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BibleProjekt | Blogcast

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Wie erfüllt Jesus das Gesetz?

Veröffentlichung:9.10.2025

Der Blogcast von Bible Project thematisiert die Frage, wie Jesus das Gesetz erfüllt und ordnet diese Aussage aus Matthäus 5,17 in die gesamte biblische Geschichte ein. Dabei wird deutlich, dass Jesus nicht nur die Gebote befolgt, sondern die Geschichte Gottes mit seinem Volk zu ihrem Ziel führt. Der Beitrag zeigt, wie Motive aus dem Alten Testament wie Mose, Exodus und die Propheten in Jesus neu aufgenommen und vollendet werden. Besonders die Bergpredigt wird als Schlüsseltext hervorgehoben, in dem Jesus das Gesetz radikal auf die Liebe hin auslegt. Die Erfüllung des Gesetzes bedeutet demnach nicht nur äußeren Gehorsam, sondern eine innere Haltung der Liebe zu Gott und zum Nächsten, die die gesamte biblische Botschaft zusammenfasst.

Das etwa neun Minuten lange Audio von BibleProject erklärt die Aussage Jesu aus Matthäus 5,17, dass er nicht gekommen sei, um das Gesetz und die Propheten aufzulösen, sondern um sie zu erfüllen. Mit der Formulierung „Gesetz und Propheten“ ist die Hebräische Bibel gemeint. Der Beitrag versteht Erfüllung in zweifacher Weise. Jesus führt nach christlicher Deutung die biblische Geschichte zu ihrem Ziel, indem er die Aufgaben übernimmt, an denen andere biblische Personen gescheitert sind. Zugleich legt er in der Bergpredigt den tieferen Sinn der Gebote frei. Dieser besteht nicht nur darin, Unrecht zu vermeiden, sondern Liebe, Gerechtigkeit und gelingende Beziehungen zu verwirklichen. Das Mordverbot ist daher nicht schon vollständig erfüllt, wenn ein Mensch niemanden tötet. Sein Ziel ist erst dann erreicht, wenn Hass und Verachtung überwunden werden. Die Gottesliebe, die Nächstenliebe und die Goldene Regel bilden nach dem Audio die Mitte des Gesetzes und der Propheten. Jesus erscheint dabei als neuer Mose und als verheißener Gesalbter, der Menschen in eine erneuerte Gemeinschaft mit Gott und miteinander führt.

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Das Audio eignet sich für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe I und in der Sekundarstufe II. Es kann in Unterrichtsvorhaben zur Bergpredigt, zur Tora, zum Verhältnis von Altem und Neuem Testament, zur Bedeutung Jesu, zur Nächstenliebe und zu christlicher Ethik eingesetzt werden. Darüber hinaus eröffnet es Zugänge zu den Themen Gesetz, Freiheit, Gehorsam, Motivation, Gottesreich und interreligiöse Verständigung.

Die besondere didaktische Stärke des Beitrags liegt in der Klärung des Begriffs Erfüllung. Dieser wird häufig so verstanden, als habe Jesus die Gebote der Tora abgeschafft oder durch eine neue christliche Religion ersetzt. Matthäus 5,17 sagt jedoch ausdrücklich das Gegenteil. Jesus erklärt, dass er nicht zur Auflösung gekommen ist. Das Audio deutet Erfüllung als Vollendung der biblischen Geschichte und als Verwirklichung der tieferen Absicht der Gebote.

Als Einstieg kann die Lehrkraft das Wort Gesetz an die Tafel schreiben. Die Lernenden nennen spontan, was sie damit verbinden. Erwartbar sind Regeln, Verbote, Strafe, Ordnung, Schutz, Gerechtigkeit und Pflicht. Anschließend wird der Begriff Liebe ergänzt. Die Lernenden überlegen, ob Gesetz und Liebe Gegensätze sind oder einander ergänzen können. Diese Frage führt unmittelbar zur Argumentation des Audios.

Eine weitere Einstiegsmöglichkeit besteht darin, Matthäus 5,17 zunächst ohne Erklärung vorzulesen. Die Lernenden formulieren Vermutungen dazu, was Jesus mit „erfüllen“ meinen könnte. Mögliche Deutungen sind gehorchen, vollenden, bestätigen, verwirklichen oder zu Ende bringen. Nach dem Hören werden die Vermutungen überprüft und differenziert.

Vor dem Hören sollte die Bedeutung der Tora geklärt werden. Tora bedeutet Weisung oder Lehre und bezeichnet im engeren Sinn die fünf Bücher Mose. Sie ist für das Judentum nicht bloß eine Ansammlung belastender Vorschriften, sondern Ausdruck des Bundes, Orientierung für ein gerechtes Leben und Gabe Gottes. Der Begriff Gesetz kann diese umfassende Bedeutung nur teilweise wiedergeben.

