Das Medium eignet sich besonders für Unterrichtsvorhaben zu den Themen Nächstenliebe, soziale Verantwortung, Menschenwürde, Kinderrechte, Heilige und Vorbilder, Berufung, christliches Handeln, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und weltweite Solidarität. Sein religionspädagogischer Wert liegt vor allem darin, dass christlicher Glaube nicht lediglich als Gegenstand religiösen Wissens behandelt wird, sondern in seiner handlungsorientierenden Bedeutung sichtbar wird. Don Bosco erscheint als Beispiel eines Menschen, der gesellschaftliche Missstände wahrnimmt, diese aus seinem Glauben heraus beurteilt und daraus konkrete Konsequenzen zieht. Die Unterrichtsreihe folgt damit einer Bewegung vom Wahrnehmen über das Bewerten zum eigenen Handeln. Dieser Aufbau ist im Medium ausdrücklich vorgesehen und ermöglicht eine enge Verbindung von religiösem Lernen, ethischer Urteilsbildung und Handlungskompetenz.
Als Einstieg bietet sich das Modul zur guten Tat an. Die Lernenden können zunächst unabhängig von Don Bosco darüber nachdenken, was sie selbst unter einer guten Tat verstehen. Hierzu eignet sich der Comic „Peters Welt“, der Alltagssituationen zeigt, in denen eine Person zwar bewusst etwas Gutes tut, in anderen Situationen jedoch Hilfe verweigert. Die anschließenden Fragen nach Motivation, Verantwortung, Solidarität und Grenzen der Hilfsbereitschaft ermöglichen einen unmittelbaren Lebensweltbezug. Alternativ können die im Material vorgeschlagenen Videos eingesetzt werden. Anschließend bietet sich die Placemat Methode an. Die Lernenden formulieren zunächst eigene Vorstellungen einer guten Tat, lesen die Gedanken anderer Gruppenmitglieder und entwickeln schließlich gemeinsam eine Definition. Die Methode ermöglicht individuelle Reflexion und kooperatives Lernen und macht unterschiedliche Wertvorstellungen innerhalb der Lerngruppe sichtbar. Das Medium sieht ausdrücklich vor, die verschiedenen Definitionen anschließend im Plenum zu diskutieren und zu einer gemeinsamen Vorstellung einer guten Tat weiterzuentwickeln.
Besonders handlungsorientiert ist die Methode des geheimen Freundes. Lernende erhalten den Auftrag, einer ausgelosten Person aus der Klasse innerhalb eines bestimmten Zeitraums bewusst etwas Gutes zu tun, ohne ihre Identität preiszugeben. Das Medium verfolgt damit das Ziel, Menschen stärker wahrzunehmen, die im normalen Schulalltag möglicherweise weniger Beachtung finden, und einen respektvollen und achtsamen Umgang miteinander zu fördern. Die Auswertung sollte religionspädagogisch sorgfältig begleitet werden. Entscheidend ist weniger die Frage, ob die Aufgabe erfolgreich erfüllt wurde, als vielmehr die Reflexion darüber, warum es manchmal leicht und manchmal schwierig ist, einem anderen Menschen Aufmerksamkeit zu schenken. Daraus können Fragen nach Selbstlosigkeit, Anerkennung, Gegenseitigkeit und Motivation entstehen.
Die anschließende Beschäftigung mit der Biografie Don Boscos sollte nicht ausschließlich als Vermittlung historischen Wissens gestaltet werden. Produktiver ist es, seine Lebensgeschichte unter der Leitfrage zu betrachten, wodurch Menschen dazu bewegt werden, Verantwortung zu übernehmen. Lernende können wichtige Stationen seines Lebens untersuchen und danach fragen, welche Erfahrungen seine Entscheidungen geprägt haben. Besonders hervorzuheben ist seine Wahrnehmung der Armut in Turin und seine Begegnung mit Kindern und Jugendlichen, die ohne familiären Rückhalt auf der Straße lebten, bettelten, stahlen oder als billige Arbeitskräfte ausgebeutet wurden. Don Bosco antwortete darauf mit Bildung, Betreuung, gemeinschaftlichem Leben und der Vermittlung beruflicher Perspektiven. Die Lernenden können dazu eine biografische Zeitleiste gestalten, Schlüsselsituationen auswählen oder aus der Perspektive Don Boscos einen Tagebucheintrag verfassen.
Für eine lebendige Vertiefung eignen sich die verschiedenen Geschichten aus dem Leben Don Boscos. Diese können arbeitsteilig von Gruppen gelesen und als kurze Rollenspiele dargestellt werden. Im Anschluss sollte jeweils untersucht werden, wem Don Bosco hilft, welche Notlage vorliegt, wie er handelt, welches Risiko er eingeht und aus welcher Motivation sein Handeln erfolgt. Das Medium regt ausdrücklich dazu an, seine guten Taten hinsichtlich Motivation, möglicher Gegenleistung und der zuvor erarbeiteten Definition guten Handelns zu reflektieren. Dadurch wird vermieden, Don Bosco lediglich als idealisierte Heiligengestalt zu präsentieren. Stattdessen können Lernende seine Entscheidungen beurteilen und fragen, was an seinem Handeln auch für die Gegenwart relevant sein kann.
