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Eulenfisch Gregor Weigand

Eulenfisch,

Gregor Weigand

Jesus in Wiesbaden

Ein Fotoprojekt – zur Nachahmung empfohlen

Veröffentlichung:1.1.2014

Das Konzept zum Projekttag "Jesus in Wiesbaden" gibt auf zwei Seiten Empfehlungen zu einem Fotoprojekt zur Biografie Jesu.

Das Medium „Jesus in Wiesbaden. Ein Fotoprojekt zur Nachahmung empfohlen“ von Gregor Weigand beschreibt ein Unterrichtsprojekt im Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe zum Thema „Jesus Christus: Gottes letztgültiges Wort“. Ausgangspunkt ist eine moderne fotografische Darstellung von Jesus und seinen zwölf Jüngern aus der Fotoausstellung „I.N.R.I.“ von Bettina Rheims, auf der die Gruppe als jugendliche Gang in einer gegenwärtigen Umgebung inszeniert wird. Davon angeregt übertragen die Lernenden ausgewählte biblische Erzählungen aus dem Leben Jesu in ihre eigene Lebenswelt in Wiesbaden und setzen sie fotografisch neu in Szene. Bearbeitet werden die Taufe Jesu, die Heilung eines Blinden, die Kreuzigung, die Frauen am offenen Grab und die Begegnung des auferstandenen Jesus mit den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Die Gruppen wählen zunächst einen Bibeltext aus, lesen ihn genau, bestimmen eine charakteristische Szene und suchen anschließend einen Ort in Wiesbaden, der sowohl zur biblischen Erzählung als auch zur Lebenswirklichkeit der Lernenden passt. Zu jedem entstandenen Foto verfassen sie einen erklärenden Text, der gemeinsam mit dem jeweiligen Bibeltext in einer Ausstellung präsentiert wird. Das Projekt erhält darüber hinaus eine spirituelle Dimension, indem die Fotos, Bibeltexte und Erläuterungen in einen Schulgottesdienst einbezogen werden. Später werden die Arbeiten in einer Jugendkirche ausgestellt und durch selbst eingesprochene Audioguides sowie eine künstlerische Beleuchtung ergänzt. Dadurch werden die Betrachtenden eingeladen, neu über das Leben Jesu und seine Bedeutung für das eigene Leben nachzudenken.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen besonders geeigneten handlungsorientierten und ästhetischen Zugang zur Christologie und zur Frage nach der gegenwärtigen Bedeutung Jesu. Die zentrale didaktische Stärke besteht darin, dass biblische Texte nicht ausschließlich gelesen, analysiert und historisch eingeordnet werden, sondern von den Lernenden in die eigene Lebenswelt übertragen werden müssen. Dadurch entsteht eine produktive Spannung zwischen biblischer Überlieferung und Gegenwart. Als Einstieg empfiehlt sich die gemeinsame Betrachtung einer modernen Jesusdarstellung. Die Lernenden können zunächst beschreiben, was sie sehen, bevor sie das Bild interpretieren. Anschließend können Fragen formuliert werden wie „Wie würde Jesus heute dargestellt werden?“, „Wo könnte Jesus heute Menschen begegnen?“, „Welche Menschen würden zu seinem Umfeld gehören?“ oder „Welche Orte unserer Stadt passen zu bestimmten Geschichten aus dem Leben Jesu?“. Wichtig ist, dass zunächst unterschiedliche Vorstellungen zugelassen werden und keine vermeintlich richtige Darstellung Jesu vorgegeben wird. Anschließend können Gruppen jeweils eine biblische Perikope erhalten oder selbst auswählen. Das im Medium beschriebene Vorgehen sieht ausdrücklich vor, verschiedene biblische Möglichkeiten zu prüfen und den ausgewählten Text anschließend genau zu lesen. Diese Phase sollte im Unterricht sorgfältig durchgeführt werden, damit das Fotografieren nicht zu einer bloßen Illustration des Bibeltextes wird. Die Lernenden können Personen, Handlungen, Orte, Konflikte, Symbole und zentrale Aussagen des Textes markieren und anschließend formulieren, welche Botschaft ihrer Ansicht nach für die fotografische Umsetzung wesentlich ist. Erst danach entwickeln sie eine gegenwärtige Inszenierung. Besonders produktiv ist die Suche nach einem passenden Ort. Im ursprünglichen Projekt sollten ausdrücklich erkennbare Orte in Wiesbaden gewählt werden, die zugleich eine Bedeutung innerhalb der Lebenswirklichkeit der Lernenden besitzen. Dieses Prinzip lässt sich auf jeden Schulort übertragen. So kann beispielsweise eine Heilungsgeschichte an einem Ort