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Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH

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Totgesagte leben länger! Erweckung der Totengebeine.

Veröffentlichung:1.1.2019

Das Medium „Totgesagte leben länger! Erweckung der Totengebeine. Wie das resignierte Kirchenvolk wieder auf die Beine kommt“  behandelt die Vision des Propheten Ezechiel von der Erweckung der Totengebeine in Ezechiel 37. Die biblische Vision wird mit Erfahrungen von Resignation, Krise und Zukunftssorge innerhalb der Kirche verbunden. Das Medium beginnt bewusst mit der Diagnose einer Kirche, die von manchen bereits für schwer erkrankt oder nahezu tot gehalten wird, und stellt dieser Wahrnehmung eine von Humor und Gottvertrauen getragene Hoffnungsperspektive gegenüber. Zur Erschließung des Bibeltextes wird zunächst die historische Situation des babylonischen Exils erläutert. Die Zerstörung Jerusalems und des Tempels, die Verschleppung nach Babylon und die Erfahrung von Heimatverlust führten zu einer tiefen religiösen Krise. Ezechiels Vision antwortet auf die resignierte Klage Israels, die eigene Hoffnung sei untergegangen und das Volk verloren. Im Zentrum des Mediums steht anschließend die szenisch gestaltete Lesung der Vision. Aus verstreuten und ausgetrockneten Knochen entsteht schrittweise wieder ein lebendiger Körper. Entscheidend ist die Geistkraft Gottes, durch die die Menschen lebendig werden und sich aufrichten. Das Medium deutet diesen Vorgang ausdrücklich als Prozess. Eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation, die Frage nach dem Vertrauen auf Gott, ein ermutigender Zuspruch, das Zusammenrücken der einzelnen Glieder, die Belebung durch Gottes Geist und schließlich das Aufstehen bilden wesentliche Schritte auf dem Weg aus Resignation und Hoffnungslosigkeit. Die Vision wird schließlich auf die Gegenwart der Kirche bezogen. Gemeinschaft, Charismen, Verantwortung, Beteiligung und die befreiende Botschaft des Evangeliums erscheinen als wesentliche Voraussetzungen einer lebendigen Kirche. Das Medium ist damit zugleich Bibelauslegung, Zeitdiagnose, spiritueller Impuls und Einladung, Kirche nicht ausschließlich von ihren Krisen her wahrzunehmen, sondern nach Möglichkeiten eines neuen Aufbruchs zu fragen.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur Behandlung der Themen Prophetie, Hoffnung, Krise, Kirche, Heiliger Geist, Auferstehung, Gemeinschaft und Zukunft. Ein anschaulicher Einstieg kann über das zentrale Symbol der Knochen erfolgen. Ein Knochenbild, eine schematische Darstellung eines Skeletts oder einzelne symbolische Gegenstände können in die Mitte gelegt werden. Die Lernenden sammeln zunächst Assoziationen zu Begriffen wie leblos, vertrocknet, zerbrochen, verstreut und hoffnungslos. Anschließend kann gefragt werden, welche Situationen Menschen oder Gemeinschaften mit solchen Bildern beschreiben könnten. Damit wird die metaphorische Ebene der Vision vorbereitet, ohne unmittelbar eine bestimmte kirchliche Deutung vorzugeben. Das Medium selbst nutzt das Symbol der Knochen, um über mangelnde Lebendigkeit und Resignation ins Gespräch zu kommen. Vor der eigentlichen Textarbeit sollte der historische Hintergrund des babylonischen Exils erschlossen werden. Die Lernenden können auf einer Karte Jerusalem und Babylon lokalisieren und zentrale Erfahrungen des Volkes Israel sammeln: Verlust der Heimat, Zerstörung des Tempels, Verlust vertrauter religiöser Strukturen, Fremdheit und Zweifel an der Gegenwart Gottes. Dadurch wird verhindert, dass Ezechiel 37 vorschnell auf heutige Situationen übertragen wird. Erst wenn die ursprüngliche Situation verstanden ist, sollte nach möglichen gegenwärtigen Bedeutungen gefragt werden. Besonders geeignet ist die im Medium vorgesehene szenische Lesung. Der Text kann auf verschiedene Stimmen verteilt werden. Eine Stimme übernimmt Ezechiel, eine weitere die Gottesrede und eine Gruppe spricht ausgewählte Schlüsselwörter als Echo. Das auf den Seiten acht und neun dargestellte Lesemodell