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BibleProjekt | Blogcast

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Waren Adam und Eva Priester in Eden?

Veröffentlichung:26.9.2024

Der vorliegende Blogcast aus dem Projekt BibleProject widmet sich der Frage, ob Adam und Eva im Garten Eden als Priester verstanden werden können. Ausgangspunkt ist die Deutung der Schöpfung als kosmischer Tempel Gottes, in dem der Garten Eden eine besondere heilige Mitte darstellt. Der Beitrag zeigt, dass die biblischen Texte Parallelen zwischen der Schöpfungserzählung und dem Tempelbau aufweisen, etwa durch die Struktur von sieben Tagen oder die symbolische Gestaltung heiliger Räume. Adam und Eva werden dabei als Stellvertreter Gottes beschrieben, die im Garten dienen und ihn bewahren sollen, was als priesterliche Aufgabe interpretiert wird. Zugleich thematisiert der Blogcast das Scheitern dieser ursprünglichen Berufung durch den Sündenfall und eröffnet eine Perspektive der Hoffnung, indem er auf die biblische Verheißung eines zukünftigen Retters verweist, der die priesterliche Rolle der Menschheit erneuert.

Das Audio des BibleProject geht der Frage nach, ob Adam und Eva im Garten Eden als Priester verstanden werden können. Es deutet die gesamte Schöpfung als kosmischen Tempel Gottes und den Garten Eden als besonderen heiligen Raum innerhalb dieses Tempels. Adam und Eva erscheinen als königliche und priesterliche Ebenbilder Gottes. Sie sollen den Garten bearbeiten, bewahren und die lebensfördernde Ordnung Edens in der gesamten Schöpfung verbreiten. Durch ihr Misstrauen und ihren Ungehorsam verfehlen sie diesen Auftrag. Das Audio verbindet ihr Scheitern mit der christlichen Hoffnung auf Jesus, der als verheißener Nachkomme das Böse überwindet, eine neue Menschheit begründet und die Gemeinschaft zwischen Gott, Mensch und Schöpfung wiederherstellt.

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Das Audio eignet sich für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe und kann in Unterrichtsreihen zu Schöpfung, Menschenbild, Menschenwürde, Gottesebenbildlichkeit, Adam und Eva, Garten Eden, Tempel, Priestertum, Verantwortung für die Schöpfung, Sünde, Exil, Jesus Christus oder neuer Schöpfung eingesetzt werden. Da das Audio zahlreiche sprachliche, historische und theologische Zusammenhänge herstellt, sollte es abschnittsweise gehört werden. Die Lernenden benötigen Zeit, um zwischen den ausdrücklichen Aussagen der Bibeltexte und der Deutung des BibleProject zu unterscheiden.

Als lebensweltlicher Einstieg kann die Frage gestellt werden, welche Orte Menschen als besonders, heilig oder schützenswert erleben. Die Lernenden nennen Orte aus Religion, Natur, Familie oder persönlicher Erinnerung und erklären, wodurch diese Orte ihre Bedeutung erhalten. Anschließend kann gefragt werden, wie sich das Verhalten eines Menschen verändert, wenn er die gesamte Welt als heiligen Raum betrachtet. Auf diese Weise wird die Vorstellung von der Schöpfung als Tempel vorbereitet.

Eine weitere Hinführung bietet ein Vergleich zwischen einem Haus, einem Garten und einem Tempel. Die Lernenden sammeln zu jedem Raum typische Eigenschaften und Tätigkeiten. Ein Haus kann für Schutz und Gemeinschaft stehen, ein Garten für Leben, Pflege und Wachstum, ein Tempel für Gottesgegenwart, Verehrung und Heiligkeit. Danach überlegen sie, welche Bedeutung entsteht, wenn Genesis die Welt mit allen drei Vorstellungen verbindet.

Vor der ersten Hörphase sollte Genesis 1,1 bis 2,3 gelesen werden. Die Lernenden achten auf Wiederholungen, zeitliche Ordnung, Räume, Lebewesen, Aufgaben und den siebten Tag. Sie können den Aufbau der sieben Tage grafisch darstellen. Anschließend hören sie, wie das Audio die sieben Tage als Hinweis auf die Einweihung eines kosmischen Tempels deutet. Die Lernenden prüfen, welche Beobachtungen diese Deutung stützen und welche Fragen offenbleiben.

