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Westdeutscher Rundfunk (WDR)Planet Schule

Westdeutscher Rundfunk (WDR),

Planet Schule

Christentum

Veröffentlichung:1.1.1970

Der Film „Glaube und Kirche“ aus der Reihe „Christentum“ von Planet Schule vermittelt einen lebensnahen Einblick in die Grundlagen des christlichen Glaubens, die Bedeutung der Kirche und die vielfältigen Aufgaben des evangelischen Pfarrberufs. Im Mittelpunkt stehen die angehende Pfarrerin Lydia und ihr Kollege Aaron, die sich während ihrer theologischen Ausbildung intensiv mit ihrem persönlichen Glauben, der Botschaft Jesu Christi und den Herausforderungen kirchlicher Arbeit auseinandersetzen. Lydia beschäftigt insbesondere die Frage nach der Existenz Gottes und dem Umgang mit religiösen Zweifeln. Aaron möchte die christliche Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit vermitteln und setzt sich kritisch mit der gewaltvollen Geschichte des Christentums auseinander. Der Film verdeutlicht, dass der christliche Glaube sowohl persönliche Orientierung als auch gesellschaftliche Verantwortung bedeutet. Gleichzeitig zeigt er das Spannungsverhältnis zwischen dem christlichen Anspruch auf Nächstenliebe und Frieden und den historischen Verfehlungen der Kirche. Das Video eignet sich für den Religionsunterricht ab der siebten Jahrgangsstufe bis zur gymnasialen Oberstufe.

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Der Film „Glaube und Kirche“ bietet vielfältige Möglichkeiten für einen kompetenzorientierten, lebensweltbezogenen und problemorientierten Religionsunterricht. Durch die persönlichen Erfahrungen der angehenden Pfarrpersonen Lydia und Aaron werden grundlegende Fragen des christlichen Glaubens mit konkreten Lebenssituationen verbunden. Die Lernenden erhalten Einblicke in individuelle Glaubensüberzeugungen, religiöse Zweifel, kirchliche Berufsbilder und die gesellschaftliche Verantwortung des Christentums. Besonders geeignet ist das Medium für Unterrichtseinheiten zu den Themen Glaube und Zweifel, Jesus Christus und seine Botschaft, Kirche als Glaubensgemeinschaft, christliche Lebensgestaltung, Kirchengeschichte sowie Religion und gesellschaftliche Verantwortung. Der Film eröffnet einen Zugang zu theologischen Fragestellungen, ohne eine persönliche religiöse Bindung der Lernenden vorauszusetzen. Dadurch eignet er sich auch für religiös und weltanschaulich heterogene Lerngruppen.

Als Einstieg in die Unterrichtsstunde empfiehlt sich eine offene Auseinandersetzung mit der Frage, welche Bedeutung der Glaube an Gott für Menschen heute besitzt. Die Lernenden können zunächst eigene Vorstellungen und Assoziationen zu den Begriffen Gott, Glaube, Zweifel, Kirche und Verantwortung sammeln. Hierfür eignen sich eine Gedankenlandkarte, eine anonyme Kartenabfrage oder ein Schreibgespräch. Anschließend können die Lernenden über die Frage nachdenken, warum sich Menschen für einen kirchlichen Beruf entscheiden und welche Aufgaben sie mit einer Pfarrperson verbinden. Die Ergebnisse werden gemeinsam betrachtet und dienen als Ausgangspunkt für die Filmrezeption. Besonders wichtig ist dabei eine wertschätzende Gesprächsatmosphäre, in der religiöse Überzeugungen, persönliche Zweifel und nicht religiöse Einstellungen gleichermaßen respektiert werden.

Während der Filmvorführung sollten die Lernenden gezielte Beobachtungsaufträge erhalten, um die wesentlichen Inhalte strukturiert zu erschließen. Eine erste Aufgabe kann darin bestehen, die Beweggründe von Lydia und Aaron für ihre Berufswahl zu erfassen und ihre Vorstellungen vom christlichen Glauben miteinander zu vergleichen. Darüber hinaus können die Lernenden untersuchen, welche Aufgaben evangelische Pfarrpersonen übernehmen und welche Bedeutung die Botschaft Jesu Christi für ihre Arbeit besitzt. Die Lehrkraft kann den Film in mehrere thematische Abschnitte unterteilen und nach ausgewählten Szenen kurze Gesprächsphasen einplanen. Dieses Vorgehen erleichtert insbesondere jüngeren Lernenden das Verständnis und ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit komplexen theologischen und historischen Inhalten.

