Das Magazin eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe und kann in Unterrichtsreihen zu Schöpfung, Klimagerechtigkeit, globaler Verantwortung, Flucht, Menschenwürde, nachhaltiger Entwicklung und kirchlicher Sozialverkündigung eingesetzt werden. Einzelne Bilder, Personenporträts und kurze Textpassagen können auch mit älteren Lernenden der Grundschule verwendet werden. Da das Magazin ökologische Veränderungen anhand konkreter Lebensgeschichten darstellt, ermöglicht es einen emotionalen und zugleich sachbezogenen Zugang. Die Lehrkraft sollte darauf achten, dass die porträtierten Menschen nicht ausschließlich als Opfer des Klimawandels erscheinen. Ihre Kenntnisse, Entscheidungen, Fähigkeiten und eigenen Vorstellungen von Zukunft müssen ebenso berücksichtigt werden.
Als Einstieg eignet sich das Titelbild von Rose Nanteza in ihrem Garten auf der Insel Buvuma. Die Lernenden beschreiben zunächst genau, was sie sehen, und unterscheiden dabei Beobachtung, Vermutung und Bewertung. Anschließend überlegen sie, welche Hoffnungen mit einem Garten verbunden sein können. Begriffe wie Nahrung, Heimat, Arbeit, Selbstständigkeit, Zukunft und Schöpfung können gesammelt werden. Nach der Lektüre der Reportage prüfen die Lernenden, weshalb dieser Garten zugleich ein Zeichen von Hoffnung und ein Hinweis auf erlittenen Verlust ist.
Alternativ kann das Schöpfungswort aus dem Buch Genesis verwendet werden, nach dem Gott alles ansieht und es als sehr gut bezeichnet. Die Lernenden sammeln, was sie persönlich als gut und schützenswert wahrnehmen. Danach betrachten sie Fotografien von Dürre, Überschwemmungen, gerodetem Regenwald und Palmölplantagen. Aus der Spannung zwischen dem biblischen Ideal und der gegenwärtigen Wirklichkeit entwickeln sie Fragen an menschliche Verantwortung. Dabei sollte die Schöpfungserzählung nicht als naturwissenschaftlicher Bericht behandelt werden. Im Mittelpunkt steht ihre theologische Aussage, dass die Welt Gottes Schöpfung und dem Menschen zur verantwortlichen Gestaltung anvertraut ist.
Die Reportage aus Äthiopien kann in Abschnitten erschlossen werden. Eine Gruppe untersucht das Leben der Familien vor der Dürre, eine zweite die Folgen der ausgefallenen Regenzeiten, eine dritte die Bedingungen im Lager und eine vierte die geplanten Zukunftsprojekte. Die Ergebnisse werden in einem Wirkungsgefüge zusammengeführt. Dadurch erkennen die Lernenden, wie Klimawandel, Wasserknappheit, Viehverlust, Hunger, Bildungsmangel und Flucht miteinander verbunden sind.
Die Lebensgeschichte von Gilo Koracha eignet sich für einen Perspektivwechsel. Die Lernenden können ein Personenprofil erstellen, das ihre frühere Lebenssituation, ihre gegenwärtigen Sorgen, ihre Fähigkeiten und ihre Rolle als Vertreterin der Lagergemeinschaft umfasst. Eine Aufgabe kann darin bestehen, Fragen für ein respektvolles Interview zu formulieren. Ein innerer Monolog sollte nur behutsam verwendet werden, da fremde Erfahrungen nicht vollständig nachempfunden werden können. Die Lernenden dürfen keine dramatischen Einzelheiten erfinden, sondern müssen sich an den Informationen des Magazins orientieren.
Die Aussage, dass die Familien sich aus eigener Kraft nicht mehr retten können, eröffnet eine ethische Diskussion über Verantwortung. Die Lernenden untersuchen, wer zur Bewältigung der Krise beitragen muss. Dabei unterscheiden sie die Verantwortung der betroffenen Gemeinschaften, der äthiopischen Regierung, wohlhabender Staaten, internationaler Unternehmen, Kirchen und einzelner Menschen. Mit einem Verantwortungsdiagramm kann dargestellt werden, welche Akteure besonders stark zum Klimawandel beitragen und welche Menschen besonders stark unter seinen Folgen leiden. Daraus ergibt sich der Begriff Klimagerechtigkeit.