Eine zentrale religionspädagogische Vertiefung bietet die Verbindung mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Lukas 10. Die Lernenden können zunächst die verschiedenen Figuren der Erzählung und deren Verhalten untersuchen und anschließend das Handeln des Samariters mit dem Handeln Don Boscos vergleichen. Das Medium stellt ausdrücklich Fragen nach der Bedeutung von Barmherzigkeit, nach der Motivation guten Handelns und danach, ob Menschen für Gott, für andere oder auch für sich selbst Gutes tun. Besonders ergiebig ist dabei das Leitwort Don Boscos, mit den Füßen auf der Erde und mit dem Herzen im Himmel zu leben. Es verbindet eine realistische Wahrnehmung konkreter Not mit dem Vertrauen auf Gott und der Hoffnung, dass Veränderung bereits in der Gegenwart beginnen kann. Lernende können dieses Leitwort deuten und anschließend ein eigenes Lebensmotto formulieren.
Der Baustein zu Straßenkindern ermöglicht einen Wechsel von der historischen zur gegenwärtigen Perspektive. Als Einstieg können die Lernenden ihre eigenen Vorstellungen einer guten Zukunft formulieren und diese anschließend mit den Lebenssituationen und Zukunftswünschen von Straßenkindern vergleichen. Das Medium sieht hierzu Steckbriefe konkreter Kinder vor und verbindet die Auseinandersetzung mit Fragen nach Lebensbedingungen, Zukunftschancen und notwendiger Unterstützung. Dieser Vergleich kann Empathie fördern, sollte jedoch nicht auf Mitleid beschränkt bleiben. Im Mittelpunkt sollte die Frage stehen, welche gesellschaftlichen Bedingungen dazu führen, dass Kinder ihre Rechte nicht wahrnehmen können. Die Materialien zu Kinderrechten und Kinderrechtsverletzungen ermöglichen deshalb einen Übergang von der persönlichen Ebene zu strukturellen Fragen von Armut, Bildung, Gewalt und gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Für die Beschäftigung mit Don Bosco in der Gegenwart eignet sich besonders das vorgesehene Stationenlernen. An mehreren Stationen begegnen die Lernenden Projektbeispielen aus verschiedenen Ländern und erhalten Einblicke in die heutige Arbeit der Salesianer. Die Unterrichtsreihe schlägt sieben Stationen vor, die mit Reflexionsfragen erschlossen werden. Alternativ kann der Film „Der Seiltänzer“ verwendet werden. Methodisch empfiehlt sich, die Projekte nicht lediglich beschreiben zu lassen. Die Lernenden können vielmehr untersuchen, welche Form von Not jeweils vorliegt, welche Unterstützung angeboten wird und welche Prinzipien Don Boscos in den Einrichtungen erkennbar werden. Ein Vergleich der verschiedenen Projekte kann zeigen, dass soziales Engagement je nach gesellschaftlichem Kontext unterschiedliche Formen annimmt.
Der Baustein „Don Bosco begegnen“ eignet sich besonders für handlungsorientierten Religionsunterricht. Die vorgeschlagene Übung zum Thema ungleiche Voraussetzungen kann dazu dienen, unterschiedliche Lebensbedingungen erfahrbar zu machen und anschließend kritisch zu reflektieren. Danach können Lernende soziale Einrichtungen in ihrer Umgebung recherchieren und untersuchen, für welche Menschen sie arbeiten und welche Möglichkeiten freiwilligen Engagements bestehen. Das Medium schlägt ausdrücklich vor, eine Einrichtung zu besuchen, dort tätigen Menschen zu begegnen oder eine Person aus einer sozialen Einrichtung in den Unterricht einzuladen. Ein solcher außerschulischer Lernort ermöglicht authentische Begegnungen und macht sichtbar, dass christliche Nächstenliebe auch heute konkrete institutionelle und persönliche Formen besitzt. Der Besuch sollte vorbereitet und anschließend ausgewertet werden. Lernende können vorab Interviewfragen formulieren und nach dem Besuch reflektieren, welche Vorstellungen vom sozialen Engagement sich bestätigt oder verändert haben.