Dabei muss deutlich werden, dass Genesis die Schöpfung nicht ausdrücklich als Tempel bezeichnet. Die Tempeldeutung entsteht aus literarischen Parallelen, kulturellen Zusammenhängen und späteren biblischen Motiven. Sie ist eine begründete Auslegung, aber nicht die einzig mögliche Interpretation. Die Lernenden sollen zwischen Textbeobachtung, historischer Einordnung und theologischer Schlussfolgerung unterscheiden.

Die Vorstellung vom siebten Tag kann vertieft werden. Gottes Ruhe bedeutet im Audio nicht, dass Gott erschöpft wäre. Sie bezeichnet vielmehr sein Wohnen und Regieren in der geordneten Schöpfung. Die Lernenden können verschiedene Bedeutungen von Ruhe sammeln und überlegen, wie Ruhe mit Frieden, Vollendung, Vertrauen und gerechter Ordnung verbunden sein kann. Daran lässt sich auch die Bedeutung des Sabbats anschließen.

Für die Erschließung der Tempelsymbolik können Grundrisse von Stiftshütte, Tempel und Garten Eden miteinander verglichen werden. Die Lernenden suchen nach räumlichen Strukturen wie Außenbereich, innerem Bereich, besonderer Mitte, östlichem Eingang und bewachtem Zugang. Danach erläutern sie die Aussage des Audios, der Kosmos sei ein großer Tempel und der Tempel ein kleines Abbild des Kosmos.

Der Begriff kosmischer Tempel sollte sprachlich gesichert werden. Kosmisch bezieht sich auf die gesamte geordnete Welt. Tempel bezeichnet einen Ort der Gegenwart und Verehrung Gottes. Ein kosmischer Tempel ist demnach die Vorstellung, dass die ganze Schöpfung Gottes heiliger Lebensraum ist. Diese Deutung kann mit der Frage verbunden werden, welche Folgen sie für den Umgang mit Menschen, Tieren, Pflanzen, Wasser und natürlichen Lebensräumen besitzt.

Der Garten Eden kann mit ausgewählten Tempeltexten verglichen werden. Geeignet sind Exodus 25 bis 28, 1 Könige 6 bis 8 und Ezechiel 40 bis 48. Die Lernenden markieren Motive wie Bäume, Pflanzen, Wasser, Gold, Edelsteine, Licht, Berge und Gottesgegenwart. Anschließend erstellen sie ein Begriffsnetz, das die Verbindungen zwischen Garten, Tempel und Schöpfung sichtbar macht.

Bei der historischen Einordnung kann erläutert werden, dass auch andere Kulturen des Alten Orients Tempel, heilige Berge, Palastgärten und Götterbilder kannten. Die biblischen Texte stehen in diesem kulturellen Umfeld, setzen aber eigene Akzente. In Genesis wird kein von Menschen geschaffenes Götterbild in den Tempel gestellt. Stattdessen werden die Menschen selbst als lebendige Ebenbilder Gottes bezeichnet. Dadurch erhält jeder Mensch eine besondere Würde und Verantwortung.

Der Begriff Ebenbild Gottes ist für die religionspädagogische Arbeit besonders wichtig. Die Lernenden können zunächst notieren, welche Eigenschaften Menschen häufig Wert verleihen. Danach wird herausgearbeitet, dass die biblische Menschenwürde nicht von Leistung, Gesundheit, Herkunft, Geschlecht, Aussehen, Intelligenz oder gesellschaftlicher Stellung abhängt. Alle Menschen besitzen Würde, weil sie als Ebenbilder Gottes verstanden werden.

Die Bezeichnung der Menschen als Götterbilder muss sorgfältig erklärt werden. Sie bedeutet nicht, dass Menschen selbst Götter sind oder angebetet werden sollen. Vielmehr sollen sie Gottes Herrschaft, Fürsorge und Gerechtigkeit in der Schöpfung repräsentieren. Der Mensch erhält dadurch keine grenzenlose Macht, sondern eine verantwortliche Aufgabe.

Zur Frage, ob Adam und Eva Priester waren, empfiehlt sich eine textnahe Untersuchung von Genesis 2,15. Das Audio bezieht sich auf die hebräischen Verben für dienen oder bearbeiten und bewahren oder hüten. Die Lernenden vergleichen unterschiedliche Bibelübersetzungen und untersuchen, welche Bedeutungen die verwendeten Verben besitzen können. Danach prüfen sie die These, dass dieses Wortpaar auf priesterliche Aufgaben hinweist.