Eine Urteilsaufgabe kann sich mit der Frage beschäftigen, ob Menschen, die wegen Dürre, Überschwemmung oder steigender Meeresspiegel ihre Heimat verlassen, als Klimavertriebene anerkannt werden sollten. Die Lernenden sammeln Argumente, prüfen rechtliche und moralische Aspekte und entwickeln ein begründetes Urteil. Dabei wird deutlich, dass Flucht selten nur eine Ursache besitzt. Klimatische, wirtschaftliche, politische und soziale Faktoren wirken häufig zusammen.
Die Nahrungsmittelhilfe der Spiritaner bietet Anlass, zwischen Nothilfe und langfristiger Entwicklung zu unterscheiden. Die Lernenden ordnen Essensausgabe, Schulspeisung, Anbau widerstandsfähiger Getreidesorten, Kleinviehhaltung, Bildung und Kooperativen unterschiedlichen Formen von Hilfe zu. Danach beurteilen sie, welche Maßnahmen unmittelbar Leben schützen und welche eine dauerhafte Selbstständigkeit fördern können. Das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe sollte kritisch betrachtet werden, da es nur gelingen kann, wenn Betroffene an Planung und Entscheidungen beteiligt sind.
Die Reportage aus Uganda eignet sich zur Untersuchung globaler Lieferketten. Die Lernenden sammeln Produkte, in denen Palmöl enthalten sein kann, und verfolgen den Weg vom Anbau bis zum Verkauf. Anschließend untersuchen sie Vorteile und Probleme des Palmöls. Die Ölpalme liefert auf vergleichsweise kleiner Fläche große Erträge, zugleich können Plantagen Regenwald zerstören, Landkonflikte verschärfen und Menschen vertreiben. Ziel ist ein differenziertes Urteil, das nicht bei der einfachen Forderung nach einem vollständigen Verzicht stehen bleibt.
In einem Planspiel können die Lernenden die Rollen einer Dorfgemeinschaft, eines Unternehmens, der Regierung, einer Umweltorganisation, der Caritas und einer Gruppe allein erziehender Frauen übernehmen. Gemeinsam beraten sie über die Ausweitung einer Palmölplantage. Jede Gruppe formuliert Interessen, Befürchtungen und Bedingungen. Danach verlassen die Lernenden ihre Rollen und beurteilen das Vorhaben anhand der Kriterien Menschenwürde, Landrechte, Gemeinwohl, Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Entwicklung und Beteiligung. Besonders wichtig ist die Frage, wer über das Land entscheiden darf und ob Frauen in die Entscheidung einbezogen werden.
Die Erfahrungen von Rose Nanteza, Phionah Bwayirisa, Harriet Naluwooza und weiteren Frauen machen sichtbar, dass ökologische Krisen nicht alle Menschen gleich treffen. Die Lernenden untersuchen, warum Frauen nach Umsiedlungen häufig allein für Kinder, Nahrung und Einkommen verantwortlich bleiben. Dabei können Geschlechtergerechtigkeit, Landbesitz, wirtschaftliche Abhängigkeit und politische Mitbestimmung behandelt werden. Die Frauen sollten nicht nur als Leidtragende dargestellt werden. Ihre Gärten, die selbst gegründete Schule und ihre gegenseitige Unterstützung zeigen Handlungskraft und gemeinschaftliche Verantwortung.
Die Dorfgrundschule auf Buvuma ermöglicht eine Verbindung zum Recht auf Bildung. Die Lernenden untersuchen, warum die Gemeinschaft selbst eine Schule errichtet hat und welche Aufgaben eigentlich dem Staat zukommen. Anschließend entwickeln sie einen Plan für eine gerechte Dorfentwicklung, der Bildung, sauberes Wasser, Gesundheitsversorgung, Landwirtschaft, Verkehr und Umweltschutz berücksichtigt. So wird deutlich, dass nachhaltige Entwicklung mehrere Lebensbereiche miteinander verbinden muss.
Die Enzyklika Laudato si bietet den theologischen und sozialethischen Rahmen für die Arbeit mit dem Magazin. Ausgewählte Aussagen können arbeitsteilig gelesen und den Reportagen zugeordnet werden. Die Lernenden untersuchen die Begriffe gemeinsames Haus, ganzheitliche Ökologie, Verantwortung für die Armen und ökologische Umkehr. Danach formulieren sie in eigenen Worten, worin Papst Franziskus die Verbindung zwischen Umweltkrise und sozialer Ungerechtigkeit sieht.
