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Misereor

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Wie Entwicklungszusammenarbeit wirkt

Ein Mystery zur Arbeit der Partnerorganisation „Butterflies“ in Delhi, Indien

Veröffentlichung:3.3.2026

Das Unterrichtsmaterial „Wie Entwicklungszusammenarbeit wirkt: Ein Mystery zur Arbeit der Partnerorganisation ‚Butterflies‘ in Delhi, Indien“ des Instituts für Lehrerfortbildung in Kooperation mit Misereor erschließt für die Jahrgangsstufen 8/9 exemplarisch, wie Entwicklungsdisparitäten, Kinderrechte und konkrete Hilfe zur Selbsthilfe zusammenhängen. Im Zentrum steht eine Mystery-Doppelstunde, in der Lernende anhand eines Fallbeispiels und vielfältiger Karten ein Wirkungsgefüge erstellen und so die Wirklogik von Entwicklungszusammenarbeit nachvollziehen.

Das Unterrichtsmedium „Wie Entwicklungszusammenarbeit wirkt: Ein Mystery zur Arbeit der Partnerorganisation Butterflies in Delhi, Indien“ von Viola Neugebauer, Michaela Rissing und Susanne Westhoff richtet sich ursprünglich an die Jahrgangsstufen 8 und 9 und ist für eine Doppelstunde konzipiert. Im Mittelpunkt stehen Entwicklungsunterschiede, Kinderrechte, Menschenwürde und die Frage, wie Entwicklungszusammenarbeit Kindern und Jugendlichen konkrete Zukunftsperspektiven eröffnen kann. Ausgangspunkt ist die fiktive Geschichte des vierzehnjährigen Rajid, dessen Familie aufgrund von Armut, ausbleibendem Regen, Ernteausfällen und fehlenden beruflichen Perspektiven ihr Dorf in Bihar verlässt und nach Delhi zieht. Rajid arbeitet dort als Fladenbrotbäcker und lebt schließlich auf der Straße. Hunger, fehlende Hygiene, Gewalt, Ausbeutung, mangelnde Bildung und Zukunftslosigkeit prägen seinen Alltag. Die zentrale Leitfrage des Mediums lautet, wie ein Kind wie Rajid dem Leben auf der Straße entkommen und mithilfe der Organisation Butterflies neue Perspektiven erhalten kann. Die Lernenden erschließen mithilfe eines Mysterys ein komplexes Wirkungsgefüge. Dabei lernen sie unterschiedliche Angebote von Butterflies kennen, darunter Straßenunterricht, medizinische Versorgung, warme Mahlzeiten, sichere Schlafmöglichkeiten, Freizeitangebote, therapeutische Hilfe, Gesundheitsbildung, eine Kinderbank, eine Kochschule und den Radiosender Butterflies Broadcasting Children. Im Zentrum steht dabei die Unterscheidung zwischen der Sicherung elementarer Grundbedürfnisse und dem Empowerment als Hilfe zur Selbsthilfe. Das Bild des Schmetterlings bringt diesen Zusammenhang zum Ausdruck: Erst beide Flügel zusammen, die Befriedigung der Grundbedürfnisse und die Stärkung eigener Fähigkeiten, ermöglichen neue Zukunftsperspektiven.

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Das Medium eignet sich sehr gut für einen fächerverbindenden Religionsunterricht in den Jahrgangsstufen 8 und 9, insbesondere zu Menschenwürde, Kinderrechten, globaler Gerechtigkeit, Armut, Nächstenliebe, Solidarität, Schöpfungsverantwortung und christlicher Entwicklungszusammenarbeit. Obwohl das Material ursprünglich für das Fach Erdkunde konzipiert wurde, besitzt es eine deutlich erkennbare religionspädagogische Dimension. Bereits die Einführung verbindet Malala Yousafzais Aussage über die lebensverändernde Bedeutung von Bildung mit Markus 10,13 bis 16. Die biblische Aussage über die besondere Stellung der Kinder wird dabei auf ihre Verletzlichkeit, ihre Schutzbedürftigkeit und ihre unbedingte Würde bezogen. Für den Religionsunterricht bietet sich deshalb die übergeordnete Frage an, was christliche Verantwortung angesichts von Armut und globaler Ungerechtigkeit konkret bedeuten kann.

