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Bistum Speyer

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Entscheidungen treffen: Gut und Böse

Veröffentlichung:1.3.2025

Die Unterrichtseinheit "Entscheidungen treffen: Gut und Böse" mit 42 Seiten und13 Materialien thematisiert die Reflexion über gut und böse im religiösen und ethischen Unterricht. Im Mittelpunkt stehen Entscheidungsfragen, Wertorientierungen und die Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata. Der Biblische Bezug gelingt durch Kain und Abel, Gleichnis vom barmherzigen Vater, Jesus heilt eine Frau am Sabbat und über die goldene Regel.

Das Medium „Entscheidungen treffen: Gut und Böse“ ist eine umfassende Unterrichtsreihe für den katholischen Religionsunterricht der Jahrgangsstufen 5 und 6. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Lernende zwischen Gut und Böse unterscheiden, Verantwortung übernehmen und ethische Entscheidungen im Licht des christlichen Glaubens treffen können. Die Unterrichtsreihe verbindet Erfahrungen aus der Lebenswelt mit zentralen biblischen Texten und christlichen Grundwerten. Ausgangspunkt ist die Zusage der bedingungslosen Liebe Gottes, aus der sich ein verantwortungsvolles Leben entwickelt. Die Materialien behandeln Themen wie Selbstwert, Freiheit, Dekalog, Goldene Regel, Gewissen, Schuld, Versöhnung und Vergebung. Biblische Erzählungen wie die Heilung der verkrümmten Frau, Kain und Abel sowie das Gleichnis vom barmherzigen Vater bilden den theologischen Schwerpunkt. Ergänzt werden die Unterrichtsvorschläge durch Hintergrundinformationen, methodische Hinweise, Arbeitsmaterialien und Literaturhinweise, sodass eine vollständige Unterrichtsreihe mit aufeinander aufbauenden Lernschritten entsteht.


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Das Medium eignet sich besonders für einen kompetenzorientierten und lebensweltorientierten Religionsunterricht in der Orientierungsstufe. Die Unterrichtsreihe verbindet ethisches Lernen konsequent mit der christlichen Glaubensperspektive und ermöglicht den Lernenden, eigene Erfahrungen mit biblischen Aussagen in Beziehung zu setzen. Zahlreiche Methoden wie Bibliolog, Rollenspiel, Partnerarbeit, Gesprächsrunden, Bildbetrachtungen, Kurzfilme, kreative Schreibaufgaben, Symbolarbeit und Reflexionsphasen fördern aktives und selbstständiges Lernen. Die Lernenden setzen sich mit Fragen nach Selbstannahme, Verantwortung, Freiheit, Gruppendruck, Gewissen, Schuld und Versöhnung auseinander und entwickeln dabei ihre ethische Urteilsfähigkeit. Biblische Texte werden nicht nur inhaltlich erschlossen, sondern durch Perspektivwechsel, szenisches Arbeiten und kreative Aufgaben emotional vertieft. Die Unterrichtsreihe legt besonderen Wert darauf, moralische Entscheidungen nicht allein als Einhaltung von Regeln zu verstehen, sondern als Antwort auf Gottes Liebe und als Ausdruck gelingender Beziehungen zu Gott und zu den Mitmenschen. Die umfangreichen Hintergrundinformationen unterstützen Lehrkräfte bei der theologischen Einordnung der Themen und ermöglichen eine fachlich fundierte Unterrichtsgestaltung. Durch die Verbindung von theologischer Reflexion, ethischer Bildung und handlungsorientierten Methoden bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten für differenzierten Religionsunterricht und fördert sowohl die religiöse Sprachfähigkeit als auch die Entwicklung sozialer und personaler Kompetenzen.


Das Material ist modular aufgebaut und bietet Bausteine wie Impulsfragen, Fallbeispiele, biblische Bezüge sowie methodische Vorschläge (z. B. Gruppenarbeit, Diskussion, Rollenspiele). Zudem werden theologische Reflexionen angeboten, die helfen sollen, den Begriff des „Guten“ und „Bösen“ theologisch zu fundieren — etwa im Kontext der Schöpfung, Sünde und Erlösung. Ein Schwerpunkt liegt darauf, wie Menschen in Alltagssituationen Entscheidungen treffen und welche Faktoren (z. B. Umfeld, Werte, Konsequenzen) dabei wirken.

„Staunenswert und wunderbar“ (Einführung)

Die Lernenden erhalten einen Stein verdeckt in die Hand, beschreiben ihn, vergleichen Erfahrungen und reflektieren ihn im Blick auf Psalm 139,14 („wunderbar gemacht“). Sie sollen erkennen, dass sie als Menschen wertvoll sind und gefragt sind, sich selbst und andere zu schätzen.

