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Liebeszeller Mission

Liebeszeller Mission

Warum man nicht alle Vorurteile über Mission glauben muss

Veröffentlichung:1.6.2019

Die Ausgabe Mission weltweit beschäftigt sich mit verbreiteten Vorurteilen gegenüber christlicher Mission und setzt diesen persönliche Erfahrungen von Missionarinnen und Missionaren aus Deutschland, Malawi, Papua Neuguinea, Burundi, Sambia und Chile entgegen. Die Beiträge zeigen, dass Mission weit mehr ist als die oft kritisierte Weitergabe religiöser Überzeugungen. Thematisiert werden Fragen nach kultureller Identität, sozialer Verantwortung, interkultureller Begegnung, Bildung, Entwicklungshilfe und dem christlichen Glaubenszeugnis. Die Autorinnen und Autoren berichten aus ihrem Alltag und schildern, wie Mission Menschen begleitet, Gemeinschaft stärkt und Hoffnung vermittelt. Gleichzeitig werden historische Fehlentwicklungen und berechtigte Kritik an missionarischem Handeln nicht verschwiegen, sondern reflektiert diskutiert. Die Ausgabe lädt dazu ein, eigene Vorstellungen von Mission zu hinterfragen und differenzierte Perspektiven kennenzulernen.

Die Ausgabe Mai und Juni 2019 der Zeitschrift „Mission weltweit“ beschäftigt sich mit Vorurteilen und kritischen Fragen gegenüber christlicher Mission. Beiträge aus Deutschland, Malawi, Papua Neuguinea, Sambia, Burundi und Chile behandeln den Zusammenhang von Mission und Kolonialismus, den Vorwurf kultureller Bevormundung, das Verhältnis von sozialem Engagement und Verkündigung sowie die öffentliche Wahrnehmung missionarischer Arbeit. An persönlichen Erfahrungen wird dargestellt, wie Mitarbeitende der Liebenzeller Mission ihren Auftrag verstehen und welche Bedeutung Bildung, Gesundheitsversorgung, Gemeindegründung, soziale Hilfe und religiöse Verkündigung in ihrer Arbeit besitzen. Der Sonderbeitrag von Tobias Schuckert prüft vier verbreitete Einwände gegen Mission. Dabei geht es um die Frage, ob Menschen ohne christlichen Glauben glücklich sein können, ob Jesus der einzige Weg zu Gott ist, ob Taten wichtiger als Verkündigung sind und ob Mission Kulturen zerstört. Der Beitrag räumt Fehler und kulturelle Unempfindlichkeit in der Missionsgeschichte ein, hält aber am christlichen Missionsauftrag und am universalen Anspruch des Evangeliums fest. Insgesamt verteidigt das Medium Mission aus einer evangelikalen Perspektive, wirbt jedoch zugleich für Selbstkritik, tätige Nächstenliebe, kulturelle Sensibilität und einen verantwortlichen Umgang mit Macht.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe II. Ausgewählte Beiträge können auch in der Sekundarstufe I eingesetzt werden, wenn sie sprachlich und inhaltlich vorbereitet werden. Es bietet Lernanlässe zu Mission, Kolonialismus, Religionsfreiheit, religiöser Wahrheit, interreligiösem Dialog, kultureller Vielfalt und christlicher Verantwortung. Da die Zeitschrift von einer Missionsorganisation herausgegeben wird, sollte sie als positionelle Quelle verwendet werden. Sie informiert nicht neutral über Mission, sondern möchte Vorwürfe entkräften, den christlichen Missionsauftrag begründen und Unterstützung für die eigene Arbeit gewinnen.