Das Abschlussmodul „Initiative ergreifen“ sollte dazu genutzt werden, die gesamte Unterrichtsreihe auf die eigene Lebenswelt zurückzuführen. Die Lernenden können sammeln, welche Handlungsmöglichkeiten innerhalb der Schule, in der Gemeinde, im Stadtteil oder im globalen Zusammenhang bestehen. Anschließend kann ein gemeinsames Projekt geplant und durchgeführt werden. Dabei kann es sich etwa um eine Unterstützungsaktion für eine soziale Einrichtung, eine Informationskampagne zu Kinderrechten, ein schulisches Hilfsprojekt oder eine Aktion für benachteiligte Kinder und Jugendliche handeln. Entscheidend ist, dass die Lernenden selbst Ziele formulieren, Aufgaben verteilen, Entscheidungen treffen und das Ergebnis anschließend auswerten. Das Medium formuliert entsprechend als Ziel, eigene Möglichkeiten und Motivationen zum Engagement zu reflektieren sowie ein fachbezogenes Projekt zu planen, zu realisieren und auszuwerten. Damit wird christliche Ethik nicht allein besprochen, sondern in konkrete Handlungsmöglichkeiten übersetzt.
Der Einstieg erfolgt über die Thematisierung von Hilfe am Nächsten oder Nachgeben gegenüber der Selbstsucht. In einem Comic und YouTube Videos werden moralische und unmoralische Entscheidungen thematisiert. Das ignorieren von Leiden wie bei einem frierenden Kind und das Verhalten bei einem verlorenen Geldbeutel oder einem Taschendiebstahl ermöglichen die Diskussion dazu. Als Methode dient die Placemat. Anschließend wird die Definition einer guten Tat entwickelt. Der nächste Schritt Stellt Don Bosco als Beispielhaft handelnden Menschen vor. Zeichnungen aus seinem Leben und Geschichten dazu werden mit Bezug auf vorbildhaftes Handeln in mehreren Bereichen hinterfragt und ausgewertet. Ein weiterer Schritt thematisiert die Lebenswelt von Straßenkindern und die Hilfskonzepte der Oratorianer. Kinderrechte werden recherchiert und nach Bedeutung geordnet. Dies gelingt anhand der Geschichte von Samir, der immer wieder scheitert und seine Fehler wiederholt ohne zu lernen. Thematisiert wird auch die Frage nach weiterer Hilfe und Samirs eigener Schuld. Dennoch wird er nicht aufgegeben. Dazu wird eine Podiumsdiskussion mit Anklägern und Verteidigern Samirs vorbereitet. Ein Material entlastet durch Thesen für beide Seiten. Darunter sind auch christlich motivierte und biblische Argumente. Als Ergebnis ist wünschenswert, dass jedes Kind die gleichen Rechte hat und damit immer auch das Recht auf Unterstützung von verschiedenen Seiten. In einem weiteren Schritt wird Gesellschaftskritik geübt und es werden Kinderrechtsverletzungen aus Bildern und Texten gesammelt. Hilfsmethoden werden anhand von Quellen entwickelt. In Modul B rücken in einem nächsten Schritt benachteiligte junge Menschen weltweit in den Fokus. Die Informationen werden in Stationenlernen an sieben Stationen erarbeitet. Die Stationen enthalten ausdruckbare Materialien zu den Lebenswelten von Kindern weltweit. Anschließend werden mit der Methode Speeddating zwei Kreise gebildet. Während sich die Kreise drehen, befragen sich die zwei gegenüberstehenden Lerner/innen gegenseitig zu den Inhalten mithilfe von vorgegebenen Fragen. Eine Vertiefung bietet anschließend der Film, der Seiltänzer, zu Don Boscos Lebenswerk. Reflexionsfragen vereinfachen die Auswertung. Das nächste Modul C wird die ethische Herausforderung menschlichen Handelns und die besondere Würde menschlichen Lebens behandelt. Dieses Modul basiert auf dem Besuch einer Don Bosco Einrichtung. Es könnte auch eine Webrecherche zur Einrichtung gemacht werden, es kann aber auch ohne genutzt werden. Ein Mitarbeiter könnte eingeladen und interviewt werden. Im Abschlussmodul wird untersucht, wie selbst gehandelt werden kann. Dazu befragen sich die Lernenden gegenseitig mit der Methode Schnelle Übersicht. Der Kreis zum Einführungsmodul schließt sich, wenn ein Ende zum dort besprochenen Comic entwickelt wird. Zwei Lebensgeschichten zu moderner Nachfolge untersuchen den Weg zur Berufung bzw. zum Freiwilligen Jahr. In einer Einzelarbeit an einem eigenen Lebensbaum entwickeln die Lernenden eigene Lebensentwürfe. Wurzeln und Stamm sind dabei Dinge, welche sie beeinflusst haben. Die Blätter repräsentieren ihre Zukunftswünsche. Impulsfragen aus dem Material führen zum kritischen Hinterfragen eigener Entscheidungen und Wünsche. Abschließend kann ein Hilfsprojekt der Klasse oder Schule geplant werden.