Auch die Formulierung „Gesetz und Propheten“ sollte erklärt werden. Im Matthäusevangelium kann sie die grundlegenden Teile der jüdischen Heiligen Schrift zusammenfassen. Jesus spricht also nicht nur über einzelne Gebote. Er bezieht sich auf eine umfassende Geschichte von Schöpfung, Bund, Befreiung, Weisung, Scheitern, Hoffnung und Verheißung.

Für die erste Hörphase erhalten die Lernenden den Auftrag, zwei Bedeutungen von Erfüllung zu notieren. Die erste Bedeutung betrifft Jesus als Vollender der biblischen Geschichte. Die zweite betrifft die Lebensweise, zu der Jesus seine Nachfolgenden anleitet. Anschließend werden die Ergebnisse verglichen und in eigenen Worten zusammengefasst.

Beim zweiten Hören kann die Lerngruppe arbeitsteilig vorgehen. Eine Gruppe untersucht die Verbindung zwischen Jesus und Mose. Eine zweite Gruppe sammelt Aussagen über das Gesetz und die Propheten. Eine dritte Gruppe konzentriert sich auf Liebe und Gebote. Eine vierte Gruppe achtet auf das Reich Gottes und die Rolle der Menschen bei seiner Verwirklichung.

Zur textlichen Vertiefung sollte Matthäus 5,17 bis 20 vollständig gelesen werden. Der weitere Zusammenhang ist wichtig, weil Jesus die bleibende Bedeutung der Weisung Gottes betont. Lernende können markieren, welche Verben verwendet werden und welche Aussagen gegen eine einfache Abschaffung der Tora sprechen. Anschließend wird untersucht, wie die folgenden Abschnitte der Bergpredigt diese Erklärung entfalten.

Das griechische Wort für erfüllen kann mit füllen, vollständig machen oder zur vorgesehenen Bedeutung bringen verbunden werden. Diese Bedeutungsbreite eignet sich für eine Wortfeldarbeit. Lernende entwickeln Beispiele dafür, wann etwas erfüllt ist. Ein Versprechen ist erfüllt, wenn es verwirklicht wird. Eine Aufgabe ist erfüllt, wenn ihr Ziel erreicht ist. Eine Hoffnung ist erfüllt, wenn das Erwartete Wirklichkeit wird. Danach übertragen sie die Beobachtungen vorsichtig auf Matthäus 5,17.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Darstellung Jesu als neuer Mose. Das Matthäusevangelium erzählt von der Bedrohung des Kindes durch einen Herrscher, von der Flucht nach Ägypten, von der Rückkehr, von der Taufe im Jordan, von einer Zeit der Prüfung in der Wüste und von der Lehre Jesu auf einem Berg. Diese Motive erinnern an Mose und die Geschichte Israels. Lernende können die Parallelen in einer Tabelle ordnen und deren Bedeutung untersuchen.

Dabei sollte typologische Auslegung erklärt werden. Typologie bedeutet, dass spätere Ereignisse im Licht früherer biblischer Muster verstanden werden. Jesus ist nicht einfach Mose in einer neuen Ausgabe. Das Matthäusevangelium greift vertraute Motive auf, um seine Bedeutung zu deuten. Die Lernenden können prüfen, wo Gemeinsamkeiten bestehen und wo die Erzählungen voneinander abweichen.

Das Audio deutet Jesu Taufe als ein Bild für einen neuen Exodus. Jesus geht durch das Wasser und beginnt einen Weg, der zur Befreiung und zur Erneuerung führen soll. Diese Deutung kann mit Exodus 14, Josua 3 und Matthäus 3 verglichen werden. Dabei ist zu unterscheiden zwischen ausdrücklichen Aussagen der Texte und theologischen Verbindungen, die durch wiederkehrende Motive entstehen.

Eine zentrale Aufgabe besteht in der Untersuchung des Mordverbots. Exodus 20 verbietet den Mord. Jesus greift dieses Gebot in Matthäus 5 auf und fragt zusätzlich nach Zorn, Verachtung und beleidigender Sprache. Lernende können herausarbeiten, dass Jesus das Verbot nicht abschwächt. Er sucht nach den inneren Ursachen von Gewalt und erweitert dadurch den Bereich menschlicher Verantwortung.