Als Einstieg können die Lernenden spontan Begriffe sammeln, die sie mit Mission verbinden. Die Ergebnisse werden nach positiven, negativen und offenen Vorstellungen geordnet. Anschließend klärt die Lerngruppe, worin der Unterschied zwischen Vorurteil, begründetem Urteil, Erfahrung, Kritik und Verallgemeinerung besteht. Dabei sollte deutlich werden, dass nicht jede negative Aussage über Mission ein Vorurteil ist. Historische Kritik kann auf belegbaren Erfahrungen mit Gewalt, Machtmissbrauch, kultureller Abwertung und kolonialer Herrschaft beruhen. Umgekehrt darf auch nicht jede missionarische Tätigkeit pauschal mit Zwang oder Kolonialismus gleichgesetzt werden.

Die Beiträge können arbeitsteilig untersucht werden. Kleingruppen erschließen jeweils einen Bericht und halten fest, welcher Vorwurf gegen Mission behandelt wird, welche Gegenargumente der Text formuliert, welche Beispiele verwendet werden und welche Perspektiven fehlen. Bei der Präsentation unterscheiden die Lernenden zwischen Tatsachenbehauptungen, persönlichen Erfahrungen, theologischen Überzeugungen und wertenden Aussagen. Diese Trennung ist wichtig, weil die Texte historische Informationen, individuelle Erlebnisse und religiöse Bekenntnisse miteinander verbinden.

Der Beitrag aus Malawi eignet sich für eine kontroverse Quellenanalyse. Er stellt den Vorwurf kultureller Zerstörung infrage und verweist auf problematische Traditionen, Gewalt gegen Frauen, Angst vor magischen Mächten und die Bedrohung von Menschen mit Albinismus. Bei der Bearbeitung ist eine respektvolle Sprache notwendig. Menschen mit Albinismus dürfen nicht durch abwertende oder veraltete Bezeichnungen auf ein körperliches Merkmal reduziert werden. Die beschriebenen Gefährdungen können zum Anlass genommen werden, Menschenwürde, körperliche Unversehrtheit und den Schutz vor Diskriminierung zu thematisieren.

Zugleich sollte der Beitrag nicht unkritisch als allgemeine Beschreibung Malawis übernommen werden. Die Lernenden prüfen, wer spricht, wer nur beschrieben wird und wie die Bevölkerung dargestellt erscheint. Einzelne Fälle erlauben keine umfassende Beurteilung einer ganzen Kultur. Ergänzende Stimmen malawischer Forschender, kirchlicher Verantwortungstragender, Frauenorganisationen und Menschenrechtsgruppen können die Darstellung erweitern. So wird vermieden, afrikanische Gesellschaften überwiegend als Orte von Angst, Armut und problematischen Traditionen erscheinen zu lassen.

Der Text aus Papua Neuguinea eröffnet eine Auseinandersetzung mit den Leistungen und den Ambivalenzen von Mission. Genannt werden Beiträge zu Bildung, Alphabetisierung, Gesundheitsversorgung, Übersetzung und Infrastruktur. Gleichzeitig werden Korruption, kirchliche Machtkämpfe und oberflächliche Formen des Christentums beschrieben. Die Lernenden können eine begründete Bilanz erstellen und dabei zwischen Absicht, Wirkung und unbeabsichtigten Folgen unterscheiden. Eine hilfreiche Leitfrage lautet, ob eine sozial nützliche Wirkung automatisch die religiöse Einflussnahme rechtfertigt.

Der Bericht aus Deutschland eignet sich für die Frage, ob Mission in einer pluralen Gesellschaft öffentlich auftreten darf. Die Lernenden untersuchen, wie Zusammenarbeit zwischen einer Missionsorganisation, städtischen Einrichtungen, Schulen und muslimischen Jugendlichen beschrieben wird. Sie können Kriterien entwickeln, unter denen religiös motivierte Akteure an gesellschaftlichen Projekten mitwirken können. Dazu gehören Transparenz, Freiwilligkeit, Respekt, Gleichbehandlung, Verzicht auf Druck und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Menschen anderer Überzeugungen.

