Das Video eignet sich in besonderer Weise für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und der beruflichen Bildung, da es grundlegende Fragen nach dem Verhältnis von Glaube, Politik, Demokratie und Menschenwürde aufwirft. Vor der Sichtung können die Lernenden ihre Vorstellungen zu den Begriffen Fundamentalismus, religiöse Freiheit, Demokratie und christliche Verantwortung sammeln und voneinander unterscheiden. Während des Videos empfiehlt sich ein Beobachtungsauftrag, bei dem Aussagen über das Verständnis von Christentum, Demokratie, Macht, Gesellschaft und Mission dokumentiert werden. In der anschließenden Auswertung sollten die Lernenden sorgfältig zwischen journalistischer Recherche, dokumentierten Fakten, persönlichen Aussagen der Interviewpartner und deren Bewertungen unterscheiden. Dadurch wird die Fähigkeit gefördert, mediale Darstellungen kritisch zu analysieren und unterschiedliche Perspektiven einzuordnen. Aus theologischer Sicht bietet sich ein Vergleich zwischen den politischen Aussagen einzelner Akteure und zentralen biblischen Botschaften an. Dabei können Texte wie die Bergpredigt, das Doppelgebot der Liebe oder die Aussage von der Gottesebenbildlichkeit aller Menschen herangezogen werden. Ebenso eignet sich die Dokumentation zur Auseinandersetzung mit Fragen nach Menschenwürde, Freiheit des Gewissens, Verantwortung, Gewaltenteilung und der Rolle von Religion in einer demokratischen Gesellschaft. Methodisch bieten sich Gruppenarbeit, strukturierte Kontroversen, Podiumsgespräche, Quellenvergleiche, Bibelarbeit sowie eine abschließende schriftliche Urteilsbildung an. Zugleich sollte deutlich gemacht werden, dass konservative religiöse Überzeugungen und demokratiefeindliche Positionen nicht gleichgesetzt werden dürfen. Der Unterricht kann die Dokumentation daher als Ausgangspunkt nutzen, um Kriterien für einen verantwortungsvollen Umgang mit religiösen Überzeugungen im öffentlichen Raum zu entwickeln.
Für den katholischen Religionsunterricht bietet die Dokumentation einen hochrelevanten und zugleich anspruchsvollen Lernanlass, um das Spannungsfeld von Religion, Politik und Demokratie kritisch zu reflektieren. Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen problemorientierten Zugang, da es nicht „das Christentum“ kritisiert, sondern spezifische Formen seiner ideologischen Vereinnahmung sichtbar macht. Schülerinnen und Schüler werden dadurch befähigt, zwischen Glauben, religiöser Praxis und politischer Ideologie zu unterscheiden – eine zentrale Kompetenz religiöser Urteilsbildung in pluralen Gesellschaften.
Methodisch empfiehlt sich die Arbeit mit ausgewählten Sequenzen, die gezielt analysiert werden, etwa im Hinblick auf verwendete religiöse Begriffe, Symbole und Narrative. Leitfragen können sein: Wie wird Christentum hier gedeutet? Welche Menschenbilder werden vertreten? Welche Gruppen werden eingeschlossen, welche ausgeschlossen? Im katholischen Religionsunterricht kann diese Analyse mit zentralen theologischen Maßstäben konfrontiert werden: der Würde jedes Menschen, der Freiheit des Gewissens, der Nächstenliebe, der Option für die Schwachen und dem christlichen Verständnis von Macht als Dienst. So wird deutlich, wo rechtsextreme Deutungen dem christlichen Glauben widersprechen, auch wenn sie sich religiöser Sprache bedienen.
Besonders fruchtbar ist die Dokumentation für die Demokratiebildung im Religionsunterricht. Der Film zeigt exemplarisch, wie religiöse Überzeugungen politisch wirksam werden können – und wo sie demokratische Grundwerte untergraben. Der Unterricht kann hier zur Reflexion beitragen, wie Religionsfreiheit und demokratische Ordnung zusammenspielen und wo klare Grenzen gezogen werden müssen. Wichtig ist dabei die didaktische Unterscheidung zwischen der Achtung der Person und der kritischen Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen Positionen. Insgesamt eignet sich das Medium für diskursorientierten Unterricht, für Projekte zu „Religion und Extremismus“ oder für fächerübergreifende Kooperationen mit Politik, Geschichte oder Ethik.