Methodisch eignet sich eine Zielanalyse. Die Lernenden fragen bei einem Gebot zunächst, welches Verhalten untersagt oder gefordert wird. Danach untersuchen sie, welches positive Ziel hinter der Weisung stehen könnte. Beim Mordverbot lautet das negative Ziel, keinen Menschen zu töten. Das positive Ziel besteht im Schutz des Lebens, in der Achtung der Menschenwürde und in der Förderung versöhnter Beziehungen.

Diese Methode kann auf weitere Gebote übertragen werden. Das Verbot des Diebstahls zielt nicht nur darauf, fremden Besitz unangetastet zu lassen, sondern auch auf Ehrlichkeit und wirtschaftliche Gerechtigkeit. Das Verbot falscher Aussagen zielt auf Wahrhaftigkeit und verlässliche Beziehungen. So erkennen die Lernenden, dass Gebote Grenzen setzen und zugleich eine positive Vorstellung guten Lebens enthalten.

Die Aussage, Liebe erfülle das Gesetz, darf nicht so verstanden werden, als sei Liebe ein unbestimmtes Gefühl, das konkrete Regeln überflüssig macht. Liebe benötigt Orientierung, Verantwortung und den Schutz von Rechten. Umgekehrt kann eine äußerliche Befolgung von Regeln ohne Mitgefühl ungerecht oder selbstgerecht werden. Im Unterricht sollte deshalb das Zusammenspiel von Gebot, Haltung und Handlung betont werden.

Zur Vertiefung eignen sich Deuteronomium 6,4 und 5 sowie Levitikus 19,18. Aus diesen jüdischen Texten stammen die Gebote der Gottesliebe und der Nächstenliebe. Jesus erfindet diese Gebote nicht neu, sondern verbindet und gewichtet sie innerhalb der Tora. Diese Beobachtung verhindert die problematische Vorstellung, das Judentum stehe für Gesetz und das Christentum für Liebe.

Die Goldene Regel aus Matthäus 7,12 kann als weitere Zusammenfassung betrachtet werden. Lernende sammeln konkrete Situationen, in denen sie anderen so begegnen können, wie sie selbst behandelt werden möchten. Danach wird gefragt, ob die Regel allein ausreicht oder ob zusätzlich das Gespräch über die tatsächlichen Bedürfnisse des Gegenübers notwendig ist.

Die Formulierung von den 613 Geboten sollte historisch eingeordnet werden. Sie bezeichnet eine traditionelle jüdische Zählung der Gebote in der Tora. Die Zahl hilft, die Vielfalt religiöser Weisungen sichtbar zu machen. Sie darf jedoch nicht dazu verwendet werden, jüdisches Leben als starre oder überfordernde Gesetzesreligion darzustellen.

Besondere Aufmerksamkeit benötigt die Aussage des Audios, Mose und Israel seien gescheitert, während Jesus vollständig erfolgreich sei. In christlicher Theologie kann damit Jesu besondere Treue beschrieben werden. Im Religionsunterricht darf daraus jedoch keine Abwertung Israels oder des Judentums entstehen. Die Hebräische Bibel erzählt nicht nur vom Versagen, sondern ebenso von Glauben, Umkehr, Gerechtigkeit und Gottes wirksamer Partnerschaft mit Menschen.

Jesus war Jude, lebte in jüdischer Tradition und führte innerjüdische Gespräche über die Auslegung der Tora. Seine Lehre darf nicht als Ablehnung des Judentums dargestellt werden. Christliche Auslegung muss anerkennen, dass die Tora im Judentum eine eigenständige und bis heute lebendige Bedeutung besitzt.

Für eine Medienanalyse können die Lernenden untersuchen, welche theologischen Voraussetzungen BibleProject besitzt. Das Medium möchte die Bibel als zusammenhängende Geschichte verstehen, die zu Jesus führt. Diese christologische Perspektive beeinflusst die Auswahl und Verbindung der Texte. Lernende unterscheiden zwischen dem Wortlaut einer Bibelstelle und ihrer christlichen Deutung.

Eine produktive Aufgabe kann darin bestehen, die Aussage „Wenn wir Mord vermeiden, erfüllen wir das Gesetz teilweise. Wenn wir lieben, erfüllen wir es ganz“ zu prüfen. Die Lernenden sammeln Argumente, Einschränkungen und Beispiele. Dabei können sie fragen, ob Liebe ohne gerechte Regeln auskommt und ob die Befolgung eines Gebots bereits Ausdruck von Liebe sein kann.

Eine weitere Methode ist eine Fallanalyse. Eine Person hält sich äußerlich an eine Regel, behandelt andere aber verächtlich. Eine weitere Person besitzt gute Absichten, verletzt jedoch durch unüberlegtes Handeln die Rechte anderer. Die Lernenden untersuchen, weshalb sowohl die innere Haltung als auch die konkreten Folgen einer Handlung berücksichtigt werden müssen.