Als Einstieg können die Lernenden zunächst ihre eigenen Vorstellungen von beruflicher Zukunft formulieren. Das Material schlägt dazu eine digitale Wortwolke vor. Gefragt wird, welchen Beruf die Lernenden später ausüben möchten. Zwischen ihren Antworten erscheint Rajids Berufswunsch beziehungsweise seine Tätigkeit als Fladenbrotbäcker. Anschließend wird sein Satz „Als Fladenbrotbäcker bin ich ziemlich gut, aber sonst?“ präsentiert. Dieser Einstieg besitzt religionspädagogisches Potenzial, weil er nicht mit abstrakten Informationen über Armut beginnt, sondern mit einer Gemeinsamkeit: Jugendliche denken über ihre Zukunft nach. Erst anschließend wird die Ungleichheit der Möglichkeiten sichtbar. Die Lehrkraft kann deshalb fragen, ob alle jungen Menschen dieselben Chancen besitzen, ihre Fähigkeiten zu entfalten, und was Menschen benötigen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Die Geschichte Rajids sollte anschließend sorgfältig erschlossen werden. Die Lernenden können seine Lebensgeschichte zunächst lesen und Ursachen und Folgen unterscheiden. Dabei bietet sich ein Wirkungsgefüge an. Klimawandel, ausbleibender Regen, Ernteausfälle, Armut, Krankheit des Vaters, Landflucht und die Hoffnung auf Arbeit in Delhi stehen miteinander in Beziehung. In Delhi entstehen neue Probleme wie Kinderarbeit, Obdachlosigkeit, fehlende Bildung und Gewalterfahrungen. Die Lernenden erkennen dadurch, dass Armut nicht durch eine einzige Ursache erklärt werden kann. Gerade diese Einsicht ist für die Auseinandersetzung mit Entwicklungszusammenarbeit wesentlich.

Aus religionspädagogischer Sicht sollte darauf geachtet werden, Rajid nicht ausschließlich als hilfloses Opfer darzustellen. Das Material selbst eröffnet hierfür einen geeigneten Zugang, weil die Arbeit von Butterflies ausdrücklich auf die individuellen Potenziale und die Würde der Kinder sowie auf Hilfe zur Selbsthilfe ausgerichtet ist. Lernende sollten deshalb nicht nur fragen, was Rajid fehlt, sondern auch, welche Fähigkeiten er besitzt, welche Entscheidungen er treffen kann und welche Bedingungen notwendig sind, damit er seine Fähigkeiten entfalten kann. Auf diese Weise wird eine defizitorientierte Perspektive vermieden.

Die zentrale Erarbeitung erfolgt mit der Mystery Methode. Die Lernenden lesen zunächst die Karten einzeln. Danach klären sie in Gruppen Verständnisfragen und ordnen die Informationen so an, dass Beziehungen zwischen Ursachen, Problemen, Hilfsangeboten und Wirkungen sichtbar werden. Zusammengehörige Karten werden räumlich gruppiert, miteinander verbunden und mit Überschriften versehen. Diese Methode eignet sich besonders, weil Entwicklungszusammenarbeit nicht als einfache Abfolge von Problem und Lösung dargestellt wird. Die Lernenden müssen Zusammenhänge selbst konstruieren, Entscheidungen über die Bedeutung einzelner Informationen treffen und ihre Ergebnisse argumentativ vertreten.

Die Mystery Karten ermöglichen dabei unterschiedliche thematische Schwerpunkte. Bildung kann dem Kreislauf der Armut entgegenwirken. An den Treffpunkten erhalten Kinder Schulmaterialien und können lernen. Medizinische Versorgung, Informationen zu Hygiene und gesunder Ernährung sowie therapeutische Angebote reagieren auf körperliche und seelische Gefährdungen. Gleichzeitig übernehmen Kinder selbst Verantwortung, etwa als Gesundheitshelfende. Gerade diese Verbindung ist für den Religionsunterricht bedeutsam: Menschenwürde bedeutet nicht ausschließlich, einen Menschen zu versorgen. Sie bedeutet auch, ihn als handlungsfähiges Subjekt ernst zu nehmen.

