Der Neue Trierer Plan ist eine 1996 veröffentlichte didaktische Konzeption für religiöse Erziehung im Elementarbereich des Bistums Trier, die seitdem als Grundlage für religionspädagogische Arbeit in Kindertagesstätten dient. Das Konzept steht in der Tradition der Korrelationsdidaktik, wonach christlicher Glaube aus einem Interpretationsprozess erwächst, in dem sich Glaubensüberlieferungen und heutige Erfahrungen wechselseitig durchdringen. Der Plan nutzt Paul Tillichs weiten Religionsbegriff und versteht Religion als das, was den Menschen unbedingt angeht, wobei grundlegende existenzielle Fragen wie die nach Kraftquellen, Vertrauen, Selbstannahme und Umgang mit Endlichkeit zentral sind. Religiöse Erziehung wird als Unterstützung verstanden, die Kindern hilft, ihre Lebensgestalt zu entwickeln und selbstbewusst zu werden, während christliche Elemente durch Bibel, Gebete, Feste und Heiligenlegenden erlebnishaft vermittelt werden. Das Konzept betont, dass Christwerden ein Weg der Subjektwerdung ist und Erziehende nicht makelloses Vorbild sein müssen, sondern ehrlich ihren eigenen Weg suchen sollen. Der Plan unterscheidet drei Ebenen religiöser Erziehung: indirekte Erziehung durch den Alltag, reflektierte Erziehung durch bewusst gestaltete Arrangements und ausdrückliche Begegnung mit christlichen Glaubsinhalten. Als integratives Konzept siedelt der Plan den christlichen Glauben nicht in einer Sonderwelt an, sondern integriert ihn in Alltag und Lebensgeschichte. Das Gesamtziel wird durch die Qualifikation umschrieben: Ich lebe mit anderen, begegne Christen und wachse hinein in Kultur und Schöpfung.