Als kreative Sicherung können die Lernenden eine dreiteilige Darstellung entwickeln. Der erste Teil nennt ein biblisches Gebot. Der zweite Teil beschreibt das geschützte Gut. Der dritte Teil formuliert eine positive Handlung, durch die der Sinn des Gebots verwirklicht wird. So entsteht aus dem Gebot „Du sollst nicht morden“ die Wertschätzung des Lebens und daraus die Aufgabe, Frieden und Versöhnung zu fördern.

Als Abschluss bietet sich eine Stellungnahme zu der Frage an: „Erfüllt Liebe das Gesetz oder braucht Liebe das Gesetz?“ Eine differenzierte Antwort sollte beide Richtungen berücksichtigen. Liebe führt die Gebote zu ihrem Ziel. Zugleich helfen Gebote dabei, Liebe konkret, gerecht und schützend zu gestalten.


Fragestellungen zum Audio und Antworten

Frage 1: Wo steht die Aussage Jesu über die Erfüllung des Gesetzes?

Die Aussage steht in Matthäus 5,17. Sie gehört zum Beginn der Bergpredigt und bildet eine Grundlage für die folgenden Auslegungen biblischer Gebote.

Frage 2: Was meint die Formulierung „Gesetz und Propheten“?

Die Formulierung bezeichnet grundlegende Teile der Hebräischen Bibel und kann zusammenfassend für die biblische Überlieferung stehen, auf die Jesus sich bezieht.

Frage 3: Ist Jesus gekommen, um die Tora abzuschaffen?

Nein. Jesus sagt ausdrücklich, dass er nicht gekommen sei, um aufzulösen. Nach dem Matthäusevangelium bestätigt er die Bedeutung der Weisung Gottes und führt sie zu ihrer vorgesehenen Erfüllung.

Frage 4: Was bedeutet erfüllen in Matthäus 5,17?

Erfüllen kann bedeuten, etwas vollständig zu machen, zu verwirklichen oder zu seinem Ziel zu bringen. Das Audio bezieht dies sowohl auf Jesu Rolle in der biblischen Geschichte als auch auf seine Auslegung der Gebote.

Frage 5: In welchen zwei Weisen erfüllt Jesus nach dem Audio das Gesetz und die Propheten?

Jesus führt nach christlicher Deutung die biblische Geschichte zu ihrem Ziel. Außerdem lehrt und lebt er eine Gerechtigkeit, die nicht bei äußeren Regeln stehen bleibt, sondern auf Liebe und erneuerte Beziehungen zielt.

Frage 6: Warum stellt das Matthäusevangelium Verbindungen zwischen Jesus und Mose her?

Mose ist die zentrale Gestalt der Befreiung aus Ägypten und der Vermittlung der Tora. Durch ähnliche Motive stellt Matthäus Jesus als einen neuen israelitischen Lehrer und Befreier dar.

Frage 7: Welche Parallelen bestehen zwischen Mose und Jesus?

Beide werden als Kinder durch einen gewalttätigen Herrscher bedroht. Beide verlassen einen Ort und kehren zurück. Beide werden mit Wasser, Wüste, Befreiung und göttlicher Weisung verbunden. Mose empfängt die Tora am Berg, während Jesus auf einem Berg lehrt.

Frage 8: Was bedeutet die Vorstellung eines neuen Exodus?

Der neue Exodus bezeichnet in christlicher Deutung eine umfassende Befreiung durch Jesus. Sie betrifft nicht nur politische Sklaverei, sondern auch Sünde, Gewalt, Entfremdung und Tod.

Frage 9: Was ist das Reich Gottes im Audio?

Das Reich Gottes ist eine Wirklichkeit, in der Gottes Wille geschieht, Bedrängte Würde erfahren und Liebe stärker ist als Gewalt, Reichtum oder gesellschaftliche Macht. Menschen nehmen daran teil, indem sie nach dem Vorbild Jesu leben.

Frage 10: Wie vertieft Jesus das Mordverbot?

Jesus verbietet nicht nur die Tötung eines Menschen. Er richtet die Aufmerksamkeit auch auf Zorn, Hass, Verachtung und beleidigende Sprache. Damit fragt er nach den Wurzeln von Gewalt.

Frage 11: Warum ist das bloße Vermeiden von Mord noch keine vollständige Erfüllung?

Das Verbot setzt eine notwendige Grenze. Sein positives Ziel besteht jedoch im Schutz des Lebens und in der Entwicklung friedlicher Beziehungen. Wer nicht tötet, aber andere verachtet, hat dieses Ziel noch nicht erreicht.