Besonders geeignet ist deshalb eine Unterscheidung zwischen Grundbedürfnissen und Empowerment. Die Lernenden können sämtliche Angebote von Butterflies diesen beiden Bereichen zuordnen. Sichere Schlafplätze, Nahrung und medizinische Versorgung sichern zunächst grundlegende Bedürfnisse. Bildung, die Kinderbank, der Radiosender, berufliche Ausbildung und die Übernahme von Verantwortung eröffnen dagegen Möglichkeiten zur Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Teilhabe. Der Radiosender ermöglicht Kindern beispielsweise, über eigene Themen und Rechte zu sprechen, während die Kochschule Jugendlichen eine zweijährige Ausbildung in der Gastronomie eröffnet.

Das auf Seite 22 dargestellte Schmetterlingssymbol eignet sich hervorragend zur Ergebnissicherung. Die beiden Flügel können von den Lernenden mit den Begriffen „Grundbedürfnisse“ und „Empowerment“ verbunden werden. Anschließend erklären sie, weshalb ein Schmetterling beide Flügel benötigt. Übertragen auf Entwicklungszusammenarbeit bedeutet dies, dass kurzfristige Hilfe und langfristige Selbstständigkeit zusammengedacht werden müssen. Das Material formuliert entsprechend, dass Angebote wie Kinderbank, Kochschule und Radiosender Möglichkeiten zur Selbsthilfe und Teilhabe schaffen und dadurch ein menschenwürdiges Leben fördern.

Für eine explizit theologische Vertiefung bietet sich der Begriff der Menschenwürde an. Die Lernenden können zunächst eigene Definitionen formulieren und anschließend untersuchen, wodurch die Würde Rajids bedroht wird. Danach wird gefragt, durch welche Angebote von Butterflies seine Würde geachtet und gestärkt wird. Diese Aufgabenstellung entspricht auch der im Material vorgesehenen Vertiefung, die ausdrücklich die Achtung und Stärkung der Menschenwürde von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt.

Eine weitere theologische Vertiefung kann mit Markus 10,13 bis 16 erfolgen. Die Lernenden untersuchen, welche Haltung Jesu gegenüber Kindern erkennbar wird, und setzen diese mit der Arbeit von Butterflies in Beziehung. Dabei sollte nicht behauptet werden, dass moderne Kinderrechte unmittelbar aus dieser Bibelstelle hervorgehen. Vielmehr kann gefragt werden, welche Vorstellung vom Wert eines Kindes der Text vermittelt und welche Konsequenzen daraus für christliches Handeln gezogen werden können.

Auch der Name Misereor eröffnet einen geeigneten religiösen Zugang. Eine Mystery Karte erläutert den Bezug auf die im Markusevangelium überlieferte Formulierung „Misereor super turbam“, die dort mit „Mich erbarmt des Volkes“ wiedergegeben wird. Das Material verbindet damit das christliche Anliegen, auf menschliche Not zu reagieren. Lernende können diskutieren, worin der Unterschied zwischen Mitleid, Barmherzigkeit, Solidarität und Hilfe zur Selbsthilfe besteht. Gerade diese begriffliche Unterscheidung verhindert ein paternalistisches Verständnis von Entwicklungszusammenarbeit.

Für ältere oder leistungsstärkere Lerngruppen bietet sich eine Beschäftigung mit Laudato Si an. Die Mystery Karten greifen Aussagen von Papst Franziskus auf, die Klimaveränderungen mit Migration und der besonderen Gefährdung armer Menschen verbinden. Eine weitere Aussage stellt angesichts sozialer Ungerechtigkeit den Zusammenhang zwischen Gemeinwohl, Solidarität und der vorrangigen Option für die Armen her. Damit kann die konkrete Geschichte Rajids in größere Zusammenhänge christlicher Sozialethik eingeordnet werden.

