Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen Religionsunterricht, der Kirche nicht allein als Institution betrachtet, sondern nach ihrer Bedeutung für Gesellschaft und individuelles Handeln fragt. Ausgangspunkt kann die Leitfrage sein, was es heute überhaupt bedeutet, als Christ Zeugnis für den eigenen Glauben abzulegen. Dabei sollte der Begriff Glaubenszeugnis zunächst offen erschlossen werden. Die Lernenden können eigene Vorstellungen sammeln und diskutieren, ob Glaubenszeugnis vor allem das Sprechen über den Glauben, das persönliche Leben nach christlichen Überzeugungen oder gesellschaftliches Engagement bedeutet. Als motivierender Einstieg eignen sich die beiden Karikaturen auf Seite 4. Eine Karikatur konfrontiert mit der Frage, was Christsein konkret bedeutet, während die andere über die Beschäftigung mit gesellschaftlichen Randgruppen die Verbindung zwischen christlicher Identität und sozialem Handeln herstellt. Die Lernenden können zunächst Bilddetails beschreiben, Aussagen formulieren und anschließend eigene Deutungen entwickeln. Von diesem lebensweltlichen Einstieg aus bietet sich der Übergang zur Frage nach der religiösen Situation in Deutschland an. Die Aufgabe zur Religionszugehörigkeit lässt die Lernenden die Verhältnisse für 1970 und 2015 zunächst selbst einschätzen und ihre Entscheidungen begründen. Besonders produktiv ist es, die Vermutungen anschließend mit recherchierten Daten zu vergleichen. Dadurch werden Wahrnehmungskompetenz und Medienkompetenz miteinander verbunden. Die anschließende Beschäftigung mit Säkularität, Säkularisierung und der Säkularisierungsthese ermöglicht eine begriffliche Vertiefung. Das Material sieht ausdrücklich vor, Aussagen eines Textes thesenartig zusammenzufassen, mit der Säkularisierungsthese in Beziehung zu setzen und die Aussage zu diskutieren, dass das Abendland christlich bleiben werde. Methodisch kann daran eine strukturierte Diskussion anschließen, in der die Lernenden zwischen abnehmender Kirchenbindung, persönlicher Religiosität, religiöser Pluralität und gesellschaftlicher Bedeutung religiöser Traditionen unterscheiden. Der zweite Lernweg ermöglicht eine besonders lebensweltliche Weiterführung. Lernende recherchieren religiöses Engagement in ihrem eigenen Umfeld und können ihre Ergebnisse in einer Fotodokumentation oder einer Fotosafari präsentieren. Das Medium schlägt außerdem die gemeinsame Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung religiöser Motivation und einen Museumsrundgang zur Auswertung vor. Dadurch wird Religion als tatsächlich vorhandenes gesellschaftliches Phänomen erkundet und nicht ausschließlich über Schulbuchtexte vermittelt. Der dritte Lernweg eignet sich besonders für kooperatives und vergleichendes Lernen. Kleingruppen können unterschiedliche Bischofsinterviews bearbeiten und untersuchen, was Glaubenszeugnis jeweils bedeutet, wie das Bischofsamt verstanden wird, welche gesellschaftliche Aufgabe Christen übernehmen und vor welchen Herausforderungen die jeweiligen Kirchen stehen. Anschließend können die Ergebnisse in einer Vergleichsmatrix zusammengeführt werden. Besonders ergiebig ist die Frage nach dem Verhältnis von Glauben und Handeln. So betont Jan Graubner, dass es wichtiger sei, nach dem Glauben zu leben, als lediglich von ihm zu sprechen. Ricardo L. Baccay verbindet Glaubenszeugnis unter anderem mit Einfachheit, Verbundenheit und der Hinwendung zu armen Menschen. Daraus lässt sich eine Transferaufgabe entwickeln: Die Lernenden formulieren Beispiele dafür, wie christliches Zeugnis heute in Schule, Familie, Gemeinde und Gesellschaft sichtbar werden könnte. Abschließend kann die Ausgangsthese des Mediums aufgegriffen werden, dass ein Bischof nicht zuerst in die Kirche, sondern in die Gesellschaft gehört. Die Lernenden können dazu ein begründetes Urteil verfassen und dabei Erkenntnisse aus den Karikaturen, den statistischen Materialien, der Beschäftigung mit Säkularisierung und den internationalen Bischofsinterviews einbeziehen. Auf diese Weise fördert das Medium Wahrnehmungskompetenz, Deutungskompetenz und Kommunikationskompetenz und ermöglicht zugleich eine reflektierte Auseinandersetzung mit der Frage, welche gesellschaftliche Verantwortung aus christlichem Glauben erwachsen kann. Die im Material ausgewiesenen Kompetenzen zielen ausdrücklich darauf, religiösen Wandel wahrzunehmen, die Bedeutung von Religion und Kirche zu erläutern sowie sich respektvoll mit eigenen und fremden religiösen Überzeugungen auseinanderzusetzen.
Der Einstieg gelingt über eine Karikatur zu Christen als Randgruppe und dem sinken der Zahl der Kirchenmitglieder. In einem weiteren Schritt wird ein Tortendiagramm zur Entwicklung der Kirchenmitgliedschaft selbst geschätzt und dann in einer Web Recherche selbst erarbeitet. Als nächster Schritt wird die Zukunft der christlichen Kirchen in Europa thematisiert. Wird das Abendland christlich bleiben? Der folgende Schritt enthält eine Gruppenarbeit zu fünf Interviews mit Bischöfen aus allen Kontinenten. Sie stellen dabei die Situation in ihren Diözesen dar. Basierend darauf wird ein Bild der Weltkirche entwickelt. Während die Diözesen in Europa Gläubige verlieren wachsen Afrika und Südamerikas katholische Diözesen erheblich. Auch die Kirchenbilder der Bischöfe werden untersucht, die natürlich ebenfalls mit den Entwicklungen ihrer Bistümer und der Gesellschaften in denen diese existieren geprägt sind.