Das Medium eignet sich besonders für einen problemorientierten und lebensweltbezogenen Unterricht, da abstrakte globale Zusammenhänge konsequent mit Erfahrungen der Lernenden verbunden werden. Ausgangspunkte können alltägliche Konsumgüter, Kleidung, Lebensmittel oder elektronische Geräte sein. Lernende untersuchen beispielsweise die Herkunft eines von ihnen genutzten Produktes und rekonstruieren dessen Produktionswege. Dadurch wird Globalisierung zunächst nicht als abstraktes wirtschaftliches Konzept, sondern als Bestandteil des eigenen Alltags wahrgenommen. Die vier Arbeitsblätter können unabhängig voneinander verwendet werden und müssen nicht in einer festgelegten Reihenfolge bearbeitet werden. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade ermöglichen zudem eine Anpassung an die jeweilige Lerngruppe. Das Material eignet sich für Einstieg, Erarbeitung, Vertiefung und Ergebnissicherung. bpb_TB_133_Globalisierung_BF Besonders ergiebig ist eine schrittweise Erweiterung der Perspektive vom persönlichen Konsum über lokale und nationale Zusammenhänge bis hin zu globalen Wirtschaftsstrukturen. Dabei können Lernende Produktionswege recherchieren, Statistiken und Schaubilder auswerten, Hypothesen überprüfen, Karikaturen interpretieren, Fallbeispiele untersuchen und unterschiedliche gesellschaftliche sowie wirtschaftspolitische Positionen miteinander vergleichen. Das Material unterstützt damit sowohl Sachkompetenz als auch Methodenkompetenz und Urteilskompetenz. Kontroverse Fragestellungen wie Freihandel oder Protektionismus, Gewinner und Verlierer der Globalisierung oder grünes Wachstum, Degrowth und Postwachstum bieten sich für strukturierte Diskussionen, Streitgespräche und Gruppenarbeiten an. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Globalisierung nicht ausschließlich als ökonomisches Phänomen behandelt wird. Fragen nach Menschenrechten, globaler Gerechtigkeit, Arbeitsbedingungen, Ressourcenverbrauch, Klimaverantwortung und gesellschaftlicher Teilhabe eröffnen zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Religionsunterricht. So kann beispielsweise nach gerechter Verteilung, Verantwortung für Menschen in anderen Weltregionen, dem Verhältnis von Wohlstand und gutem Leben sowie nach individueller und gesellschaftlicher Verantwortung gefragt werden. Gerade die Gegenüberstellung unterschiedlicher Interessen und Perspektiven ermöglicht ethische Urteilsbildungsprozesse. Lernende können wirtschaftliche Entscheidungen daraufhin untersuchen, welche Folgen sie für Menschen, Gesellschaft und Umwelt haben und welche Wertvorstellungen den jeweiligen Positionen zugrunde liegen. Wichtig ist dabei ein kontroverser Unterricht, der verschiedene begründete Positionen zulässt und die Lernenden zur Entwicklung eines eigenen reflektierten Urteils anregt. Das Material selbst betont Pluralität und Kontroversität sowie demokratische Werte, Menschenrechte, Chancengerechtigkeit und Toleranz als zentrale didaktische Grundlagen. bpb_TB_133_Globalisierung_BF Ebenso sinnvoll ist es, die Beschäftigung mit globalen Krisen nicht bei einer problemorientierten Bestandsaufnahme enden zu lassen. Das vierte Arbeitsblatt eröffnet mit Zukunftsszenarien und Konzepten wie grünem Wachstum, Degrowth und Postwachstum bewusst einen handlungsorientierten Horizont. Damit können Lernende eigene Vorstellungen einer sozial und ökologisch verantwortlichen Weltwirtschaft entwickeln, Zukunftsentwürfe vergleichen und deren Chancen sowie Grenzen diskutieren. Dieser Zugang entspricht der im Material formulierten Orientierung am Lernen von Resilienz, durch die Krisen nicht lediglich als Bedrohungen erscheinen, sondern auch zum Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Transformationsmöglichkeiten werden. bpb_TB_133_Globalisierung_BF