Methodisch sollte nach der Gruppenarbeit eine Präsentation unterschiedlicher Wirkungsgefüge erfolgen. Da es bei einem Mystery nicht ausschließlich um eine einzige richtige Anordnung geht, können die Lernenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Lösungen erläutern. Das Material sieht genau diesen Vergleich vor und schlägt als digitale Möglichkeit vor, die Gruppenlösungen zu fotografieren und Verbindungen zwischen den Karten sichtbar zu ergänzen. Entscheidend ist die argumentative Begründung: Warum wurden bestimmte Informationen miteinander verbunden? Welche Maßnahmen wirken kurzfristig und welche langfristig? Welche Angebote ermöglichen besonders stark Selbstbestimmung?

Als Abschluss kann die Leitfrage erneut beantwortet werden: Wie kann ein Kind wie Rajid dem Leben auf der Straße entkommen und neue Perspektiven erhalten? Die Antwort sollte nun differenzierter ausfallen als zu Beginn. Es genügt nicht, Nahrung, Geld oder einen Schlafplatz bereitzustellen. Eine nachhaltige Veränderung benötigt ebenso Bildung, Gesundheit, Schutz, Rechte, berufliche Perspektiven, gesellschaftliche Teilhabe und Möglichkeiten, Verantwortung für das eigene Leben und für andere zu übernehmen.

Für einen handlungsorientierten Abschluss können die Lernenden einen kurzen Beitrag mit dem Titel „Zwei Flügel für ein menschenwürdiges Leben“ gestalten. Darin erklären sie anhand konkreter Beispiele, weshalb Grundversorgung und Empowerment zusammengehören. Alternativ können sie eine Informationsseite, ein Erklärvideo, ein Plakat oder eine Präsentation zur Frage entwickeln, was aus christlicher Perspektive gute Entwicklungszusammenarbeit kennzeichnet.

Das Material selbst sieht schließlich eine vertiefende Hausaufgabe vor. Die Lernenden können sich genauer mit Butterflies und Misereor beschäftigen oder Videos über die Kinderbank und die Kochschule ansehen. Dabei sollen sie Aussagen auswählen und begründen, inwiefern darin die Achtung beziehungsweise Stärkung der Menschenwürde sichtbar wird. Für den Religionsunterricht ist diese Aufgabenstellung besonders geeignet, weil sie Sachinformationen über Entwicklungszusammenarbeit mit einem ethischen Urteil verbindet.


Das Material ist als Baustein einer größeren Unterrichtsreihe im Fach Erdkunde angelegt und verortet die Doppelstunde in einem längerfristigen Zusammenhang, der von globalen Entwicklungsunterschieden über Indien als „Land der Gegensätze“ bis zu Landflucht, Verstädterung und Straßenkinderrealitäten führt. Leitend ist dabei eine doppelte Rahmung: Zum einen wird mit dem Zitat Malala Yousafzais („Ein Buch und ein Stift können das Leben verändern.“) eine bildungsbezogene Perspektive auf Zukunftschancen eröffnet; zum anderen wird mit Mk 10,13–16 die besondere Schutzbedürftigkeit und unbedingte Würde von Kindern theologisch akzentuiert. Dadurch erhält das geographische Thema eine ethische Tiefendimension, die im katholischen Kontext ausdrücklich als curriculare Eigenprägung anschlussfähig ist, ohne die fachliche Perspektive zu verdrängen.