hebt Wörter wie Knochen, verstreut, ausgetrocknet, Geistkraft, lebendig, verloren und öffnen besonders hervor. Durch unterschiedliche Stimmen, Pausen und wiederkehrende Begriffe wird die dramatische Entwicklung des Textes hörbar. Anschließend können die Lernenden den Veränderungsprozess visualisieren. Auf einem großen Papier wird ein Weg von den ausgetrockneten Knochen bis zu den aufgerichteten Menschen gestaltet. Zu den einzelnen Stationen werden Verse, Symbole und Begriffe gelegt. Besonders wichtig ist die Beobachtung, dass die Veränderung nicht plötzlich geschieht. Das Medium beschreibt die Verlebendigung ausdrücklich als Prozess, bei dem mehrere Schritte aufeinander aufbauen. Diese Struktur eignet sich für eine Gruppenarbeit. Einzelne Gruppen erschließen jeweils einen Schritt und untersuchen, was sich verändert, welche Rolle Gott übernimmt und welche Aufgabe dem Propheten beziehungsweise der Gemeinschaft zukommt. Eine besondere Vertiefung verdient der Begriff Geistkraft. Die Lernenden können Bedeutungen von Atem, Wind, Bewegung, Kraft und Leben sammeln und mit der biblischen Vorstellung der Ruach verbinden. Im Material wird die Geistkraft Gottes zugleich als Wind, Atem und belebende Kraft verstanden. Daraus kann eine Symbolarbeit entstehen, bei der die Lernenden Bilder für Geistkraft entwickeln. Auch das Motiv des Aufstehens bietet einen ergiebigen Zugang. Das Material verbindet Aufstehen mit neuem Leben und mit der Fähigkeit, wieder gestaltend tätig zu werden. Im Unterricht kann gefragt werden, was Menschen hilft, nach Enttäuschungen wieder aufzustehen, und wodurch Gemeinschaften neuen Mut gewinnen. Persönliche Krisenerfahrungen sollten dabei nicht eingefordert werden. Die Lernenden können stattdessen mit erfundenen Situationen oder gesellschaftlichen Beispielen arbeiten. Für ältere Lernende eignet sich besonders die Aktualisierung auf die Kirche. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass das Medium aus dem Jahr 2012 stammt und konkrete damalige innerkirchliche Konflikte und Reformfragen aufgreift. Diese Aussagen können als zeitgebundene Positionen der Vortragenden untersucht werden. Die Lernenden können herausarbeiten, welche Krisendiagnosen genannt werden, welche Vorstellungen von Kirche dahinterstehen und welche Lösungsperspektiven entwickelt werden. Anschließend können sie prüfen, welche Fragen weiterhin relevant erscheinen und welche sich verändert haben. Auf diese Weise wird vermieden, die Positionen des Mediums unkritisch als allgemeingültige Aussagen über Kirche zu übernehmen. Besonders geeignet ist eine Gegenüberstellung der beiden Leitbilder Knochen und Flügel. Während die Knochen für Resignation, Vereinzelung und verlorene Hoffnung stehen, werden die Flügel im späteren Verlauf zum Symbol dessen, was Menschen Mut macht und beflügelt. Das Material fordert ausdrücklich dazu auf, Visionen für eine zukunftsfähige Kirche miteinander zu teilen. Die Lernenden können deshalb auf symbolischen Flügeln notieren, was eine lebendige Gemeinschaft auszeichnet. Begriffe wie Vertrauen, Beteiligung, Offenheit, Verantwortung, Gemeinschaft, Respekt und Hoffnung können anschließend geordnet und diskutiert werden. Für eine abschließende kreative Aufgabe können die Lernenden eine eigene Vision einer lebendigen Kirche oder einer lebendigen Gemeinschaft gestalten. Möglich sind Texte, Bilder, Collagen oder kurze Szenen. Dabei kann die Frage leitend sein, welche Menschen und welche unterschiedlichen Begabungen eine Gemeinschaft benötigt. Das Medium betont im Rückgriff auf das paulinische Bild vom Leib und seinen vielen Gliedern, dass jedes einzelne Mitglied zum Leben der Gemeinschaft beitragen kann. So ermöglicht das Medium eine Verbindung von historischer Bibelarbeit, symbolischem Lernen, szenischem Lesen, theologischer Reflexion und kirchlicher Gegenwartsdeutung. Die Vision Ezechiels kann von den Lernenden als Hoffnungstext entdeckt werden, der Resignation ernst nimmt, sie aber nicht zum letzten Wort werden lässt.

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