Die Begriffe dienen und bewahren können in einer Wortfeldarbeit erschlossen werden. Dienen kann Arbeit, Fürsorge, Verehrung und Verantwortung bedeuten. Bewahren kann schützen, beachten, pflegen und einer Verpflichtung treu bleiben meinen. Die Lernenden formulieren konkrete Beispiele dafür, wie Menschen der Schöpfung dienen und sie bewahren können.

Die Aussage, Adam und Eva seien Priester, steht nicht ausdrücklich in Genesis. Sie ergibt sich aus der Verbindung von Garten, Tempel, Gottesgegenwart und priesterlichem Wortschatz. Diese Unterscheidung sollte festgehalten werden. Die Lernenden können ein begründetes Urteil dazu verfassen, ob sie die Deutung überzeugend finden.

Die gemeinsame Berufung von Adam und Eva bietet einen Zugang zu Geschlechtergerechtigkeit. Beide Menschen werden als Ebenbilder Gottes und als verantwortliche Stellvertretende beschrieben. Daraus lässt sich kein Vorrang eines Geschlechts ableiten. Die Lernenden können untersuchen, wie die gemeinsame Verantwortung für Beziehung, Arbeit, Schöpfung und Gemeinschaft dargestellt wird.

Die Vorstellung vom Herrschen benötigt eine kritische Klärung. Herrschaft über die Schöpfung bedeutet nicht rücksichtslose Ausbeutung. Im Zusammenhang des Gartens wird sie mit Dienen, Bearbeiten und Bewahren verbunden. Verantwortliche Herrschaft schützt Leben, schafft gerechte Bedingungen und begrenzt den eigenen Verbrauch. Diese Deutung kann mit heutigen Fragen zu Klimawandel, Artensterben, Konsum und globaler Gerechtigkeit verbunden werden.

Methodisch eignet sich eine Fallarbeit zu einem konkreten Umweltkonflikt. Die Lernenden untersuchen etwa die Verschmutzung eines Flusses, die Abholzung eines Waldes, Lebensmittelverschwendung oder den Verlust eines Lebensraums. Sie beschreiben beteiligte Interessen und entwickeln Handlungsmöglichkeiten. Anschließend prüfen sie, welche Entscheidungen dem Auftrag des Dienens und Bewahrens entsprechen könnten.


Eine kreative Aufgabe kann darin bestehen, ein Stück des Schulgartens oder Schulhofs als Raum des Lebens neu zu gestalten. Die Lernenden entwickeln Ideen für Artenvielfalt, Ruhe, Begegnung, Schönheit und gemeinschaftliche Verantwortung. Die Umsetzung muss nicht zwingend erfolgen. Bereits der begründete Entwurf macht sichtbar, wie Ordnung und Schönheit verantwortungsvoll gefördert werden können.

Genesis 3 sollte nicht nur als Bericht über das Essen einer verbotenen Frucht behandelt werden. Im Mittelpunkt stehen Misstrauen, der Wunsch nach selbstbestimmter Verfügung über Gut und Böse, gestörte Beziehungen und die Flucht vor Verantwortung. Die Lernenden können untersuchen, wie sich die Beziehungen zu Gott, zum anderen Menschen, zu sich selbst und zur Schöpfung verändern.

Das Verhör in Genesis 3 eignet sich für eine Analyse von Schuldverschiebung. Adam verweist auf Eva, Eva auf die Schlange. Die Lernenden suchen nach ähnlichen Mustern in alltäglichen Konflikten, ohne persönliche Erlebnisse offenlegen zu müssen. Danach entwickeln sie Aussagen, die Verantwortung übernehmen. So wird der biblische Text mit ethischem Lernen verbunden.

Die Vertreibung aus Eden kann als Exilerfahrung erschlossen werden. Exil bedeutet den Verlust von Heimat, Sicherheit und vertrauter Gemeinschaft. Dabei ist sensibel vorzugehen, da Lernende selbst Erfahrungen mit Flucht, Vertreibung oder Verlust haben können. Persönliche Berichte dürfen niemals eingefordert werden. Stattdessen können literarische Figuren oder allgemein gehaltene Beispiele verwendet werden.