Ein zentraler didaktischer Schwerpunkt liegt auf der Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Zweifel. Lydia verdeutlicht, dass auch Menschen, die sich bewusst für einen religiösen Beruf entscheiden, Unsicherheiten und offene Fragen hinsichtlich der Existenz Gottes haben können. Diese Perspektive ermöglicht es den Lernenden, religiösen Glauben nicht ausschließlich als unumstößliche Gewissheit, sondern auch als einen persönlichen Entwicklungsprozess wahrzunehmen. Im Unterricht können die Lernenden darüber diskutieren, ob Zweifel ein Zeichen mangelnden Glaubens sind oder ob sie zu einer vertieften Auseinandersetzung mit religiösen Überzeugungen beitragen können. Ergänzend lassen sich biblische Texte wie die Begegnung des auferstandenen Jesus mit Thomas in Johannes 20,24 bis 29 oder der Hilferuf eines zweifelnden Vaters in Markus 9,24 heranziehen. Die Lernenden können Gemeinsamkeiten zwischen biblischen Glaubenserfahrungen und den Aussagen der im Film vorgestellten Personen herausarbeiten.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beschäftigung mit Jesus Christus und seiner Botschaft. Die Lernenden können untersuchen, welche Bedeutung Jesus für das christliche Selbstverständnis besitzt und welche Werte mit seinem Leben und Wirken verbunden sind. Besonders geeignet sind hierfür die Themen Nächstenliebe, Feindesliebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Frieden. Ausgewählte Aussagen aus der Bergpredigt in Matthäus 5 bis 7 können mit den im Film dargestellten Glaubensvorstellungen in Beziehung gesetzt werden. Die Lernenden können anhand konkreter Alltagssituationen diskutieren, welche Bedeutung die Botschaft Jesu für das Zusammenleben in der Schule, in der Familie und in der Gesellschaft besitzt. Dabei wird die Fähigkeit gefördert, biblische Aussagen zu interpretieren, auf gegenwärtige Fragestellungen zu übertragen und ihre Bedeutung kritisch zu beurteilen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Auseinandersetzung mit den problematischen Kapiteln der Kirchengeschichte. Der Film macht deutlich, dass die Geschichte des Christentums nicht ausschließlich von Nächstenliebe und Friedensbemühungen geprägt ist, sondern auch von Gewalt, Machtmissbrauch und religiös begründeten Konflikten. Die Lernenden können dieses Spannungsverhältnis untersuchen und der Frage nachgehen, wie religiöse Überzeugungen zur Rechtfertigung von Gewalt instrumentalisiert wurden. Hierfür bietet sich eine vertiefende Beschäftigung mit den Kreuzzügen an. Die historischen Ereignisse sollten unter Berücksichtigung politischer, wirtschaftlicher und religiöser Interessen betrachtet werden, um vereinfachende Schuldzuweisungen zu vermeiden. Die Lernenden können anschließend diskutieren, welche Verantwortung die Kirche aus ihrer Geschichte ableiten muss und inwiefern die christliche Friedensbotschaft heute gesellschaftlich wirksam werden kann. Auf diese Weise werden historisches Bewusstsein, religiöse Urteilsfähigkeit und ethische Reflexionskompetenz miteinander verbunden.

Zur Vertiefung der Filminhalte bieten sich verschiedene kooperative und handlungsorientierte Unterrichtsmethoden an. In Partnerarbeit können die Lernenden die Aussagen von Lydia und Aaron vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihren Glaubensvorstellungen herausarbeiten. In einer Gruppenarbeit können unterschiedliche Themen wie der Pfarrberuf, die Botschaft Jesu, die Geschichte der Kirche oder die gesellschaftliche Bedeutung des Christentums bearbeitet werden. Die Ergebnisse können in Form von Plakaten, digitalen Präsentationen oder kurzen Vorträgen vorgestellt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, fiktive Interviews mit Lydia oder Aaron zu gestalten. Dabei formulieren die Lernenden Fragen zu Glauben, Zweifel, Berufswahl und gesellschaftlicher Verantwortung und entwickeln auf Grundlage der Filminhalte mögliche Antworten. Diese Methode fördert die Perspektivübernahme und ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit den dargestellten Positionen.