Ein Vergleich zwischen dem ersten und dem zweiten Schöpfungsbericht kann die biblische Perspektive vertiefen. Die Lernenden arbeiten heraus, wie der Mensch als Geschöpf, Ebenbild Gottes und verantwortlicher Hüter der Erde beschrieben wird. Der Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, kann auf Landwirtschaft, Rohstoffnutzung, Energieverbrauch und Konsum bezogen werden. Dabei sollte kritisch erläutert werden, dass biblische Aussagen nicht zur rücksichtslosen Herrschaft über die Natur berechtigen.
Das Interview mit dem Klimaökonomen Ottmar Edenhofer eignet sich für ältere Lernende. Sie können unterschiedliche Instrumente des Klimaschutzes wie die Bepreisung von Kohlendioxid, Klimazölle und den Ausbau neuer Technologien untersuchen. Danach diskutieren sie, wie Klimapolitik sozial gerecht gestaltet werden kann. Eine leitende Frage lautet, wer die Kosten des Klimaschutzes tragen sollte. Die Lernenden sollen zwischen individueller Verantwortung, politischer Steuerung und wirtschaftlicher Verantwortung unterscheiden.
Der Rückblick auf Papst Franziskus und die Wahl von Papst Leo XIV. kann zur Auseinandersetzung mit der Rolle des Papstamtes genutzt werden. Die Lernenden untersuchen, welche Impulse Papst Franziskus zu Umwelt, Armut, Migration und kirchlicher Erneuerung gegeben hat. Danach formulieren sie Erwartungen an Papst Leo XIV. Dabei wird deutlich, dass kirchliche Verkündigung auch gesellschaftliche und politische Fragen berührt.
Zur Förderung der Medienkompetenz analysieren die Lernenden das Magazin als Veröffentlichung eines katholischen Hilfswerkes. Sie untersuchen, wie Bilder, Überschriften, Lebensgeschichten, theologische Aussagen und Spendenaufrufe zusammenwirken. Sie fragen, welche Menschen selbst zu Wort kommen, welche Interessen internationaler Unternehmen dargestellt werden und welche Perspektiven fehlen. Ein Vergleich mit Unternehmensinformationen, Umweltorganisationen oder Berichten aus Uganda und Äthiopien fördert die Quellenkritik.
Als handlungsorientierter Abschluss eignet sich die Gestaltung von Klimawimpeln. Die Lernenden wählen ein Zitat aus Laudato si oder formulieren eine eigene Botschaft zur Bewahrung der Schöpfung. Die Wimpel können zu einem gemeinsamen Haus zusammengesetzt werden. Alternativ entwickeln die Lernenden eine Ausstellung, einen Podcast, ein Klimatagebuch, einen Gottesdienstimpuls oder konkrete Vorschläge für eine nachhaltigere Schule. Entscheidend ist, individuelle Handlungen mit politischen und wirtschaftlichen Veränderungen zu verbinden. Klimaschutz darf nicht allein als private Konsumentscheidung erscheinen.
Für den Religionsunterricht bietet dieses Medium zahlreiche didaktische Anknüpfungspunkte. Lernenden kann zunächst über die eindrücklichen Fotografien, etwa von ausgetrockneten Landschaften oder betroffenen Menschen, ein emotionaler Zugang ermöglicht werden. Eine Bildbetrachtung kann dazu dienen, erste Wahrnehmungen zu sammeln und Fragen zu entwickeln. Anschließend kann das Thema Schöpfungsverantwortung vertieft werden, indem biblische Texte zur Schöpfung sowie Impulse aus der Enzyklika Laudato si aufgegriffen werden. Lernenden können erarbeiten, inwiefern der Mensch Verantwortung für die Welt trägt und welche Folgen ein rücksichtsloser Umgang mit der Natur hat. Methodisch bieten sich Gruppenarbeit, Diskussionen oder kreative Aufgaben an, etwa das Verfassen von Briefen aus der Perspektive betroffener Menschen oder das Entwickeln eigener Handlungsideen zum Schutz der Umwelt. Auch ein Vergleich zwischen der eigenen Lebensweise und den dargestellten Lebensrealitäten kann zur Reflexion anregen. Ziel ist es, ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge zu fördern, ethische Urteilsfähigkeit zu entwickeln und die Bedeutung von Verantwortung im christlichen Sinne zu erschließen.