Genesis 3,15 wird im Audio als Verheißung eines zukünftigen Nachkommen gedeutet, der das Böse besiegt. Diese messianische Lesart gehört zur christlichen Auslegungsgeschichte. Im unmittelbaren Textzusammenhang beschreibt der Vers zunächst die Feindschaft zwischen der Schlange und den Nachkommen der Frau. Die Lernenden sollten beide Ebenen kennenlernen und zwischen ursprünglicher Textbedeutung und späterer christlicher Deutung unterscheiden.

Die Verbindung zu Jesus kann mit Römer 5,12 bis 21 oder 1 Korinther 15,20 bis 49 vertieft werden. Paulus stellt Adam und Christus einander gegenüber. Adam steht dabei für eine Menschheit, die von Sünde und Tod geprägt ist. Christus steht für erneuertes Leben. Diese Aussagen sind theologische Deutungen und keine biologischen oder naturwissenschaftlichen Erklärungen der Menschheitsgeschichte.

Beim Vergleich von Schöpfungserzählung und Naturwissenschaft sollte klargestellt werden, dass Genesis keine moderne naturwissenschaftliche Abhandlung ist. Der Text beantwortet vor allem Fragen nach Gott, Welt, Ordnung, Würde, Beziehung und Verantwortung. Naturwissenschaftliche Modelle untersuchen dagegen die beobachtbaren Prozesse und zeitlichen Entwicklungen des Universums und des Lebens. Beide Zugänge sollten nicht künstlich gegeneinander ausgespielt werden.

Das Motiv der neuen Schöpfung kann mit Offenbarung 21 und 22 verglichen werden. Dort kehren Motive aus Genesis wieder, etwa Baum des Lebens, Wasser, Gottesgegenwart und die Überwindung des Todes. Die Lernenden erstellen eine Gegenüberstellung von Garten Eden und neuer Schöpfung. Dabei erkennen sie, dass die biblische Hoffnung nicht nur auf eine Rückkehr zum Anfang, sondern auf Heilung und Vollendung zielt.

Für die Ergebnissicherung kann ein Schaubild mit vier Stationen erstellt werden: Schöpfung als Tempel, Menschheit als Ebenbild, Scheitern im Garten und Hoffnung auf Erneuerung. Zu jeder Station formulieren die Lernenden einen Erklärungssatz und ordnen eine passende Bibelstelle zu. Alternativ nehmen sie eine kurze Audioantwort auf die Frage auf, ob Adam und Eva als Priester verstanden werden können.

Zur abschließenden Urteilsbildung eignet sich die Frage, ob die Vorstellung von der Welt als Tempel den Umgang mit der Schöpfung verändern kann. Die Lernenden entwickeln eine begründete Position und beziehen Menschenwürde, Verantwortung, Gerechtigkeit und Umweltschutz ein. Dabei sollte vermieden werden, komplexe ökologische Probleme allein dem Verhalten einzelner Menschen zuzuschreiben. Neben persönlichen Entscheidungen sind auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Strukturen zu berücksichtigen.


Fragestellungen zum Audio mit Antworten

Was ist das zentrale Thema des Audios?

Das Audio untersucht, ob Adam und Eva im Garten Eden als Priester verstanden werden können. Es deutet die Schöpfung als Tempel Gottes und die Menschen als königliche und priesterliche Ebenbilder, die Gottes gute Ordnung bewahren und verbreiten sollen.

Bezeichnet Genesis die Schöpfung ausdrücklich als Tempel?

Nein. Das Wort Tempel wird in den Schöpfungserzählungen nicht ausdrücklich für die Welt verwendet. Die Deutung ergibt sich aus dem Aufbau der Erzählung, den sieben Tagen und verschiedenen Parallelen zu Stiftshütte und Tempel.

Warum deutet das Audio die Schöpfung als kosmischen Tempel?

Die Welt wird in sieben Tagen geordnet und am siebten Tag ruht Gott. Das Audio verbindet dies mit antiken Einweihungsfeiern für Tempel. Gottes Ruhe wird als Wohnen und Regieren in seiner geordneten Schöpfung verstanden.

Was bedeutet kosmischer Tempel?

Ein kosmischer Tempel ist ein heiliger Raum, der die gesamte Schöpfung umfasst. Die Welt wird dabei als Ort der Gegenwart Gottes verstanden. Sie ist nicht wertloses Material, sondern ein Raum des Lebens, der Gemeinschaft und der Verantwortung.

