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Leibniz Institut | Georg Eckert Institut | Zwischentöne

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Facetten von Glaube und Zugehörigkeiten

Wer ist hier eigentlich Muslim?

Veröffentlichung:1.1.2015

Die Unterrichtseinheit „Facetten von Glaube und Zugehörigkeiten – Wer ist hier eigentlich Muslim?“ mit 25 Seiten und sieben Materialien richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II und wurde für den Einsatz im Religions- und Ethikunterricht konzipiert. Ziel der Einheit ist es, die Vielfalt muslimischer Identitäten in Deutschland sichtbar zu machen, gängige Stereotype zu hinterfragen und Jugendliche zu einem reflektierten, differenzierten Umgang mit Religion und Zugehörigkeit zu befähigen.


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Im Zentrum stehen sechs Interviewtexte, in denen Jugendliche mit muslimischem Hintergrund ihre persönlichen Glaubenshaltungen, kulturellen Prägungen und Erfahrungen mit gesellschaftlicher Fremdzuschreibung schildern. Die Aussagen zeigen ein breites Spektrum muslimischer Lebenswirklichkeiten: Faiz beispielsweise beschreibt, wie er sich bewusst von dogmatischen religiösen Praktiken distanziert und seinen Glauben als individuelle Entscheidung versteht. Kali bezeichnet sich selbst als „Kulturmuslimin“, für die das Fasten eine traditionelle, aber nicht religiös motivierte Praxis ist. Leila wiederum empfindet sich in einem kulturell-religiösen Spannungsfeld und verzichtet auf eine klare Zugehörigkeit. Mohammed stellt sich als praktizierender sunnitischer Muslim vor, der die fünf Säulen des Islam aktiv lebt und sich als „streng gläubig“ beschreibt. Tyson betont, dass für ihn Glaube vor allem eine Herzenssache sei, die nicht mit äußerer Zurschaustellung verwechselt werden sollte. Ergänzt wird das Spektrum durch ein Interview mit der Expertin Dr. Nadjma Yassari, die beschreibt, wie sie nach dem 11. September zunehmend als Muslimin wahrgenommen wurde – eine Identität, die ihr von außen zugeschrieben wurde, obwohl sie sich selbst nie darüber definiert hatte.

Die Einheit ist auf vier Unterrichtsstunden à 45 Minuten angelegt. In der ersten Stunde wird ein Einstieg über eine Brainstorming-Phase zur Frage „Was bedeutet muslimisch sein?“ vorgeschlagen, gefolgt von der gemeinsamen Textarbeit mit dem Interview von Faiz. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit seiner Haltung auseinander und diskutieren über Glauben, Kritik und kulturelle Prägung. In den folgenden zwei Stunden arbeiten sie in Gruppen jeweils an einem der Interviews mit Kali, Leila, Mohammed oder Tyson. Sie analysieren die Aussagen, erarbeiten Steckbriefe und präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum, beispielsweise durch Plakate oder Kurzvorträge. In der vierten Stunde folgt die Arbeit mit dem Interview von Dr. Yassari, das besonders die Wirkung gesellschaftlicher Zuschreibungen thematisiert. Eine abschließende Diskussion greift die Leitfragen der Einheit auf: Welche Facetten muslimischer Zugehörigkeit wurden sichtbar? Wie unterscheiden sich individuelle Haltungen zum Glauben? Welche Rolle spielen kulturelle, familiäre und gesellschaftliche Kontexte?

Begleitend zur Einheit steht ein Glossar mit grundlegenden Begriffen aus dem Islam zur Verfügung (z. B. Imam, Aleviten, Sunniten), das zur Begriffsbildung und zum besseren Verständnis beiträgt. Zudem sind didaktische Hinweise sowie Arbeitsaufträge zu jedem Interview enthalten, die eine strukturierte und differenzierte Auseinandersetzung ermöglichen.

Aus didaktischer Perspektive zielt die Einheit auf eine multiperspektivische Annäherung an das Thema Religion, indem sie lebensweltliche Erfahrungen von Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt. Sie fördert kritisches Denken, Empathie sowie den Abbau von Vorurteilen. Dabei geht es weniger um die Vermittlung eines „richtigen Islambildes“, sondern vielmehr um das Sichtbarmachen innerreligiöser Vielfalt und die Reflexion gesellschaftlicher Wahrnehmungsprozesse.

Die Unterrichtseinheit basiert auf dem pädagogischen Konzept des Projekts „Zwischentöne“ und wurde durch wissenschaftliche Literatur ergänzt, unter anderem durch Studien von Dr. Ursula Günther zur religiösen Identitätsbildung muslimischer Jugendlicher in Deutschland. Insgesamt bietet das Material einen fundierten und praxisnahen Zugang zum Thema Religion, Identität und gesellschaftliche Vielfalt – jenseits einfacher Schubladen.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Text, Bild

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8.7.2025

Interreligiöser Dialog

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