Für eine stärker diskursive Unterrichtsgestaltung eignet sich eine strukturierte Diskussion über die Frage, ob die Kirche in der heutigen Gesellschaft noch eine wichtige Rolle spielt. Die Lernenden können Argumente sammeln, unterschiedliche Positionen vertreten und ihre eigenen Einschätzungen begründen. Alternativ kann ein Rollenspiel durchgeführt werden, in dem eine angehende Pfarrperson, ein kirchenkritischer Jugendlicher, ein engagiertes Gemeindemitglied und eine nicht religiöse Person über die Zukunft der Kirche diskutieren. Dabei sollten die Lernenden lernen, zwischen persönlichen Meinungen, historischen Tatsachen und theologischen Überzeugungen zu unterscheiden. Eine weitere Möglichkeit bietet die Gestaltung eines persönlichen Reflexionstextes zur Frage, welche Bedeutung religiöse Überzeugungen für verantwortliches Handeln haben können.

Die Inhalte des Films lassen sich zudem mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen verbinden. Die Lernenden können recherchieren, in welchen Bereichen Kirchen heute soziale Verantwortung übernehmen, beispielsweise durch Beratungsangebote, Unterstützung bedürftiger Menschen, Friedensarbeit oder ehrenamtliches Engagement. Eine Begegnung mit einer Pfarrperson oder der Besuch einer Kirchengemeinde kann die filmischen Eindrücke durch unmittelbare Erfahrungen ergänzen. Besonders sinnvoll ist es, die Lernenden eigene Fragen für ein Gespräch mit einer Pfarrperson entwickeln zu lassen und die Antworten anschließend mit den Aussagen von Lydia und Aaron zu vergleichen. Auf diese Weise wird die Verbindung zwischen medialer Darstellung und gelebter religiöser Praxis gestärkt.

Die Differenzierung kann durch unterschiedliche Aufgabenstellungen erfolgen. Lernende mit geringerem Vorwissen können zentrale Aussagen des Films wiedergeben, wichtige Begriffe erklären und grundlegende Zusammenhänge beschreiben. Leistungsstärkere Lernende können theologische Positionen vergleichen, historische Entwicklungen kritisch analysieren und eigenständige Urteile über die gesellschaftliche Bedeutung der Kirche formulieren. Auch kreative Aufgaben wie ein Tagebucheintrag aus der Perspektive von Lydia, ein Brief an Aaron oder die Gestaltung eines Gesprächs über Glauben und Zweifel ermöglichen unterschiedliche Zugänge zu den Inhalten. Die begleitenden Unterrichtsmaterialien von Planet Schule können zur Sicherung und Vertiefung eingesetzt werden.

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit empfiehlt sich eine Reflexionsphase, in der die Lernenden ihre ursprünglichen Vorstellungen von Glaube, Kirche und religiöser Verantwortung erneut betrachten. Sie können formulieren, welche Aussagen des Films sie überrascht haben, welche Fragen offen geblieben sind und welche Bedeutung die christliche Botschaft für das heutige Zusammenleben besitzen kann. Besonders geeignet ist die Abschlussfrage, ob ein Mensch gleichzeitig glauben und zweifeln kann. Die Auseinandersetzung mit dieser Frage ermöglicht es, die persönlichen Erfahrungen der im Film vorgestellten Personen mit grundlegenden theologischen Überlegungen zu verbinden. Insgesamt unterstützt das Medium die Entwicklung religiöser Wahrnehmungsfähigkeit, theologischer Deutungskompetenz, historischer Urteilskompetenz, ethischer Reflexionsfähigkeit und respektvoller Dialogfähigkeit. Es eignet sich sowohl für eine einzelne Unterrichtsstunde mit ausgewählten Schwerpunkten als auch für eine mehrstündige Unterrichtsreihe über das Christentum und die Bedeutung der Kirche.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 5

5G.3 Jesus von Nazareth. Sein Reden und Handeln als Frohe Botschaft.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 5

5.2 Prägende Herkunft: Jesus, der Jude.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Jesus von Nazareth

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