Der Sonderbeitrag von Tobias Schuckert bietet Material für eine strukturierte Diskussion. Die vier behandelten Einwände können auf Gruppen verteilt werden. Jede Gruppe rekonstruiert zunächst die Argumentation des Textes und entwickelt danach eine mögliche Gegenposition. Auf diese Weise lernen die Lernenden, eine Position fair wiederzugeben, bevor sie diese beurteilen. Anschließend prüfen sie, welche Argumente überzeugend sind, welche Voraussetzungen enthalten sind und welche Fragen unbeantwortet bleiben.

Die Behauptung, Jesus sei der einzige Weg zu Gott, berührt die zentrale Frage nach dem Wahrheitsanspruch von Religionen. Hier bietet sich ein Vergleich mit Johannes 14,6, dem Missionsauftrag nach Matthäus 28, der Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ und gegenwärtigen Modellen der Religionstheologie an. Die Lernenden können exklusivistische, inklusivistische und pluralistische Positionen unterscheiden. Sie untersuchen, ob ein religiöser Wahrheitsanspruch notwendigerweise zur Abwertung anderer Religionen führt oder mit Respekt und Religionsfreiheit verbunden werden kann.

Die im Medium vorgenommene Gegenüberstellung von Jesus Christus und anderen Religionen sollte sachlich geprüft werden. Buddhismus, Islam und Schintoismus dürfen nicht ausschließlich aus christlicher Außenperspektive behandelt werden. Ergänzende Texte von Angehörigen dieser Religionen ermöglichen ein Gespräch auf Augenhöhe. Die Lernenden vergleichen, wie verschiedene Religionen Heil, Erlösung, Wahrheit und gelingendes Leben verstehen. Das Ziel besteht nicht darin, alle Unterschiede aufzulösen, sondern religiöse Überzeugungen korrekt darzustellen und begründet zu beurteilen.

Das Verhältnis von tätiger Nächstenliebe und Verkündigung eignet sich für ein ethisches Streitgespräch. Eine Gruppe vertritt die Auffassung, Hilfe müsse ohne religiöse Absicht erfolgen. Eine andere Gruppe begründet, weshalb religiöse Motivation und Verkündigung zur Identität christlicher Hilfe gehören können. Eine dritte Gruppe entwickelt eine vermittelnde Position. Als Kriterien können Freiwilligkeit, Transparenz, Bedürftigkeit, Abhängigkeit, Menschenwürde und das Recht auf religiöse Selbstbestimmung dienen. Besonders wichtig ist die Frage, ob Menschen Hilfe auch dann erhalten, wenn sie kein Interesse am christlichen Glauben zeigen.

Die Aussage des Mediums, Mission ermögliche eine freie Entscheidung für oder gegen den christlichen Glauben, kann anhand konkreter Situationen geprüft werden. Eine Entscheidung ist nur dann frei, wenn keine materielle Notlage, soziale Abhängigkeit, institutionelle Macht oder psychische Beeinflussung ausgenutzt wird. Lernende können Fallbeispiele untersuchen, in denen medizinische Hilfe, Bildung oder Lebensmittel mit religiösen Angeboten verbunden sind. Sie formulieren Bedingungen, unter denen Glaubenskommunikation verantwortungsvoll sein kann.

Für die historische Vertiefung sollte die Beziehung zwischen Mission und Kolonialismus differenziert untersucht werden. Missionierende konnten koloniale Herrschaft unterstützen, kulturelle Überlegenheit vermitteln und lokale Religionen abwerten. Andere setzten sich für Bildung, Sprachentwicklung, medizinische Versorgung und den Schutz der Bevölkerung ein. Beide Seiten können gleichzeitig Teil derselben Geschichte sein. Geeignete Quellen sind Berichte von Missionierenden, Texte indigener christlicher Gemeinden, staatliche Dokumente und historische Forschung. Entscheidend ist, dass Menschen aus ehemals kolonisierten Gesellschaften selbst zu Wort kommen.