„Verpatzt?“

Mit der Erzählung „Verpatzt“ von Gudrun Pausewang wird ein Junge dargestellt, der mit einer Behinderung zu kämpfen hat und in Glaubenszweifel gerät. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit Selbstzweifeln auseinandersetzen, Fragen entwickeln, wie sie mit dem Gefühl des „Nicht-Gut-Seins“ umgehen, und theologische Deutungen finden.

Jesus heilt die verkrümmte Frau

Die Bibelstelle (Lk 13,10-17) thematisiert Jesu Heilung einer Frau, die 18 Jahre gebeugt war. Jesus setzt sich gegen sabbatbezogene Regeln hinweg, um Leben und Würde zu ermöglichen. Die Stunde enthält eine Tandemübung („verkrümmt – aufrecht“) und eine „Zuwendungsdusche“, bei der der inszenierte Mensch Mitteilungen erhält, die ihn „aufrichten“.

Dekalog und Freiheit

Die Zehn Gebote werden im Kontext der Befreiung Israels betrachtet. Sie werden im Blick auf Freiheit und Gemeinschaft gedeutet – Regeln schützen Freiheit, sie sind nicht bloße Zwänge. Das Sabbatgebot wird besonders diskutiert.

Goldene Regel

Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Goldenen Regel („Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun …“) und prüfen, ob und wie sie mehr ist als ein Verbot. Perspektivwechselübungen und praktische Fälle gehören dazu.

Kain und Abel

Die biblische Urgeschichte (Gen 4,1-16) dient zur Reflexion über Eifersucht, Zorn, Verantwortung und Schuld. Methoden: Bibliolog, Rollenaustausch, Visualisierungen, Bildinterpretation.

„Schwarm“ – Gruppenzwang

Der Kurzfilm Schwarm (2017) wird als Medienimpuls eingesetzt: Leon steht unter Gruppendruck, beteiligt sich an Gewalttat gegen einen Vogel. Die Schülerinnen und Schüler analysieren Rollen, Dynamiken und Entscheidungen. Anschließend wird der Gewissensprozess (z. B. Leon kehrt zum Vogel zurück) reflektiert.

Das Gewissen

Das Gewissen wird als „unsichtbarer Freund“, als Stimme, Kompass oder Antenne beschrieben. Im Zusammenspiel mit dem Film „Na, schlechtes Gewissen?“ und eingängigen Aufgaben wird thematisiert, wie das Gewissen sich entwickelt, wie man es „trainieren“ kann und wie es mit religiösem Bezug (Gott) verbunden ist.

Versöhnung und Vergebung

Schülerinnen und Schüler erarbeiten Rollenspiele, Schrittfolgen (z. B. Entschuldigen, Wiedergutmachung, Verzeihen) und erproben Versöhnungsprozesse. Der Übergang zur Vergebung durch Gott wird mit dem Gleichnis vom barmherzigen Vater verknüpft.

Gott vergibt bedingungslos & Versöhnung feiern

Mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) wird gezeigt, dass Gottes Liebe und Vergebung nicht an Bedingungen geknüpft sind, sondern ein Angebot bleibt. Der ältere Bruder im Gleichnis eröffnet Raum, über Widerstände gegenüber dieser bedingungslosen Zuwendung zu sprechen. Schließlich wird in einer Stunde die Versöhnung (Vergebungsbitte, Bußsakrament) gefeiert.


Material: Staunenswert und wunderbar – von Gott geliebt

Die Lernenden setzen sich mit Psalm 139 auseinander und entdecken ihre eigene Einzigartigkeit. Mithilfe eines Steins als Symbol reflektieren sie ihre Stärken, schreiben persönliche Danktexte und sprechen darüber, warum jeder Mensch wertvoll ist. Die Unterrichtseinheit stärkt Selbstannahme und Selbstwertgefühl.


Material: Verpatzt?

Ausgehend von einer Erzählung von Gudrun Pausewang beschäftigen sich die Lernenden mit Selbstzweifeln, Schwächen und der Frage, ob Gott Menschen so annimmt, wie sie sind. Sie schreiben Dialoge, formulieren eigene Gedanken und entwickeln Antworten auf Glaubensfragen.


Material: Jesus richtet auf – Heilung der verkrümmten Frau

Die biblische Erzählung aus Lukas 13 wird durch Bewegungsübungen, Gespräche und Symbolarbeit erschlossen. Die Lernenden erleben den Unterschied zwischen gekrümmt und aufrecht sein, übertragen diese Bilder auf ihr eigenes Leben und erkennen Gottes befreiendes Handeln.


Material: Dekalog – Gott schützt die Freiheit

Die Lernenden erinnern sich an den Auszug aus Ägypten und erschließen die Zehn Gebote als Regeln zum Schutz der Freiheit. Sie diskutieren den Sinn einzelner Gebote, insbesondere des Sabbatgebotes, und erkennen deren Bedeutung für das Zusammenleben.


Material: Die Goldene Regel – ein Supergebot?

