle, ihre historischen Voraussetzungen sowie ihre jeweiligen Chancen und Probleme zur Diskussion stellt.


Für den katholischen Religionsunterricht der Sekundarstufe zwei bietet das Medium vielfältige didaktische und methodische Möglichkeiten. Es eignet sich besonders für Unterrichtssequenzen zu Themen wie Religionsfreiheit, Kirche und Staat, Religion in der pluralen Gesellschaft oder Verantwortung von Religion im öffentlichen Raum. Lehrkräfte können das Material zunächst zur Erarbeitung historischer Grundlagen einsetzen, etwa zur Konstantinischen Wende, zum Investiturstreit oder zur Entwicklung moderner Verfassungsordnungen. Durch die Arbeit mit Quellen lernen Lernende, historische Texte zu analysieren und deren Bedeutung für aktuelle gesellschaftliche Debatten zu verstehen. Eine sinnvolle Methode ist hier die arbeitsteilige Gruppenarbeit, in der einzelne Gruppen unterschiedliche historische Stationen bearbeiten und ihre Ergebnisse anschließend im Plenum zusammenführen. Im zweiten Teil kann ein Vergleich verschiedener Modelle des Staat Religion Verhältnisses erfolgen. Lernende untersuchen beispielsweise laizistische Systeme, staatskirchliche Modelle oder kooperative Modelle und stellen diese gegenüber. Dabei bietet sich eine strukturierte Analyse anhand von Kriterien wie Religionsfreiheit, politische Einflussmöglichkeiten von Religion und gesellschaftliche Rolle religiöser Organisationen an. Im dritten Schritt können philosophische Positionen zur Bedeutung von Religion für den Staat diskutiert werden. Hier eignet sich eine Debatte oder eine strukturierte Diskussion, in der Lernende unterschiedliche Argumente für oder gegen eine enge Kooperation von Staat und Religion reflektieren. Für eine vertiefte Reflexion kann die Lehrkraft aktuelle gesellschaftliche Beispiele einbeziehen, etwa Diskussionen über religiöse Symbole im öffentlichen Raum, kirchliche Wohlfahrtsarbeit oder den islamischen Religionsunterricht. Methodisch bietet sich außerdem eine Verbindung mit politischen Bildungsansätzen an, indem Lernende eigene Positionen entwickeln und begründen. Dadurch wird deutlich, dass das Thema nicht nur historisch oder rechtlich relevant ist, sondern eine zentrale Frage moderner pluraler Gesellschaften darstellt. Besonders wichtig ist dabei, dass Lernende erkennen, dass Religionsfreiheit sowohl Freiheit von staatlichem Zwang als auch Freiheit zur religiösen Praxis bedeutet. Auf diese Weise kann das Medium dazu beitragen, religiöse Bildung, politische Bildung und ethische Reflexion miteinander zu verbinden und Lernende zur verantwortlichen Teilnahme an gesellschaftlichen Diskursen zu befähigen.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.1 Selbstverständnis der Kirche.

Q4.2 Sendung und Auftrag der Kirche.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 4. Das Selbstverständnis von Kirche und sein Wandel unter dem Anspruch und der Herausforderung durch die Moderne.

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