Das im Editorial erwähnte Thema der Mission unter jüdischen Menschen erfordert besondere historische und theologische Sensibilität. Die lange Geschichte christlicher Judenfeindschaft, erzwungener Bekehrungen und antisemitischer Verfolgung muss berücksichtigt werden. Die Lernenden sollten zwischen christlichem Zeugnis, interreligiösem Dialog und einer gezielten Infragestellung jüdischer Identität unterscheiden. Jüdische Perspektiven müssen dabei als eigenständige Stimmen einbezogen werden. Das Judentum darf nicht lediglich als Vorstufe des Christentums dargestellt werden.

Zur Förderung der Medienkompetenz können Überschriften, Fotografien, Bildunterschriften, Spendenhinweise und persönliche Porträts untersucht werden. Die Lernenden fragen, wie Vertrauen erzeugt wird, welche Gefühle angesprochen werden und welche Bilder von Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika entstehen. Besonders ergiebig ist die im Sonderbeitrag selbstkritisch angesprochene Verwendung trauriger Kinderbilder für Spendenwerbung. Die Lernenden können Kriterien für eine würdevolle Darstellung von Menschen in Hilfsorganisationen entwickeln. Dazu gehören Einwilligung, Kontext, Selbstbestimmung und die Vermeidung einseitiger Opferdarstellungen.

Als methodischer Abschluss eignet sich eine begründete Stellungnahme zur Frage, ob Mission in einer religiös vielfältigen Gesellschaft legitim ist. Alternativ können die Lernenden einen Verhaltenskodex für verantwortliche Mission entwickeln. Dieser sollte Religionsfreiheit, kulturelle Sensibilität, Transparenz, Gewaltfreiheit, Schutz vor Ausnutzung, Dialogbereitschaft und die Anerkennung eigener Fehler enthalten. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen Beitrag des Mediums aus der Perspektive einer bisher nur beschriebenen Person neu zu verfassen.

Die Bewertung sollte sich auf Textverständnis, Perspektivübernahme, historische Einordnung, theologische Argumentation, Quellenkritik und ethische Urteilsfähigkeit beziehen. Die persönliche Zustimmung oder Ablehnung von Mission sowie die religiöse Überzeugung der Lernenden dürfen keine Bewertungskriterien sein.


Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige Einsatzmöglichkeiten, insbesondere in den Themenbereichen Mission, Kirche in der Welt, interkulturelles Lernen, Vorurteile, Globalisierung und christliche Verantwortung. Die authentischen Erfahrungsberichte eignen sich hervorragend als Ausgangspunkt für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Missionsbegriff. Lernende können zunächst eigene Vorstellungen und Vorurteile über Mission sammeln und anschließend mit den dargestellten Erfahrungen vergleichen. Besonders gewinnbringend ist eine arbeitsteilige Erschließung der Länderberichte, bei der Gruppen unterschiedliche Texte analysieren und ihre Ergebnisse präsentieren. Dadurch werden verschiedene kulturelle und religiöse Kontexte sichtbar. Die Beiträge ermöglichen zudem Perspektivwechsel und fördern Empathie, indem sie konkrete Lebenssituationen von Menschen in unterschiedlichen Weltregionen darstellen. Im Anschluss können Diskussionsrunden zu Fragen wie „Wann ist Mission hilfreich?“, „Wo liegen Grenzen missionarischen Handelns?“ oder „Wie kann Glauben respektvoll weitergegeben werden?“ durchgeführt werden. Auch die Verbindung mit biblischen Missionsgeschichten, etwa dem Missionsauftrag Jesu oder den Reisen des Paulus, bietet sich an. Kreative Methoden wie Rollenspiele, Podiumsdiskussionen, Interviews oder die Gestaltung von Informationsplakaten vertiefen die Auseinandersetzung. Das Material fördert die Urteilsfähigkeit der Lernenden und unterstützt sie dabei, komplexe gesellschaftliche und religiöse Fragestellungen differenziert zu betrachten.

Hessen

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9G.1b Evangelisch-katholisches Gemeinschaftsprojekt: Wofür es sich zu leben lohnt.

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9.3 Dem Lebenssinn auf der Spur: Jesus Christus – dem Auferstandenen nachfolgen.

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