Was bedeutet Gottes Ruhe am siebten Tag?

Gottes Ruhe bedeutet nicht, dass Gott erschöpft ist. Sie bezeichnet die Vollendung der geordneten Schöpfung und Gottes Gegenwart in ihr. Gott nimmt gewissermaßen seinen Platz ein und regiert in seinem kosmischen Tempel.

Warum wird der Tempel als Mikrokosmos bezeichnet?

Der Tempel bildet in begrenzter Form die Ordnung und Schönheit der gesamten Schöpfung ab. Seine Räume, Pflanzenbilder, Lichter und kostbaren Materialien erinnern an Himmel, Erde und Garten. Er ist deshalb ein kleines Abbild des Kosmos.

Warum wird der Garten Eden als Tempel verstanden?

Im Garten begegnen die Menschen Gott unmittelbar. Motive wie heiliger Raum, Gottesgegenwart, Bäume, Gold, Edelsteine, Wasser, östlicher Eingang und bewachter Zugang besitzen Parallelen zu späteren Tempeltexten. Daraus entsteht die Deutung Edens als Gartentempel.

Befindet sich Eden nach Genesis ausdrücklich auf einem Berg?

Genesis beschreibt Eden nicht unmittelbar als Berg. Die Deutung als Berggarten entsteht durch den Vergleich mit späteren biblischen Texten, besonders Ezechiel 28, und mit antiken Vorstellungen heiliger Berge.

Was bedeutet es, dass der Mensch Gottes Ebenbild ist?

Der Mensch soll Gott in der Schöpfung repräsentieren. Jeder Mensch besitzt dadurch eine besondere und unverlierbare Würde. Gottesebenbildlichkeit bedeutet nicht, dass Menschen selbst Götter sind, sondern dass sie Gottes gerechte und fürsorgliche Herrschaft sichtbar machen sollen.

Warum gelten Adam und Eva im Audio als Priester?

Sie leben in einem als Tempel gedeuteten Garten, erfahren Gottes Gegenwart und erhalten den Auftrag, den Garten zu bearbeiten und zu bewahren. Die dafür verwendeten hebräischen Wörter erscheinen später auch in Texten über den Dienst von Priestern und Leviten.

Nennt Genesis Adam und Eva ausdrücklich Priester?

Nein. Genesis verwendet diese Amtsbezeichnung nicht. Die priesterliche Rolle ist eine theologische Schlussfolgerung aus dem Ort, dem Auftrag und dem verwendeten Wortschatz.

Welche Bedeutung besitzt das hebräische Wort awad?

Das Wort kann arbeiten, bearbeiten, dienen oder verehren bedeuten. In Genesis 2 bezieht es sich auf die Arbeit im Garten. In anderen biblischen Texten kann es auch einen religiösen oder priesterlichen Dienst bezeichnen.

Welche Bedeutung besitzt das hebräische Wort schamar?

Das Wort bedeutet bewahren, hüten, schützen oder beachten. Es wird sowohl für den Schutz eines Ortes als auch für das Befolgen von Geboten verwendet. In priesterlichen Texten kann es die Aufgabe bezeichnen, das Heiligtum zu bewachen.

Was sollen Adam und Eva im Garten tun?

Sie sollen den Garten bearbeiten, bewahren und seine lebensfördernde Ordnung weiterentwickeln. Das Audio versteht ihren Auftrag so, dass sie Schönheit, Gerechtigkeit und Segen in die gesamte Schöpfung tragen sollen.

Was bedeutet Herrschaft über die Schöpfung?

Herrschaft bedeutet im Zusammenhang des Gartens verantwortliche Fürsorge. Menschen sollen Leben schützen, gerechte Bedingungen schaffen und die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren. Rücksichtslose Ausbeutung widerspricht diesem Auftrag.

Sind Adam und Eva in ihrer Berufung gleichwertig?

Beide gehören zur Menschheit, die als Gottes Ebenbild geschaffen und mit Verantwortung betraut ist. Die gemeinsame Berufung begründet die gleiche Würde beider Menschen. Ein grundsätzlicher Vorrang eines Geschlechts lässt sich daraus nicht ableiten.

Worin besteht das Scheitern von Adam und Eva?