inszeniert werden, der für Ausgrenzung oder Teilhabe steht. Die Emmauserzählung kann an einem Weg, einer Haltestelle oder einem Bahnhof dargestellt werden. Für die Kreuzigung können Lernende nach einem Ort suchen, den sie mit Leid, Einsamkeit oder gesellschaftlicher Ausgrenzung verbinden. Die Taufe Jesu kann mit Orten verbunden werden, die für Neubeginn, Identität oder Anerkennung stehen. Entscheidend ist jeweils die begründete Beziehung zwischen Bibeltext, Ort und fotografischer Gestaltung. Vor den eigentlichen Aufnahmen empfiehlt sich eine Probe im Klassenraum. Auch das beschriebene Projekt arbeitet mit einer solchen vorbereitenden Erprobung. Lernende können dabei Körperhaltung, Perspektive, Bildausschnitt, Kleidung, Requisiten und Rollenverteilung ausprobieren. Zusätzlich kann eine kurze Einführung in Bildgestaltung und Symbolsprache sinnvoll sein. Die Gruppen sollten anschließend ihre Entscheidungen schriftlich dokumentieren: Warum wurde gerade dieser Ort ausgewählt? Welche Person verkörpert welche Rolle? Welche Elemente des Bibeltextes wurden übernommen? Was wurde verändert? Welche Aussage soll das Foto für heutige Betrachtende besitzen? Eine besonders geeignete Vertiefung besteht im Vergleich zwischen Bibeltext und fertigem Foto. Lernende untersuchen, welche Aspekte des ursprünglichen Textes sichtbar geworden sind und welche neue Bedeutung durch die Übertragung in die Gegenwart entstanden ist. Dadurch werden Bibelkompetenz, Deutungskompetenz und Medienkompetenz miteinander verbunden. Gleichzeitig lernen die Lernenden, dass jede Darstellung Jesu bereits eine Interpretation darstellt. Für eine Präsentation bietet sich entsprechend dem vorgestellten Projekt eine Ausstellung an, in der Foto, Bibelstelle und eigener Erläuterungstext gemeinsam präsentiert werden. Ein Galeriegang kann mit Rückmeldekarten verbunden werden, auf denen Betrachtende notieren, welche Aussage sie in einem Foto erkennen und welche Fragen es bei ihnen hervorruft. Auch Audioguides sind eine geeignete Erweiterung. Im ursprünglichen Projekt sprechen die Lernenden die Bibeltexte und ihre eigenen Erläuterungen selbst ein. Dadurch verbindet sich visuelles, sprachliches und auditives Lernen. Religionspädagogisch besonders interessant ist schließlich die Möglichkeit, die Arbeit in eine spirituelle oder liturgische Form zu überführen. Das Projekt nutzt die entstandenen Fotos für einen Schulgottesdienst, in dem die ausgewählten Bibeltexte, die Bilder und die eigenen Erklärungen miteinander verbunden werden. Eine solche Weiterführung sollte jedoch nicht verpflichtend sein, sondern zur religiösen Situation der Lerngruppe passen. Als abschließende Reflexion können die Lernenden die Frage beantworten, ob sich ihr Bild von Jesus durch das Projekt verändert hat. Ebenso können sie diskutieren, was geschieht, wenn Jesus aus dem historischen Kontext der biblischen Texte in die eigene Stadt und Gegenwart übertragen wird. Das Projekt ermöglicht damit einen Religionsunterricht, in dem Lernende biblische Texte selbstständig erschließen, kreativ deuten, mit ihrer Lebenswelt verbinden und nach der Bedeutung Jesu für Menschen in der Gegenwart fragen.


Die Lernenden entscheiden, welche bekannten Szenen sie aus dem Leben Jesu darstellen und in ihrer unmittelbaren Umgebung fotografieren wollen. Die fünf ausgewählten Szenen waren die Taufe Jesu (Mk 1,9-11), die Heilung eines Blinden (Joh 9,1-12), die Kreuzigung (Lk 23,26-43), die Frauen am offenen Grab (Mk 16,1-8) und Jesus erscheint den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus (Lk 24,13-35). Ziel ist ein sehr emotionaler Bezug zu den anschließenden Arbeitsergebnissen. Zudem wird ein Ausstellungstext zum Bild verfasst, wodurch eine erneute Reflexion der eigenen Arbeit ermöglicht wird. Auch eine Anbindung an einen Schulgottesdienst ist möglich.


Methoden:

Bildanalyse

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.4 Vom Tod zum Leben. Leiden, Kreuz und Auferstehung.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.3 Dem Lebenssinn auf der Spur: Jesus Christus – dem Auferstandenen nachfolgen.

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