Didaktisch entfaltet das Material eine klar strukturierte Mystery-Sequenz: Im Einstieg wird über eine Wortwolke zur eigenen beruflichen Zukunft gearbeitet und diese lebensweltliche Perspektive mit dem fiktiven Straßenjungen Rajid kontrastiert, der sich selbst als „Fladenbrotbäcker“ beschreibt und damit die Begrenztheit seiner Chancen sichtbar macht. Ein Bildimpuls mit dem Zitat „Als Fladenbrotbäcker bin ich ziemlich gut, aber sonst?“ bündelt die Problemfrage und führt zu einer ersten Analyse von Entwicklungshemmnissen, insbesondere der nicht gesicherten Grundbedürfnisse. Auf dieser Basis wird die Leitfrage formuliert, wie ein Kind wie Rajid dem Leben auf der Straße entkommen und mithilfe der NGO „Butterflies“ „Flügel für ein neues Leben“ erhalten kann. Die Erarbeitungsphase nutzt Mystery-Karten, die sowohl die prekären Lebensbedingungen (Hunger, fehlende Hygiene, Gewalt, fehlender Schulzugang) als auch konkrete Unterstützungsangebote der „Butterflies“ enthalten: Contact Points mit Streetwork und Schulmaterial, ambulante Bildungsangebote, psychosoziale Unterstützung, medizinische Versorgung und Hygieneaufklärung, sichere Schlafplätze und Mahlzeiten. Hinzu kommen explizite Empowerment-Elemente wie eine Kinderbank (Sparen, Finanztraining, Kredite), ein Buddy-Programm (Kinder übernehmen Verantwortung und unterstützen andere) sowie der Radiosender „Butterflies Broadcasting Children“, der Teilhabe und Kinderrechte stärkt. Lernende strukturieren diese Informationen zu einem Wirkungsgefüge und begründen Zusammenhänge, wodurch die komplexe Wirklogik von Entwicklungszusammenarbeit sichtbar wird.

Die Vertiefung setzt eine starke Symbolarbeit ein: Das Schmetterlingslogo der „Butterflies“ wird als Deutungshilfe genutzt, um die zentrale Erkenntnis zu sichern, dass „Flügel“ nur dann tragen, wenn beides zusammenkommt – die Befriedigung von Grundbedürfnissen und Hilfe zur Selbsthilfe. Diese Unterscheidung ist didaktisch entscheidend, weil sie die Gefahr einer rein karitativen Kurzschlusslogik reduziert und stattdessen Entwicklungszusammenarbeit als menschenrechts- und teilhabeorientierten Prozess versteht. Gleichzeitig öffnet das Material einen religionspädagogischen Zugang über Begriffe wie Menschenwürde, Nächstenliebe und Solidarität, die im Kartenset ausdrücklich als Schlüsselbegriffe vorkommen. Besonders anschlussfähig für den katholischen Religionsunterricht sind die integrierten Impulse aus Laudato si’, die Klimawandelfolgen, Migration und eine „vorrangige Option für die Ärmsten“ in den Horizont des Gemeinwohls stellen. Damit kann die geographische Analyse (Klimawandel, Landflucht, Megastadt, Armutsspirale) mit einer christlich-ethischen Urteilsbildung verbunden werden, ohne zu moralisieren: Die Lernenden werden angeleitet, Strukturen zu verstehen, Handlungsoptionen zu prüfen und die Würdeperspektive als Deutungsrahmen zu reflektieren.

Methodisch überzeugt das Material durch klare Arbeitsaufträge, durch die Produktorientierung (Wirkungsgefüge mit Titeln/Untertiteln) und durch eine Präsentationsphase, die Vergleich unterschiedlicher Lösungen ermöglicht und damit argumentatives Lernen fördert. Die Hausaufgabe vertieft entweder sachorientiert (Recherche zu Misereor und Butterflies) oder exemplarisch-medial (Zitate aus Videos zur Kinderbank und Kochschule) und bindet dies explizit an die Frage nach Achtung und Stärkung der Menschenwürde zurück. So entsteht eine Unterrichtsanlage, die Fachkompetenzen (Analyse von Disparitäten, Migration, Entwicklungsindikatoren, Formen der Entwicklungszusammenarbeit) mit Urteilskompetenz und ethisch-theologischer Reflexion verbindet und zugleich interdisziplinär anschlussfähig bleibt.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.1a Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Sinn und Lebensglück.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Weltweite Gerechtigkeit (Entwicklungsländer, Verschuldung)

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