Sie misstrauen Gott und nehmen die Bestimmung von Gut und Böse selbst in die Hand. Dadurch werden ihre Beziehungen zu Gott, zueinander, zu sich selbst und zur Schöpfung beschädigt. Statt Verantwortung zu übernehmen, weisen sie die Schuld weiter.

Was bedeutet die Vertreibung aus Eden?

Die Vertreibung bezeichnet den Verlust der unmittelbaren Gemeinschaft mit Gott und des geschützten Lebensraums. Das Audio deutet sie als Exil aus der geordneten Gartenwelt in eine von Mühe, Konflikt und Tod geprägte Wirklichkeit.

Welche Bedeutung besitzt Genesis 3,15?

Der Vers beschreibt zunächst die Feindschaft zwischen der Schlange und den Nachkommen der Frau. In der christlichen Auslegung wird er als frühe Hoffnung auf einen Retter verstanden, der das Böse besiegt. Diese messianische Deutung geht über den unmittelbaren Wortsinn hinaus.

Wie verbindet das Audio Adam und Jesus?

Adam steht für die Menschheit, die ihre Berufung verfehlt. Jesus wird als neuer Adam und als verheißener Nachkomme verstanden, der Gott vertraut, das Böse überwindet und eine erneuerte Menschheit begründet.

Was ist mit einer neuen Menschheit gemeint?

Eine neue Menschheit bezeichnet Menschen, deren Beziehungen zu Gott, zueinander und zur Schöpfung erneuert werden. Sie sollen wieder der Berufung entsprechen, Gottes Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit widerzuspiegeln.

Welche Hoffnung vermittelt die neue Schöpfung?

Die neue Schöpfung bezeichnet die Hoffnung auf die Heilung und Vollendung der gesamten Welt. Himmel und Erde sollen nach christlichem Verständnis vollkommen miteinander verbunden werden. Tod, Gewalt und Trennung sollen nicht das letzte Wort behalten.

Wie kann die Vorstellung von der Welt als Tempel das Handeln verändern?

Wer die Welt als heiligen Raum versteht, kann Menschen, Tiere, Pflanzen und natürliche Lebensgrundlagen mit größerer Achtung behandeln. Daraus folgen Verantwortung für Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit, friedliches Zusammenleben und die Bewahrung des Lebens.

Welche Aufgabe ergibt sich nach dem Audio für Menschen heute?

Menschen sollen Gottes guten Charakter durch Liebe, Mitgefühl, Großzügigkeit und Gerechtigkeit sichtbar machen. Sie sollen die Schöpfung schützen, lebensfördernde Ordnung mitgestalten und ihre schöpferischen Fähigkeiten verantwortungsvoll einsetzen.


Für den Religionsunterricht bietet dieses Medium eine theologisch anspruchsvolle und zugleich anschauliche Grundlage, um zentrale Themen der Schöpfungstheologie und Anthropologie zu erschließen. Der Audiocharakter ermöglicht einen motivierenden Einstieg, etwa durch ein bewusstes Hörsetting mit Leitfragen, die auf zentrale Inhalte vorbereiten. Im Anschluss kann die Deutung der Schöpfung als Tempel gemeinsam erarbeitet werden, indem Textstellen aus dem Buch Genesis analysiert und mit Tempelvorstellungen aus der Lebenswelt der Lernenden verglichen werden. Besonders geeignet ist die Methode des entdeckenden Lernens, bei der Schülerinnen und Schüler eigenständig Parallelen zwischen Eden und späteren Tempelbeschreibungen herausarbeiten. Die Frage nach der priesterlichen Rolle des Menschen lädt zudem zu ethischen und existenziellen Gesprächen ein, etwa über Verantwortung für die Schöpfung, Gerechtigkeit und das eigene Selbstverständnis. Kreative Zugänge wie das Gestalten eines symbolischen Tempelmodells oder das Schreiben eines Tagebucheintrags aus der Perspektive von Adam oder Eva können das Thema vertiefen. Darüber hinaus bietet sich eine kritische Reflexion an, inwiefern die vorgestellte Deutung eine mögliche Lesart unter mehreren darstellt und welche Bedeutung sie für heutige Glaubensvorstellungen hat. Insgesamt unterstützt das Medium die Förderung theologischer Urteilskompetenz sowie die Fähigkeit, biblische Texte in größere Sinnzusammenhänge einzuordnen.

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