Frage 12: Welche Bedeutung besitzt die Liebe für die Gebote?

Liebe zeigt, worauf die Gebote zielen. Gottesliebe und Nächstenliebe sollen das Denken, Entscheiden und Handeln bestimmen. Liebe ersetzt verantwortliche Regeln nicht, sondern führt sie zu ihrem lebensdienlichen Ziel.

Frage 13: Woher stammen die Gebote der Gottesliebe und der Nächstenliebe?

Das Gebot der Gottesliebe steht in Deuteronomium 6. Das Gebot der Nächstenliebe steht in Levitikus 19. Beide gehören zur jüdischen Tora und werden von Jesus miteinander verbunden.

Frage 14: Was ist die Goldene Regel?

Die Goldene Regel lautet sinngemäß: Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch für sie. Jesus bezeichnet sie in Matthäus 7,12 als Zusammenfassung des Gesetzes und der Propheten.

Frage 15: Was bedeutet die Zahl 613?

Die Zahl bezeichnet eine traditionelle jüdische Zählung der Gebote in der Tora. Sie zeigt deren thematische Vielfalt, darf aber nicht als Beleg für eine angeblich starre oder lieblose Religiosität verwendet werden.

Frage 16: Erfüllen auch die Nachfolgenden Jesu das Gesetz und die Propheten?

Nach der Deutung des Audios beteiligen sie sich an dieser Erfüllung, wenn sie Gottesliebe, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Frieden praktizieren. Sie vollenden nicht Jesu einzigartige Rolle, leben aber nach seiner Weisung.

Frage 17: Welche Bedeutung hat die innere Haltung?

Die innere Haltung beeinflusst, wie Gebote umgesetzt werden. Äußerlich korrektes Verhalten kann von Hass oder Überheblichkeit begleitet sein. Jesus fordert daher eine Veränderung, die Motivation und Handlung umfasst.

Frage 18: Warum darf Jesu Lehre nicht gegen das Judentum ausgespielt werden?

Jesus war Jude und schöpfte seine Lehre aus der Tora und den Propheten. Gottesliebe, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sind bereits zentrale jüdische Anliegen. Jesu Auslegung gehört ursprünglich in einen innerjüdischen Zusammenhang.

Frage 19: Welche Bedeutung besitzt die Tora heute im Judentum?

Die Tora bleibt eine lebendige Grundlage jüdischen Glaubens und Lebens. Sie wird als Weisung Gottes gelesen, ausgelegt und in unterschiedlichen Formen praktiziert. Ihre Bedeutung besteht unabhängig von christlichen Deutungen.

Frage 20: Welche Hauptaussage vermittelt das Audio?

Das Audio vermittelt, dass Jesus das Gesetz und die Propheten weder beseitigt noch nur äußerlich befolgt. Nach christlicher Deutung bringt er die biblische Geschichte und die Weisungen Gottes zu ihrem Ziel. Dieses Ziel besteht in geheilten Beziehungen, umfassender Liebe und der Verbindung von Himmel und Erde.


Für den Religionsunterricht bietet der Blogcast vielfältige didaktische und methodische Anknüpfungspunkte. Er eignet sich besonders für die Sekundarstufe, um das Verständnis von Gesetz und Evangelium zu vertiefen und die Einheit der Bibel herauszuarbeiten. Methodisch kann der Audio Beitrag als Einstieg in eine Unterrichtsreihe zur Bergpredigt oder zur Christologie genutzt werden, indem Schülerinnen und Schüler zentrale Aussagen heraushören und strukturieren. Eine Möglichkeit ist das arbeitsteilige Hören mit Leitfragen, etwa zur Bedeutung von Erfüllung oder zu den Bezügen zum Alten Testament. Anschließend kann eine Visualisierung der biblischen Heilsgeschichte erfolgen, um die im Blogcast beschriebenen Zusammenhänge zwischen Mose, Israel und Jesus sichtbar zu machen. Auch ein Vergleich von traditionellen Gesetzesvorstellungen mit Jesu Auslegung in der Bergpredigt bietet sich an, etwa in Form von Textarbeit oder Rollenspiel. Darüber hinaus kann die ethische Dimension der Nächstenliebe diskutiert und auf aktuelle Lebenssituationen übertragen werden, um die Relevanz der biblischen Botschaft für die Gegenwart zu verdeutlichen. Differenzierende Aufgabenformate wie kreative Schreibaufträge oder die Entwicklung eigener Podcast Beiträge fördern zusätzlich die aktive Auseinandersetzung.

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