Anhand von Alltagssituationen wenden die Lernenden die Goldene Regel an und vergleichen ihre positive und negative Formulierung. Sie versetzen sich in andere Menschen hinein, entwickeln Empathie und reflektieren verantwortliches Handeln.


Material: Zusammenfassung – Aufrecht leben, weil Gott uns liebt

Die Lernenden wiederholen die Inhalte der ersten Unterrichtsreihe und erkennen den Zusammenhang zwischen Gottes Liebe, Freiheit, Verantwortung und ethischem Handeln. Dabei werden die wichtigsten biblischen Grundlagen miteinander verknüpft.


Material: Kain tötet Abel – Im Zorn gefangen

Die Urgeschichte wird mithilfe eines Bibliologs erschlossen. Die Lernenden versetzen sich in die Figuren hinein, sprechen über Zorn, Neid, Eifersucht und Verantwortung und entwickeln Möglichkeiten, mit eigenen Konflikten konstruktiv umzugehen.


Material: Schwarm – Gruppenzwang

Der Kurzfilm Schwarm bildet den Ausgangspunkt für Gespräche über Gruppendruck, Mut und Verantwortung. Die Lernenden analysieren Figuren, reflektieren eigene Erfahrungen mit Gruppenzwang und diskutieren Möglichkeiten, dem eigenen Gewissen zu folgen.


Material: Das Gewissen – Der unsichtbare Freund

Ausgehend von Filmsequenzen und Gewissensfragen setzen sich die Lernenden mit der Entstehung und Bedeutung des Gewissens auseinander. Sie diskutieren moralische Entscheidungssituationen und entwickeln Strategien zur Gewissensbildung.


Material: Wie gelingt Versöhnung?

Mithilfe von Rollenspielen zu Alltagskonflikten entwickeln die Lernenden Schritte einer gelingenden Versöhnung. Sie üben Gespräche über Schuld, Entschuldigung, Verzeihen und Wiedergutmachung und reflektieren Voraussetzungen für gelingende Beziehungen.


Material: Gott vergibt bedingungslos

Das Gleichnis vom barmherzigen Vater wird im Bibliolog und durch Bildbetrachtungen erschlossen. Die Lernenden setzen sich mit Vergebung, Annahme und Neuanfang auseinander und vergleichen unterschiedliche Deutungen der Erzählung in Kunstwerken.


Material: Die Versöhnung feiern – Vergebungsbitte und Bußsakrament

Die Lernenden beschäftigen sich mit der Vergebungsbitte im Vaterunser sowie mit dem Bußsakrament. Sie reflektieren Situationen, in denen Menschen Vergebung brauchen oder selbst vergeben müssen, und lernen das Sakrament als Zeichen von Gottes Vergebung kennen.


Material: Hintergrundinformationen

Die Handreichung enthält ausführliche theologische Erläuterungen zur Goldenen Regel, zur Erzählung von Kain und Abel sowie zum Gleichnis vom barmherzigen Vater. Lehrkräfte erhalten fachliche Grundlagen für die Vorbereitung und Vertiefung des Unterrichts.


Material: Kopiervorlagen und Unterrichtsmaterialien

Zum Abschluss stehen zahlreiche Arbeitsblätter, Tafelbilder, Rollenkarten, Bildmaterialien, Bibliolog Vorlagen, Filmhinweise, Arbeitsaufträge sowie weitere Kopiervorlagen zur Verfügung. Die Lernenden bearbeiten diese Materialien eigenständig oder kooperativ und vertiefen damit die Inhalte der gesamten Unterrichtsreihe.

Material:

M1 Gudrun Pausewang: Verpatzt ..................................................................................... 31

M2 Jesus heilt eine Frau am Sabbat: Tafelbild 1 .............................................................. 33

M3 Jesus heilt eine Frau am Sabbat: Tafelbild 2 .............................................................. 33

M4 Erklärfilm..................................................................................................................... 33

M5 Die Goldene Regel: Aufgaben für den Online-Unterricht ............................................ 34

M6 Hausaufgabenüberprüfung ......................................................................................... 34

M7 Kain und Abel in sechs Bildern ................................................................................... 35

M8 Kain und Abel – ein Ausweg? ..................................................................................... 35

M9 Schwarm: Portraits...................................................................................................... 35

M10 Schwarm: Figurenkonstellationen ............................................................................... 36

M11 Schwarm: Leon kehrt um............................................................................................ 37

M12 Der Füller.................................................................................................................... 38

M13 Beichten: Statements.................................................................................................. 39

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 6

G6.1 Mein Recht und das Recht der anderen. Gerechtigkeit und die neue Gerechtigkeit Jesu.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 6

6.1 Entscheidungen treffen: Gut und Böse.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Erfahrungen von Schuld und Sünde – Entscheidungssituationen
  • Warum handeln Menschen böse? – Gen 3 und 4
  • Was ist das Gute? – Dekalog, Goldene Regel, Nachfolge Jesu
  • Die biblische Sicht von Schuld und Vergebung – Lk 15,11-32

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